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CONVERSATIONS WITH A KILLER: THE TED BUNDY TAPES (2019)

Mehr ein Monolog als eine Konversation

Wenn man in der besinnlichen Adventszeit etwas in die Abgründe der Menschheit schauen möchte, dann ist die vierteilige Dokureihe CONVERSATIONS WITH A KILLER: THE TED BUNDY TAPES über den Serienmörder Ted Bundy zu empfehlen.

INHALT

Ted Bundy gab den zwei Journalisten Stephen G. Michaud und Hugh Ayensworth Interviews. Daraus resultierten über 100 Stunden Material. Mit Hilfe von Zeugenberichten, entstand diese Dokureihe.

Erzählt wird linear. Zunächst lernen wir die verantwortlichen Journalisten kennen, die Ted Bundys Narzissmus gereizt haben, die Geschichte aus seiner Perspektive zu erzählen. Später erfährt der Zuschauer von Ted Bundys Freundin, die besorgt bei der Polizei angerufen hat und von einer Überlebenden, die eine Attacke überlebt hat. Ted Bundy wurde mehrmals verhaftet und konnte doch immer wieder entkommen. Die Doku etabliert, dass sein charmantes Wesen und sein gutes Aussehen dafür gesorgt haben, dass er nicht als eine große Gefahr wahrgenommen wurde. Die letzte Folge behandelt den Prozess. Bundy verteidigte sich selbst und war augenscheinlich arrogant genug zu glauben, dass er nicht verurteilt werden würde. Außerdem thematisiert die Folge, die weibliche Fangemeinde, die Bundy um sich herum versammelt hat.

FAZIT

Ted Bundy gehört zusammen mit Charles Manson wohl zu den bekanntesten Serienmördern der Welt. Über die beiden werden in zahlreichen Serien und Filme Referenzen gemacht, von CRIMINAL MINDS über MINDHUNTER bis hin zu ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD.

Zum dreißigsten Jahrestag von Bundys Hinrichtung veröffentlichte Netflix CONVERSATIONS WITH A KILLER. Regie führte Joe Berlinger. Dieser sagt selbst, dass er mit dem Vierteiler aber noch nicht fertig mit der Thematik ist. Außerhalb von Deutschland ist auf Netflix auch ein Spielfilm über Ted Bundy zu sehen – mit Zac Efron in der Hauptrolle. Das Casting war sehr umstritten, aber doch irgendwie sehr passend. Dann auch Efron sieht ein wenig so aus, als könnte er sich mit einem Lächeln aus allem herausreden.

Das Positive an der Doku ist der ungewöhnliche Einblick. Ein bisschen wie bei ABDUCTED IN PLAIN SIGHT konnte ich die ganze Zeit nicht glauben, wie so etwas wirklich passieren konnte. Ich würde niemals mit einem Mann mitgehen, egal wie gut er aussieht, aber dann wiederum bin ich auch in einer anderen Zeit aufgewachsen. Allein seine creepy Stimme zu hören, lässt einem Schauer über den Rücken herunterlaufen. Aber am Ende handelt es sich hier nicht um einen Horrorfilm, sondern einen Beweis dafür, wie krank manche Menschen sein können.

Was ich nicht mochte, war, dass es wie unzuverlässiges Erzählen (wie in SIXTH SENSE und FIGHT CLUB) ist. Wir hören keine Konversation zwischen den Journalisten und Ted Bundy, sondern ein endloser Monolog aus merkwürdigen Aussagen. Bundy versucht schlauer zu sein als die Menschen um ihn herum. Er spricht von dem Mörder immer in der dritten Person und war erst kurz vor seiner Hinrichtung dazu bereit, die 30 Morde zu gestehen.

Ich denke, ich muss nicht mal hervorheben, dass CONVERSATIONS WITH A KILLER nicht für die breite Masse geeignet ist. Aber seien wir ehrlich: Welche Doku ist das schon? Ich gehöre zu den zahlreichen „Fans“ von Real-Crime-Geschichten und kann daher sagen, dass die Doku für diese Gruppe von Menschen zahlreiche Einblicke in ein Monster gewährt und daher sehr sehenswert ist.

CONVERSATIONS WITH A KILLER: THE TED BUNDY TAPES steht auf Netflix zum Abruf bereit.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Netflix

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.

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