Schwarz auf weiß #31: M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (1931)

Es war ein kalter Tag in meiner neuen Wahlheimat Berlin. Ich laufe unbedarft die Straße entlang und war starrt mich auf einmal an einer Bushaltestelle an? Ein Plakat mit einem M darauf – Werbung für eine neue Miniserie, die auf dem Klassiker von Fritz Lang basiert. Mein Gedanke dazu? Ähm nein, denkt euch bitte mal was Neues aus und lasst mein Klassiker in Ruhe, vor allem Klassiker wie M.

Hier also eine kleine Vorstellung von M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER von Fritz Lang aus dem Jahr 1931.

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Schwarz auf weiß #30: SIN CITY

Es wird einfach mal Zeit, ein bisschen Farbe in diese Reihe zu bringen. Also zumindest diesmal und auch nur in Form von sehr strategisch eingesetzter Farbe. Ich spreche natürlich von der Comicverfilmung SIN CITY des Regisseurs Robert Rodriguez (FROM DUSK TILL DAWN) aus dem Jahr 2005.

Der Look des Films zeigt sofort, welchem Genre er entsprungen ist – dem Comic. Und dies sogar so originalgetreu, dass sowohl beim Casting, als auch beim Make-Up die gezeichneten Vorlagen in Betracht gezogen wurde. SIN CITY basiert auf der siebenbändigen Comicreihe SIN CITY von Frank Miller. Rodriguez selbst weigert sich jedoch, den Film als Adaption zu bezeichnen – er nennt ihn lieber Übersetzung. Der Film ist aber mindestens genauso düster wie der Comic selbst und erinnert sehr an das Genre Film Noir.

Die Handlung des Films ist in mehrere Handlungsstränge unterteilt, die weitestgehend unabhängig voneinander nebeneinander herlaufen. Der Film beginnt mit der Geschichte um den Polizisten Hartigan (Bruce Willis), der wohl letzte ehrenwerte Polizist. Als der pädophile Mörder Roark Jr. (Nick Stahl) die kleine Nancy (Makenzie Vega) entführt, stellt er diesen. Jedoch nichtsahnend, dass sein Partner (Michael Madsen) auch keine weiße Weste hat und Roark Jr. einen mächtigen Vater.

Der zweite Handlungsstrang erzählt die Geschichte des muskelbepackten Mannes Marv (Mickey Rourke), dessen Erscheinungsbild alleine dazu in der Lage ist, Angst und Schrecken zu verbreiten. Seine eine Schwäche liegt bei der Prostituierten Goldie (Jamie King), eine Tatsache, die wiederum zu einem tragischen Ende führt.

In der dritten Episode will der ehrenvolle Dwight (Clive Owen) die Kellnerin Shellie vor der Gang um Jack (Benicio Del Toro) schützen. Dies gelingt zunächst, jedoch schert Jack Rache, die er an der Prostituierten Becky (Alexis Bledel) ausleben will. Das endet in Selbstjustiz der organisierten Prostituierten – ein Fehler, wie sich noch herausstellen soll.

Die drei Geschichten des Films basieren auf Millers „The Hard Goodbye“, „The Big Fat Kill“, „That Yellow Bastard“ und „The Custimer is Always Right“. Frank Miller wurde ohne Zweifel von den Gangster Geschichten der 30er und 40er Jahre inspiriert, in denen Männer Trechcoats trugen und Polizisten korrupt waren, in denen Frauen die Damsel in Distress verkörperten und es viel zu häufig regnete. Natürlich modernisierte er auch Teile dieser Erzählungen. Denn die Gruppe aus organisierten Prostituierten haben für mich nicht mehr viel mit der Damsel in Distress zu tun, die immer von einem starken Mann gerettet werden muss.

Wie schon der Comic selbst, ist auch die Verfilmung größtenteils in schwarz-weiß gehalten, mit wenigen Ausnahmen, wie die roten Lippen oder aber die Farbe des Charakters Yellow Bastard, das als besonders unappetitlich hervorsticht. Im Gegensatz zu anderen Comicverfilmungen, wirkt SIN CITY wirklich wie ein zum Leben erweckter Comic. Man könnte auch von jeder Szene einen Screenshot erstellen und sie als Comic drucken.

Der Autor Frank Miller soll auch gar nicht mal so einfach davon zu überzeugen gewesen sein, seinen Comic Hollywood zu übergeben. Rodriguez machte ihn zum Co-Regisseur und verzichtete komplett auf ein Drehbuch, in dem er die Dialoge aus den Comics übernahm. Als Ergebnis wurde auch für das Kino nichts beschönigt. Es spritzt das Blut. Die Szene, in der Elijah Wood mit seinem grauenvollen Blick dasitzt und gefressen wird, werde ich wohl niemals mehr aus meinem Gedächtnis verbannen können. SIN CITY ist also völlig nachvollziehbar mit FSK 18 versehen.

SIN CITY ist auf seine Weise ein Klassiker des Films, der sich gleichberechtigt in meine Reihe der farblosen Klassiker einfügen kann.

Filmaffografie #2: Mein erster Kinofilm

Zurück im meinem Kopf habe ich lange überlegt, was wohl mein erster Film, den ich im Kino sah, gewesen sein könnte. In meiner Kindheit war ich relativ selten im Kino.Daher war es stets ein Großereignis. Ich war beeindruckt von diesen großen Wänden, die damals natürlich noch viel gigantisch erschienen. Da passt eine Menge drauf. Ein ganzer Wal zum Beispiel.Einige ahnen jetzt schon, welcher Film kommen könnte.

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Filmaffografie #1: Mein erster Film

Wir müssen reden…über das, was ich sah. Es blieb hängen, es überraschte, schockierte und brachte mich zum Lachen. Filme und Serien begleiten mich schon mein ganzes Leben. Nicht ohne Grund habe ich 2013 diesen Filmblog gestartet, damit ich meine Gedanken endlich teilen kann. Doch ich rede meist nur über aktuelle Projekte, die ich kaum alle zu sichten vermag. Dabei liegen in meinem Kopf bereits tausende Filme und Serienepisoden verborgen,über die man noch viel intensiver sprechen könnte.

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Der Filmaffe 2018 – Ein Rückblick

Im Gegensatz zu den letzten Jahren wird dieser Rückblick auf den Filmaffen eher kurz ausfallen. Denn es ist deutlich weniger passiert als hätte passieren können. Der Blog war das ganze Jahr über im Wandel. Wenn eines Beständigkeit hatte, dann unsere Flatterhaftigkeit. Das lag zugegebener Maßen hauptsächlich an mir. Ich hatte viele Ideen, einerseits den Filmaffen qualitativ zu verbessern. Andererseits suchte ich nach Lösungen, um mir auch das Leben zu erleichtern. Beides ist etwas zu gut gelungen. Aber mal der Reihe nach.

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Schwarz auf weiß #28: ANNA KARENINA (1935)

Kaum zu glauben, aber Keira Knightley war nicht die erste Frau, die der russischen Figur Leben einhauchte. Greta Garbo machte es sogar zweimal. Schon 1927 verkörperte sie Anna Karenina in dem Stummfilm LOVE, viel bekannter ist allerdings das Werk von Clarence Brown aus dem Jahr 1935. Produziert wurde das Ganze von David O. Metro-Goldwyn-Mayer.

Und aufgrund des Fehlens von Farbe, schafft er es diesen Monat in meine kleine farblose Rubrik. Weiter zum Film

Schwarz auf weiß #27: CONTROL (2007)

Biopics sind eine komplizierte Sache. Wenn die Macher den Protagonisten nicht in- und auswendig kennen, wird es schwer, wirklich authentisch zu sein. Dieses Problem hat CONTROL nicht. Der Film über das Leben von Ian Curtis, Frontmann der Band Joy Division basiert auf dem Buch „Touching From a Distance“ von Curtis Witwe Deborah Curtis und Regie führte der Fotograf Anton Corbijn, der Curtis persönlich kannte und die Band fotografiert hatte. Ein gutes Grundrezept, das in der Umsetzung nur noch besser wurde. Weiter im Text