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ANNA (2019)

Luc Bessons nächster Frauen-Actionthriller

Luc Besson mag Filme mit starken Frauenrollen, auch im Actionkino. Und oft genug benennt er auch die Filme nach seinen Heldinnen, etwa LUCY (2014) und NIKITA (1990) – oder eben ANNA, sein neuer Actionfilm. Die Handlung (und stellenweise auch der Trailer) liest sich zunächst etwas wie der kürzlich erschienene RED SPARROW (2018) mit Jennifer Lawrence, in dem ebenfalls eine junge Russin zur Killerin ausgebildet wird. Und auch wenn ANNA oft ähnlich ernst und sogar deprimierend ist, geht er um einiges raffinierter vor. Der Plot verspricht nämlich vor allem eines: viele Wendungen und Überraschungen.

INHALT

Anna (Sasha Luss) wird von der Straße geholt und vom KGB zur Killerin ausgebildet. KGB-Agent Alex Tchenkov (Luke Evans) kümmert sich um sie, ihre strenge, emotionslose Chefin und Ausbilderin Olga (Helen Mirren) fordert alles von ihr und schickt sie auf die härtesten Jobs.

Bei einem Auftrag in Paris wird die CIA auf sie aufmerksam. CIA-Agent Lenny Miller (Cillian Murphy) versucht sie umzudrehen und erpresst sie, gegen den KGB zu arbeiten. Anna steht zwischen den Fronten und muss versuchen, ihren eigenen Weg zu gehen.

FAZIT

Das Reizvolle und Faszinierende an ANNA ist weniger die Story an sich oder die Actionszenen als der komplexe Aufbau voller Zeitsprünge. Immer wieder gibt es Flashbacks, in denen die Story der letzten Minuten noch einmal neu aufgerollt wird und neue Perspektiven aufgezeigt werden. Und das macht den Film interessant – auch wenn es beim Sehen zuerst nicht danach aussieht. Oft scheint es zwischendurch, als fehle eine richtige Story, und es kommt Langeweile auf. Es gibt immer wieder Szenen, bei denen man sich fragt, was das jetzt soll, und die völlig aus dem Kontext gerissen und die Story nicht voranzutreiben scheinen. Doch schon kurz darauf springt der Film in der Handlung ein paar Monate zurück und die scheinbar langweiligen Szenen werden nochmal abgespult, aber in ganz anderem Licht. Plötzlich machen sie Sinn und es erklärt sich, warum der Film sich für sie Zeit genommen hat.

ANNA ist ernst, bisweilen sogar etwas deprimierend, doch es lohnt sich, die einzelnen abschreckend faden Szenen abzuwarten. Personen mit einem nervösen Finger sollten also aufpassen, dass sie nicht zu früh ausmachen, nur weil für ein paar Minuten die Spannung fehlt. Eine Überraschung hat ANNA kurze Zeit später bestimmt parat. Wegen dieser raffinierten Zeitsprünge, die stets Story-Turns bringen, wird aus ANNA, wenn man ihn schlussendlich betrachtet, ein guter und unterhaltsamer Spionagethriller.

Die einzelnen Actionszenen sind gut choreografiert und rasant inszeniert. Davon hätte man sich vielleicht noch ein paar mehr gewünscht, lassen sie sich doch fast an einer Hand abzählen. Im Gedächtnis bleiben vor allem eine wilde Schlägerei im Restaurant und eine Verfolgungsjagd in Moskau (gedreht allerdings wurde sie in Prag), die auch schon im Trailer stark geteasert werden. Außerdem widmen sich mehrere Extras auf der DVD diesen Szenen.

ANNA erschien am 28. November 2019 bei STUDIOCANAL auf Blu-ray und DVD mit einer akzeptablen Ausstattung an Extras.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial StudioCanal

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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