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KALTER SCHWEISS (1970)

Bronson schwitzt aber nur wenig

Von Action verstand James-Bond-Regisseur Terence Young (DR. NO; 1962/ LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU; 1963/ FEUERBALL; 1965) etwas. Und so sind es in dem 1970 von ihm inszenierten Film KALTER SCHWEISS auch die Handgreiflichkeiten und Verfolgungsjagden, die überzeugen.

Ansonsten ist der französisch-italienische Thriller alles andere als frei von Schwächen. Neben ein paar Längen stören vor allem die stellenweise ziemlich bescheuerte Handlung sowie ein nerviges Frauenbild. Für leichte Unterhaltung für zwischendurch ist der Film aber dennoch zu gebrauchen.

Inhalt

Joe Martin (Charles Bronson) lebt an der Côte d’Azur und bringt reichen Leuten Bootfahren bei. Mit seiner schönen Frau Fabienne (Liv Ullmann) kriselt es zwar etwas, weil sie sich allein zuhause langweilt, während er lange arbeitet, doch insgesamt hat Joe Martin ein schönes, ruhiges Leben. Bis ihn seine Vergangenheit eines Tages einholt.

Vier Gangster, die er früher einmal im Stich gelassen hatte, dringen in sein Haus ein und wollen sich für damals revanchieren. Außerdem brauchen sie Martins Boot für Schmuggeleien. Martin will seine Frau und seine Adoptivtochter schützen und schaltet raffiniert nach und nach seine früheren Komplizen aus.

FAZIT

Neben Regisseur Terence Young hat KALTER SCHWEISS noch weitere Stars zu bieten. Die Hauptrolle wurde mit Charles Bronson besetzt, der – mit beeindruckendem Bizeps und dicken Stiervenen – seine Rolle wie gewohnt stoisch spielt. Bronsons Ehefrau Jill Ireland ist auch mit dabei, sie gibt die Hippie-Braut des Antagonisten, der von James Mason gespielt wird. Bekannte Namen also.

Der große Star des Films ist aber eigentlich – zumindest für Cineasten – Liv Ullman: Ingmar Bergmanns Muse. Vier Filme hatte sie mit dem schwedischen Regiegenie gedreht, bevor sie mit KALTER SCHWEISS neue Wege ging. Es macht geradezu traurig zu sehen, wie sie nach solch großen Leistungen in Meisterwerken hier komplett unterfordert ist. Ihre Rolle ist ein blondes Dummchen, voller Frauenklischees der 1970er-Jahre. Eigentlich muss sie die ganze Zeit die Befehle der Männer ausführen und macht dies meistens unvollständig oder falsch, wofür sie von den Männern stets eins drüberkriegt. Sie muss sich überwiegend beschützen oder als Druckmittel einsetzen lassen. Aus so einer oberflächlichen Rolle eine interessante Figur herauszuarbeiten, ist auch für eine Schauspielerin von Ullmanns Format ein Ding der Unmöglichkeit.

Auch wenn die Grundidee des Plots seine Reize hat – Mann wird von seiner Vergangenheit eingeholt und muss die Gangster auf raffinierte Weise loswerden – hapert es bei KALTER SCHWEISS doch an der konkreten Umsetzung. Zu konstruiert ist die Handlung, zu schwach die Motive der Personen, zu wenig nachvollziehbar ihre Taten. Von Spannung kann, was die Story angeht, auch keine Rede sein. Es gibt kaum Geheimnisse oder Unsicherheiten, wie der weitere Verlauf des Films aussehen könnte.

Gelungen sind allerdings die Kampfszenen und eine lange Verfolgungsjagd. Die Prügeleien wirken echt und alles andere als aufgesetzt. Es sind keine kinohaften Choreografien, sondern kurze, heftige Ausbrüche. Damit wirken sie sehr realistisch. Ebenso die wilde Fahrt auf steinigen Landstraßen in den Bergen. Immer wieder verliert Bronson die Kontrolle über sein Fahrzeug. Vor allem in diesen Szenen macht der Actionthriller Spaß.

KALTER SCHWEISS ist seit dem 12. März 2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich. Die Extras können sich sehen lassen. Neben langen Interviews gibt’s auf der DVD Trailer, eine Bildergalerie und Featurettes.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Koch Media

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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