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X-MEN: DARK PHOENIX (2019)

Der finale Flügelschlag eines Franchise

Kann man wirklich ein und dieselbe Story zwei Mal versemmeln? DARK PHOENIX möchte es wissen und man vieles besser als noch X-MEN 3: DER LETZTE WIDERSTAND. Doch so richtig überzeugt scheint der Film von sich offenbar nicht mal selbst zu sein. Immerhin ist die Neuauflage näher an der Comicvorlage und fokussiert sich in ihrer knackig-kurzen Länge auf das Erzählen eines (sehr gradlinigen) Handlungsstrangs.

INHALT

Nach der erneuten Rettung der Menschheit und Vernichtung von Apokalypse sind die Mutanten akzeptierte Bewohner der Erde und gefeierte Helden. Missgunst gegenüber ihnen herrscht dennoch. Wie fragil diese Lage wirklich ist, zeigt sich nach einer Rettungsaktion im Weltall: Astronauten auf einer Raumstation schweben in Gefahr und der Präsident der Vereinigten Staaten bittet die X-Men um Hilfe. Diese eilen hin und können alle retten. Jedoch kommt Telepathin Jean Grey (Sophie Turner) mit einer unbekannten Strahlung in Kontakt.

Die Strahlung aktiviert Jeans volles Potential. Sie wird unkontrollierbar und verletzt Unschuldige. Dadurch entbricht die Diskussion über die Mutanten erneut. Die X-Men haben keine Wahl. Sie müssen ihre Freundin Jean aufhalten – und entzweien sich darüber…

FAZIT

X-MEN: DARK PHOENIX ist solide Science-Fiction-Action, aber leider auch so halbgar wie unspektakulär. Regisseur Simon Kinnberg setzt dieses Mal nicht auf eine epische Materialschlacht mit Überlänge. Man beschränkt sich auf das Wesentliche: Konflikte zwischen Freunden, die Suche nach der eigenen Identität und eine drohende Gefahr für die ganze Menschheit, die darüber hinaus auch noch aus den eigenen Reihen stammt.

Der Hauch der Gesellschaftskritik, der substantiell für die X-Men-Geschichten ist, verdunstet in X-MEN: DARK PHOENIX schon sehr früh. Löblich ist, dass Kinberg sich traut, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und die einschneidende Handlung um Jean Grey werkgetreuer zu erzählen versucht. Es fühlt sich jedoch an, als hätte das Franchise am Ende seine Puste vollends verloren. Vielleicht auch, weil der neue Besitzer Disney als dunklerer Vorbote eines drohenden Relaunches bereits an Produktionstüren klopft. Vielleicht hat sich das Franchise aber nach all den Jahren einfach selbst abgeschafft?

Der Film ist ein Aufeinandertreffen der X-Men, die eine weltweite Gefahr einmal mehr unter sich und nahezu außerhalb des Blickfelds der Öffentlichkeit ausmachen. Jean Grey reist dabei von A nach B, flüchtet vor ihren Freunden, trifft sich mit Mangeto und erhält nur wenig Hilfe. Zwischen den Dialogen lassen die Mutanten ihre Kräfte spielen und reisen weiter. Statt Materialschlacht werden diesmal große Namen, wie Michael Fassbender, James McAvoy oder Jennifer Lawrence verbrannt. Keiner kann sein Schauspielpotential in diesem Stelldichein wirklich entfalten. Zu allem Überfluss plätschert die Handlung trotz der geringen Laufzeit geradezu dahin. Die hohe Kunst, nichts zu erzählen, obwohl viel passiert, schöpft DARK PHOENIX voll aus.

Was DARK PHOENIX fehlt, ist ein Ansatz, eine Idee, die Interesse weckt. So etwas, wie es LOGAN, DEADPOOL und auch ZUKUNFT IST VERGANGENHEIT boten. Statt dessen setzt man erneut auf optische Erstklassigkeit, langweilt uns aber einmal mehr mit einer Story, die einen viel zu gradlinigen Verlauf hat. Viele Szenen dienen dazu, noch einmal jedem Helden und Schurken einen Moment zu schaffen. Unterbewusst schließt die Reihe so mit sich selbst ab, ohne eine überzeugendes Ende zu liefern.

Soll das wirklich ein krönendes Ende für fast 20 Jahre X-Men gewesen sein? Nein, Sir. Hier wird ein Franchise zu Grabe getragen – vielleicht ein Abgang mit Herz, aber ohne Substanz.

X-MEN: DARK PHOENIX ist seit dem 17.10.2019 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial 20th Century Fox

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