Schwarz auf weiß #34: ERASERHEAD (1977)

Als Agent Cooper in einem kleinen verschlafenen Ort nach dem Mörder von Laura Palmer fahndet, traf ich das erste Mal auf ein Werk von David Lynch. Die ersten zwei Staffeln von TWIN PEAKS sind meiner Meinung nach der beste Zugang zur Arbeit des Regisseurs. Denn in dieser Serie tastet sich der Zuschauer nur langsam an den cineastischen Wahnsinn des Ausnahmekünstlers heran. Wer sich jedoch direkt in pures Lynch werfen möchte, schaut sich einfach ERASERHEAD an.

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Filmaffografie #6: Meine erste DVD

Zurück im Kopf reisen wir in die damalige Zukunft des häuslichen Filmgenusses. Meine erste DVD erhielt ich auf einem ungewöhnlichen Weg. Not eröffnet eben Quellen, denn DVDs waren zum Zeitpunkt meines Erstlings noch so jung, dass nach zwei kleinen Regalen in den örtlichen Technikmärkten auch schon wieder Schluss war. Mal davon abgesehen, waren diese wirklich nicht billig.

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Filmaffografie #5: Mein erster Kinofilm ab 16

Kopfschütteln im Kopf! Eigentlich wäre die Story vom ersten Film ab 16 wohl interessanter. Aber da das Fernsehen meinen Konsum bestimmte und dort nur Empfehlungen ausgesprochen wurden, war der Zugang zu Filmen ab 16 Jahren doch sehr früh äußert hürdenarm. Umso schwieriger gestaltete sich dies im Kino. Und doch gelang es mir, einen Film zu schauen, den ich eigentlich noch nicht sehen durfte. Welcher das war und wie holprig unsouverän mir dies gelang? Das will ich euch sagen!

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Schwarz auf weiß #32: COFFEE AND CIGARETTES (2004)

Jeder weiß natürlich, dass Zigaretten schlecht für uns sind. Darüber brauchen wir auch gar nicht mehr diskutieren. Ich habe mir diese schlechte Angewohnheit abgewöhnt, oder zumindest so gut wie, also fast – es ist kompliziert. Aber wenn ich an die Zeit zurückdenke, in der es noch nicht kompliziert war, erinnere ich mich gerne daran, mit einer Tasse Kaffee und einer Zigarette auf meinem breiten Fensterbrett in meiner Studenten-WG gesessen und über alles und nichts nachgedacht oder mit Freunden einfach gequatscht habe.

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Rumpelkiste #3: Disney-Serien der 90er

Noch bevor der Disney Channel mit einem vierundzwanzig-stündigen Programm voller Sing, Sang und Knuddelspaß die Kleinen verzückte, gab es schon Disney-Zeichentrickserien. Die liefen verstreut über alle Sender und holten die Kinohelden auf die heimischen Flimmerkisten. Warum diese Serien unsere Kindheit prägten? Und warum wir auch heute noch gerne reinzappen? Jörg verrät es euch in einer neuen Rumpelkiste.

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Schwarz auf weiß #31: M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (1931)

Es war ein kalter Tag in meiner neuen Wahlheimat Berlin. Ich laufe unbedarft die Straße entlang und war starrt mich auf einmal an einer Bushaltestelle an? Ein Plakat mit einem M darauf – Werbung für eine neue Miniserie, die auf dem Klassiker von Fritz Lang basiert. Mein Gedanke dazu? Ähm nein, denkt euch bitte mal was Neues aus und lasst mein Klassiker in Ruhe, vor allem Klassiker wie M.

Hier also eine kleine Vorstellung von M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER von Fritz Lang aus dem Jahr 1931.

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Schwarz auf weiß #30: SIN CITY

Es wird einfach mal Zeit, ein bisschen Farbe in diese Reihe zu bringen. Also zumindest diesmal und auch nur in Form von sehr strategisch eingesetzter Farbe. Ich spreche natürlich von der Comicverfilmung SIN CITY des Regisseurs Robert Rodriguez (FROM DUSK TILL DAWN) aus dem Jahr 2005.

Der Look des Films zeigt sofort, welchem Genre er entsprungen ist – dem Comic. Und dies sogar so originalgetreu, dass sowohl beim Casting, als auch beim Make-Up die gezeichneten Vorlagen in Betracht gezogen wurde. SIN CITY basiert auf der siebenbändigen Comicreihe SIN CITY von Frank Miller. Rodriguez selbst weigert sich jedoch, den Film als Adaption zu bezeichnen – er nennt ihn lieber Übersetzung. Der Film ist aber mindestens genauso düster wie der Comic selbst und erinnert sehr an das Genre Film Noir.

Die Handlung des Films ist in mehrere Handlungsstränge unterteilt, die weitestgehend unabhängig voneinander nebeneinander herlaufen. Der Film beginnt mit der Geschichte um den Polizisten Hartigan (Bruce Willis), der wohl letzte ehrenwerte Polizist. Als der pädophile Mörder Roark Jr. (Nick Stahl) die kleine Nancy (Makenzie Vega) entführt, stellt er diesen. Jedoch nichtsahnend, dass sein Partner (Michael Madsen) auch keine weiße Weste hat und Roark Jr. einen mächtigen Vater.

Der zweite Handlungsstrang erzählt die Geschichte des muskelbepackten Mannes Marv (Mickey Rourke), dessen Erscheinungsbild alleine dazu in der Lage ist, Angst und Schrecken zu verbreiten. Seine eine Schwäche liegt bei der Prostituierten Goldie (Jamie King), eine Tatsache, die wiederum zu einem tragischen Ende führt.

In der dritten Episode will der ehrenvolle Dwight (Clive Owen) die Kellnerin Shellie vor der Gang um Jack (Benicio Del Toro) schützen. Dies gelingt zunächst, jedoch schert Jack Rache, die er an der Prostituierten Becky (Alexis Bledel) ausleben will. Das endet in Selbstjustiz der organisierten Prostituierten – ein Fehler, wie sich noch herausstellen soll.

Die drei Geschichten des Films basieren auf Millers „The Hard Goodbye“, „The Big Fat Kill“, „That Yellow Bastard“ und „The Custimer is Always Right“. Frank Miller wurde ohne Zweifel von den Gangster Geschichten der 30er und 40er Jahre inspiriert, in denen Männer Trechcoats trugen und Polizisten korrupt waren, in denen Frauen die Damsel in Distress verkörperten und es viel zu häufig regnete. Natürlich modernisierte er auch Teile dieser Erzählungen. Denn die Gruppe aus organisierten Prostituierten haben für mich nicht mehr viel mit der Damsel in Distress zu tun, die immer von einem starken Mann gerettet werden muss.

Wie schon der Comic selbst, ist auch die Verfilmung größtenteils in schwarz-weiß gehalten, mit wenigen Ausnahmen, wie die roten Lippen oder aber die Farbe des Charakters Yellow Bastard, das als besonders unappetitlich hervorsticht. Im Gegensatz zu anderen Comicverfilmungen, wirkt SIN CITY wirklich wie ein zum Leben erweckter Comic. Man könnte auch von jeder Szene einen Screenshot erstellen und sie als Comic drucken.

Der Autor Frank Miller soll auch gar nicht mal so einfach davon zu überzeugen gewesen sein, seinen Comic Hollywood zu übergeben. Rodriguez machte ihn zum Co-Regisseur und verzichtete komplett auf ein Drehbuch, in dem er die Dialoge aus den Comics übernahm. Als Ergebnis wurde auch für das Kino nichts beschönigt. Es spritzt das Blut. Die Szene, in der Elijah Wood mit seinem grauenvollen Blick dasitzt und gefressen wird, werde ich wohl niemals mehr aus meinem Gedächtnis verbannen können. SIN CITY ist also völlig nachvollziehbar mit FSK 18 versehen.

SIN CITY ist auf seine Weise ein Klassiker des Films, der sich gleichberechtigt in meine Reihe der farblosen Klassiker einfügen kann.