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13 REASON WHY (2019) – Season 3

Wer war denn nun der Mörder?

Und sie haben es wieder getan. Trotz umfangreicher und teilweise berechtigter Kritik an 13 REASON WHY – TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT, gibt es auf Netflix nun die dritte Staffel.

INHALT

Bryce ist tot. Wer hat ihn ermordet? Verdächtige gibt es genügend. Und kann Tyler, der letzte Staffel fast einen Amoklauf durchgeführt hätte, mit Hilfe seiner Freunde wieder zur Normalität zurückkehren? Können die Freunde, die Vorkommnisse auf dem Spring Fling vertuschen? Und was hat das alles mit der neuen Mitschülerin Ani zu tun?

FAZIT

Wenn das so weitergeht, muss ich wohl bei Staffel 4 negativ Bananen vergeben. Die erste Staffel von TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT war, trotz einiger Schwächen, definitiv gelungen und ist glücklicherweise nah an der Romanvorlage von Jay Asher geblieben. Es gibt bis heute lautstark Kritik an der Serie, unter anderem, dass sie Selbstmord glorifiziert.

Mittlerweile ist die Selbstmordszene an sich entfernt worden, was die Kritiker aber nur mäßig zufrieden stellen konnte. Ich kann nicht wirklich zustimmen, dass so eine Serie ernsthaft Selbstmord als etwas Nachzuahmendes porträtiert, aber ich bin auch kein psychisch labiler Teenager. Es gilt immer, egal ob man ein Buch liest, einen Film oder eine Serie schaut: Es ist Fiktion und wenn man von sich selbst weiß, dass manche Themen einen stark mitnehmen, sollte man vielleicht einfach von dem jeweiligen Inhalt fernbleiben.

Aber nun zur dritten Staffel von 13 REASON WHY – TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT. Die Macher sind von einer Serie um Teenagerselbstmord zu einem halbherzigen Krimi übergegangen. Diese Serie hätte nach der ersten Staffel enden MÜSSEN. Die dritte Staffel ist an Absurdität kaum zu übertreffen. Klar, dass wir im Jahr 2019 nun die Abschiebegeilheit der Trump-Regierung mit zu den zahlreichen gesellschaftlichen Problemen hinzufügen müssen, denn die Serie will ja absolut jedes mögliche Problem behandeln, mit dem ein junger Mensch konfrontiert werden könnte.

Einen negativen Beigeschmack hinterlässt auch die Storyline um Tyler. Die meisten Amokläufer in den USA werden nicht nur durch Mobbing zu dem, was sie sind und es reichen dadurch auch nicht ein paar Freunde, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Also ist es vermutlich auch keine gute Idee, sich einem „Freund“ mit einer Waffe in den Weg zu stellen und an seine Freundschaft zu plädieren. Aber das ist noch nicht einmal mein größtes Problem mit der Serie.

Man stelle sich vor: eine Gruppe von Teenagern ist durch zahlreiche dunkle Geheimnisse miteinander verbunden. Keiner will reden, jeder hat seine zusätzlichen Probleme. Doch dann kommt eine neugierige neue Mitschülerin auf den Plan, die gerne lauscht und sich doch innerhalb von ein paar Wochen in die Herzen aller pflanzt und so viel weiß, dass sie direkt die Erzählerin der Staffel wird. Ähm, Hä? Grace Saif spielt die Rolle der Ani zwar ganz gut, aber ihre ganze Existenz ist nur der Ersatz von Hannah und das nervt extrem.

Und die Grundfrage ist natürlich auch: Verdient ein Charakter wie Bryce es, eine Staffel lang zu zeigen, dass auch ein böser Mensch gute Seiten haben kann, nur um am Ende zu zeigen, dass er sich eigentlich nicht ändern kann und den Tod verdient hat?

Ich gebe noch ein bisschen Lob für halbwegs gelungene Darbietung der Schauspieler und den Versuch, die Zeitlinien filmisch voneinander abzugrenzen, aber das war es leider auch schon. Mal sehen, was die kommende vierte Staffel noch auf den Plan ruft.

Die dritte Staffel von 13 REASON WHY – TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT steht auf Netflix zum Abruf bereit.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Netflix

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.

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