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COME TO DADDY (2020)

Drama, Komödie, Thriller, Horror – es ist ein irrwitziger und abgedrehter Genremix, den Ant Timpson, als Produzent von Horrorfilmen wie THE ABC‘S OF DEATH (2012) oder HOUSEBOUND (2014) erfahren, mit COME TO DADDY als sein Regiedebüt präsentiert. Durchweg lässt sich nicht abschätzen, wohin die Reise in diesem verrückten Streifen geht und wie sich der Plot entwickeln wird. Zu viel darf man deshalb auch nicht verraten, nur soviel sei erlaubt: Es erwartet den Zuschauer eine gute Portion Unterhaltung, schwarzer Humor, makabre Gewalt und eine Vielzahl genialer Einfälle voller Kreativität.

INHALT

Norval (Elijah Wood) steigt irgendwo in der neuseeländischen Pampa aus dem Bus aus und geht quer durch die Wildnis aus Wald und Feldern. Er kommt an ein einsames Haus am Meer und genau dort möchte er auch hin. In diesem Haus wohnt sein Vater (Stephen McHattie), den er seit 30 Jahren nicht mehr gesehen hat, als dieser ihn und seine Mutter verlassen hat. Nun hat der Vater seinem Sohn einen Brief geschrieben, dass er zu ihm kommen soll.

Vater und Sohn schließen sich in die Arme. Normalerweise folgt nun eine Annäherung. Genau das hat auch Norval erwartet, doch irgendwie will es nicht recht funktionieren zwischen den beiden. Zu unterschiedlich sind sie. Norval ist ein ängstliches Weichei, sein Vater ein vulgärer Säufer. Er erklärt weder seinen Brief, noch scheint er an einer Beziehung zu Norval interessiert. Als er dann sturzbetrunken anfängt, Norval als „Rattenficker“ zu bezeichnen, der „Ratten in seine Vagina steckt“, platzt diesem der Kragen…

FAZIT

Viel mehr Worte darf man über die Handlung von COME TO DADDY auch nicht verlieren, denn was nun folgt, ist eine überraschende Plotwendung nach der anderen. Wobei sich wirklich eine komplett andere Geschichte entwickelt, als sich anfangs andeutet. Während der Beginn noch der Logik eines Dramas folgt, wandelt der Film sich dann Horrorelementen zu, nicht zuletzt mit einigen gut platzierten Jump-Scares, und wird dann zu einem handfesten Thriller. Durchweg durchzieht ihn dabei ein schwarzhumoriger, makabrer, zum Teil recht derber Witz. Ein verrückter Genremix also, irre und witzig – irrwitzig.

Dabei strotzt COME TO DADDY nur so von Kreativität und guten Einfällen – sowohl, was den Plot angeht, als auch in der Inszenierung: Etwa wenn sich die Kamera bei einem Kampf immer wieder auf die sich langsam abwickelnde Klopapierrolle konzentriert. Es sind solche Kleinigkeiten, die immer wieder wie nebenbei eingebaut werden und dem Zuschauer stets ein Schmunzeln entlocken. Durch den Witz erscheint auch die Gewalt nicht so grausam. Und oft sind es gerade die makabren Gewaltszenen, die komödiantisch inszeniert sind.

Am meisten Spaß macht COME TO DADDY, wenn man so wenig über den Film weiß, wie nur möglich – kein Trailer, keine ausufernde Inhaltsangabe. Im besten Fall liefert man sich ohne jede Erwartung diesem wunderbar unterhaltsamen Genremix aus.

COME TO DADDY erschien am 29. Mai 2020 auf DVD, Blu-ray und als VoD.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Splendid Film/WVG

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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