CALIGULA – AUFSTIEG UND FALL EINES TYRANNEN (1979)

CALIGULA von Tinto Brass (SALON KITTY) hat eine lange (Zensur-)Geschichte: In Deutschland war er 36 Jahre lang indiziert und nur in unterschiedlich stark geschnittenen Fassungen veröffentlicht worden, auch in anderen Ländern erging es ihm nicht besser. Erst im April dieses Jahres wurde CALIGULA in Deutschland vom Index gestrichen. Jetzt erschien der skandalträchtige Kultklassiker erstmals ungeschnitten in einer umfangsreichen Special Edition.

Dass der Film damals (1979!) so einen Wirbel machte und verboten wurde und oft nur in zum Teil zur Hälfte geschnittenen Versionen gezeigt werden durfte, überrascht nach Sichtung des Films kaum: Er enthält nicht nur detailreiche Gewaltszenen, sondern auch pornographische Bilder. Die allein wären dabei wahrscheinlich noch nicht so schlimm, wenn CALIGULA – AUFSTIEG UND FALL EINES TYRANNEN (1979)Weiterlesen

COLD SKIN – INSEL DER KREATUREN (2017)

In der spanisch-französischen Produktion COLD SKIN stehen zwei Männer einer riesigen Horde unheimlicher, gefährlicher Kreaturen gegenüber. Was zunächst nach Gemetzel klingt, ist in Wirklichkeit ein stimmungsvolles und vielschichtiges Werk. Für einen Horrorfilm setzt COLD SKIN ungewöhnliche Akzente, bedient sich aber auch häufig genug dem, was Weiter zur Kritik

DRESSED TO KILL (1980)

Brian de Palma beherrscht spannendes, mitreißendes Kino, das hat er in vielen Genres bewiesen: im Kriegsdrama (DIE VERDAMMTEN DES KRIEGES, 1989), im Gangsterfilm (SCARFACE, 1983) oder auch im Horrorfilm (CARRIE, 1976). Doch der Thriller ist und bleibt seine Spezialität: Nicht nur in seinen bekanntesten Thrillern THE UNTOUCHABLES (1987), SPIEL AUF ZEIT (1998) oder auch MISSION IMPOSSIBLE (1996) beschwor er stets eine packende Atmosphäre, die den Zuschauer nie loslässt.

Bei DRESSED TO KILL wandte er sich dem erotischen Psychothriller zu, kommt hier aber trotz einiger überraschender Plot Points qualitativ nicht an seine sonstigen Werke ran – dafür wandelt er anspielungsreich auf den Spuren Hitchcocks zwischen VERTIGO (1958) und PSYCHO (1960).

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LETZTES JAHR IN MARIENBAD (1961)

LETZTES JAHR IN MARIENBAD ist nach HIROSHIMA, MON AMOUR (1959) der zweite große Spielfilm von Alain Resnais (NACHT UND NEBEL). Er gilt bis heute als Klassiker des anspruchsvollen, poetischen Films und als Meilenstein der Nouvelle Vague. Er ist mehr Experimentalfilm als Drama, verweigert sich jeglichen konventionellen Erzähl- und Darstellungsmustern und orientiert sich in keiner Weise am traditionellen Erzählkino. Dessen sollte man sich LETZTES JAHR IN MARIENBAD (1961)Weiterlesen

A QUIET PLACE (2017)

Im Horrorgenre etwas Innovatives, Radikales und Neues auszuprobieren erfordert Kreativität und Mut. Beides beweist A QUIET PLACE. Horror, Schrecken und Spannung braucht kein knalliges, schreiendes, hektisches Jump-Scare-Feuerwerk. Durch Reduktion, Minimalismus und eine unheimliche Atmosphäre lässt sich das alles viel intensiver gestalten – das zeigt A QUIET PLACE eindringlich. Mit einem Minimalismus, der sich aus der Story heraus begründet, lehrt er den Zuschauer mit einfachsten Mitteln das Fürchten. Er entwickelt eine Weiter zur Kritik

REVENGE (2017)

Der französische REVENGE ist endlich mal wieder ein guter Beitrag zum Genre des Rape&Revenge-Thrillers. Dabei ist es besonders erfreulich, dass eine Frau diesen gelungenen Streifen in einem eigentlich von Männern dominierten Genre inszenierte: Coralie Fargeat. Und sie zeigt den Männern mit ihrem Erstlingswerk, wie man ein richtig gutes und dabei trotzdem hochbrutales Rape&Revenge-Movie macht! Es ist nicht die gewöhnliche Story, mit der REVENGE überzeugt, sondern die gewaltigen, ungewöhnlichen Bilder.

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A THOUGHT OF ECSTASY (2017)

Der neue Film von RP Kahl (BEDWAYS) dürfte nicht jedermanns Sache sein. Er ist speziell, alles andere als konventionell und an manchen Stellen zart skandalreißerisch. Oberflächlich ist A THOUGHT OF ECSTASY ganz vage ein Erotikthriller, aber mit stark experimentellen Zügen. Für Cineasten durchaus von Interesse, der Otto Normalverbraucher ist hier eindeutig falsch.

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LUNA (2017)

Die Deutschen können kein Genrekino? Können sie doch! Das beweist in weiten Teilen auch wieder LUNA. Er ist sicherlich kein perfekter Thriller, aber er gehört zu den besseren Genrefilmen, die in Deutschland in letzter Zeit entstanden sind. Und von denen mangelt es hierzulande ja sowieso.

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24 STUNDEN IN SEINER GEWALT (1990)

Michael Cimino hat filmgeschichtsträchtige Werke geschaffen: den Oscar-prämierten DIE DURCHDIE HÖLLE GEHEN (1978) etwa oder das riesige Western-Epos HEAVEN‘S GATE (1980), das angeblich das Filmstudio United Artists in den Ruin trieb. 24 STUNDEN IN SEINER GEWALT, einer der letzten Filme in Ciminos Karriere, hat keine solch filmgeschichtliche Relevanz, außer dass es ein Remake von William Wylers AN EINEM TAG WIE JEDER ANDERE (1955) darstellt. Doch gelang dem Regisseur hiermit ein netter kleiner Home Invasion Thriller, der zwar nicht frei von Schwächen ist, aber dennoch ganz gut unterhält.

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TWIN PEAKS – DER FILM (1992)

Die Bedeutung der Serie TWIN PEAKS braucht man nicht zu diskutieren. Es ist allgemein anerkannt, dass sie der Vorreiter des heutigen sogenannten Quality-TV ist. David Lynch revolutionierte in den 1990ern das Fernsehen mit seiner Mischung aus Mysterie-, Kriminal- und Horrorserie, Seifenoper und Kunst – und das alles auf Kino-Niveau.

TWIN PEAKS – DER FILM erschien nach TWIN PEAKS – DER FILM (1992)Weiterlesen