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GEMINI MAN (2019)

Klon-Sci-Fi-Thriller mit Will Smith in einer Doppelrolle

Der Science-Fiction-Thriller GEMINI MAN behandelt hinter seinem Actionplot vor allem die Frage, ob man Menschen klonen darf. Es geht (mal wieder) um die Erschaffung perfekter Soldaten und das Gottspielen durch die Manipulation der DNA. Damit nimmt sich GEMINI MAN eines typischen Dystopie-Themas an, das bei Weitem nicht neu ist, doch der Film setzt es unterhaltsam und interessant um.

Die Hauptrolle spielt Will Smith, seinen Kontrahenten Clive Owen. Regie führte Ang Lee (TIGER & DRAGON/ LIFE OF PI). Er benutzte für den Film das neuartige High-Framerate-Verfahren mit 60 statt 24 Bildern pro Sekunde. Das sorgt auf der visuellen Ebene für eine neuartige Wirkung.

INHALT

Henry (Will Smith) ist der beste Killer der Welt und arbeitet für die amerikanische Agency DIA. Viele Menschen hat er in ihrem Auftrag schon ermordet. Sein jüngstes Opfer, mit einem perfekten Schuss in einem fahrenden Zug getötet, war ein Biotechnik-Terrorist. Es soll aber sein letztes gewesen sein: Henry will in den Ruhestand.

Doch Henry dann erfährt von einem Freund, dass sein letztes Ziel angeblich kein Terrorist gewesen ist, sondern ein Biochemiker in Diensten des DIA. Kurz darauf ist der Freund tot, und auch auf Henry wird ein Anschlag verübt. Mit einer Agentin (Mary Elizabeth Winstead), die zufällig hineingezogen wurde, geht Henry den Machenschaften des DIA und den Spuren seines letzten Opfers nach. Ein Mann (ebenfalls Will Smith) folgt ihm und versucht immer wieder, ihn zu töten. Und der Killer sieht Henry zum Verwechseln ähnlich…

FAZIT

Solche Actionszenen wie in GEMINI MAN hat man selten so gesehen. Sie sind nicht unbedingt besser oder beeindruckender als von vergleichbaren Filmen, doch sie wirken anders und sehen anders aus. Sie erscheinen irgendwie künstlich, verbreiten ein wenig Gamer-Atmosphäre, ahmen sie doch oft die von Computerspielen vertrauten Bilder nach – nicht nur wenn beim Schießen oder Motorradfahren aus der Ego-Perspektive gefilmt wird oder mit der Sicht durch die Wärmebildkamera durch Tunnel gerannt wird. Auch die sonstige Inszenierung der Actionszenen wirkt oft wie die Zwischensequenzen in Games.

Möglicherweise liegt dies an dem neuen High-Framerate-Verfahren, mit dem GEMINI MAN gedreht wurde, dass diese Szenen so anders wirken. Vielleicht aber auch an den diversen digitalen Effekten, die den Film durchziehen. Allein für den jungen Will Smith (den Klon) wurde tief in die Trickkiste gegriffen, von den rasanten Kampfszenen und Verfolgungsjagden ganz zu schweigen.

Ob diese ungewohnte Art der Actiondarstellung gefällt, muss jeder für sich entscheiden. Ungewöhnlich ist sie auf jeden Fall. Doch Ang Lee legt den Fokus seines Films nicht nur auf die durchaus mitreißende Action. Er lässt sich auch Zeit für die Figuren, für ihre Gewissensfragen, ihre moralische Sicht. Er beschäftigt sich mit dem Thema des Klonens – jetzt nicht unbedingt auf hochphilosophische und ausgiebige Weise, aber eben gerade so, dass es nicht durch zu viel Theorie die genreübliche Unterhaltung stört, den Film aber über einen reinen Actionfilm hinaushebt.

Die Handlung allerdings torpediert sich selbst. Henry begibt sich auf der Suche nach der Wahrheit zu Orten auf der ganzen Welt – und geht erst ganz zum Schluss zum offensichtlichen Antagonisten, obwohl er von Anfang an wusste, dass dieser dahintersteckt. Man darf sich also fragen, warum Henry nicht sofort zu dem Mann gegangen ist, den er für alles verantwortlich weiß. Stattdessen klappert er viele andere Personen ab, von denen er aber nichts grundlegend Neues erfährt. Hinzu kommt, dass Henry sich bei seiner Recherche auch nicht besonders anstrengt, um Neues zu erfahren. Die meisten Wendungen ergeben sich aus glücklichen Zufällen. So erscheint der Protagonist recht passiv. Das ist für einen Sci-Fi-Thriller etwas schwach.

GEMINI MAN ist seit dem 13. Februar 2020 auf DVD, Blu-ray und als VoD erhältlich. Als Extras gibt’s auf der DVD mehrere Trailer und Features.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Paramount Pictures

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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