Die fünf besten Filme von Steven Spielberg

Wie beginnt man ein Ranking über Filme eines Regisseurs, der so groß ist, dass man gar nicht weiß, welches Werk man überhaupt in die besten Fünf aufnehmen soll? Vielleicht beginnen wir ganz vorne: Steven Spielberg wurde am 18. Dezember 1946 in Cincinnati geboren. Kaum zehn Jahre später erhielt er von seinem Vater eine 8mm-Kamera. Der Rest ist Geschichte.

Okay, mal im ernst: Spielbergs Filme begleiten mein Leben, seit ich denken kann. Das liegt nicht nur daran, dass er bei unfassbar vielen Filmen Regie geführt hat, sondern auch als Produzent bis heute Hollywood prägte. Dabei legte er sich nie richtig auf ein Genre fest. Vielmehr gehört er zu den Großen, die ihre Stärken in der Vielfalt ausleben konnten. Und so gehört der Horror-Meilenstein DER WEISSE HAI (1975) ebenso zu seinen Werken, wie die effektvolle JURASSIC PARK-Reihe, das rührend-komische Drama TERMINAL (2004), der Klamauk-Film 1941 – WO BITTE GEHT’S NACH HOLLYWOOD (1981) oder die historischen Spielfilme BRIDGE OF SPIES (2015), LINCOLN (2012) sowie natürlich DER SOLDAT JAMES RYAN (1998).

Doch all diese Filme haben es in dieses Ranking nicht geschafft. Nein, das subjektive Kind wurde von ganz anderen Steven Spielberg Filmen geprägt:

 

Nummer 5: HOOK (1991)

Zunächst dürfen wir froh sein, dass dieser Fantasy-Spaß so geworden ist, wie wir ihn kennen. Denn HOOK wurde ursprünglich als Musical geplant. Ja es wurden sogar schon alle Musikszenen abgedreht. Doch Spielberg entschloss sich am Ende dagegen und schnitt die Lieder heraus. Und so entstand das bis heute wohl beste Sequel eines berühmten Märchens.

Die Peter Pan-Story ist auch einfach großartig und absolut zeitlos. Denn noch heute gibt es kleine und große Kinder, die nicht erwachsen werden wollen. Herrlich ironisch: In HOOK, der losen Disney-Fortsetzung zu J. M. Barries „Peter Pan“ ist es ausgerechnet dem Kind passiert, das als ein strahlend-fliegendes Vorbild für diesen magischen Wunsch steht. Peter (Robin Williams) ist ein Geschäftsmann geworden, hat eine Familie gegründet und alles aus dem Nimmerland vergessen. Zu Weihnachten kehrt er nach Jahrzehnten zurück in das Haus, in dem er als Waisenjunge aufgewachsen ist. Dort wartet seine Ziehmutter Wendy (Maggie Smith) auf ihn. Doch bevor das besinnliche Fest überhaupt losgehen kann, entführt Captain Hook (Dustin Hoffman) Peters Kinder Jack und Maggie. Während Peter sich noch wundert, dass die Geschichten aus einem Buch wahr sind und er der Hauptdarsteller ist, landet er schon, dank Tinkerbell (Julia Roberts), in Nimmerland. Hier muss er das „Spiel“ von einst wieder neu lernen…oder vielmehr wieder Kind werden, um seine Kinder retten zu können.

Robin Williams, der als „alter Sack“ und Dustin Hoffman als charismatischer Pirat ergeben ein fabelhaftes Gegner-Duo. Und dem Film selbst gelingt es, das Märchen auf eine neue Ebene zu heben ohne mit alten Traditionen zu brechen. Kurzum: HOOK ist ein humorvoll-zauberhaftes Werk mit einem großartigen Cast.

 

Nummer 4: INDIANA JONES UND DER LETZTE KREUZUG (1989)

Tatsächlich gehören in Spielbergs Filmografie auch die mittlerweile vier INDIANA JONES-Filme. Und natürlich sind auch die ersten beiden Teile fantastische Abenteuerfilme. Doch der dritte Teil ragt meiner Meinung nach heraus. Das liegt einmal mehr an einem geschickten Casting. Denn Harrison Ford alias Indiana Jones ist nun nicht mehr der einzige Doktor Jones. Sein Vater mischt mit. Der wird gespielt von Sean Connery. Und das auf eine so britisch-trockene Art, dass gleich in der ersten Szene mit ihm die Lachtränen in Strömen fließen werden. Den Rest des Films versuchen Vater und Sohn den heiligen Gral zu finden, bevor es die Nazis tun. Dabei reisen sie quer durch die Welt, lassen sich Autogramme vom Führer geben und diskutieren über Uhrzeiten und Himmelsrichtungen. Wahrlich ein aufregender Augenschmaus für die Seele.

 

Nummer 3: E.T. – DER AUSSERIDISCHE (1982)

Wer kennt es nicht? Da landet man auf einem fremden Planeten, das Raumschiff ist hin und natürlich nirgendwo hat man Netz. Tjoar. So ergeht es dem kleinen Außerirdischen E.T. Der heißt wahrscheinlich gar nicht so. Denn „E.T.“ steht ja nur für „Extra Terrestrial“ – also für Außerirdischer. Das Problem kannte Gordon Shumway auch schon, den alle nur ALF (kurz für „Außerirdische Lebensform“) genannt haben. Aber wieder zurück zu Spielbergs Film. Hier findet eine Gruppe von Kindern eben jenen Alien und hilft ihm, Kontakt mit seinen Leuten aufzunehmen. Natürlich werden alle irgendwann von der Regierung gejagt. Wie gut, dass Fahrräder fliegen können.

In diesem rührenden Science-Fiction Märchen hat Drew Barrymore ihren ersten großen Auftritt. Die dachte während der Dreharbeiten, dass es E.T. wirklich gibt. Und so ist keine Träne gespielt. Da weint man gleich noch ein zweites Mal, wenn man bedenkt, was gerade gegen Ende alles passiert. E.T. – DER AUSSERIDISCHE hat mich jedenfalls als Kind ziemlich verstört. Es war übrigens mein erster Film von Steven Spielberg. Man könnte noch so viel mehr über diesen Film erzählen, etwa wie eindringlich er die kindliche Gefühlswelt erfasst wird oder die Tatsache, dass das Computerspiel zu diesem Film unfassbar schlecht ist. Aber am Ende bleibt vor allem eines: Das Werk selbst. Der Film ist ein Meilenstein der Filmgeschichte – auf so vielen Ebenen. Halten wir E.T. deswegen ganz doll fest und lassen ihn nie wieder los.

 

Nummer 2: SCHINDLERS LISTE (1993)

Nach viel Spaß und Lachtränen kann ein würdevoller Übergang zu diesem Werk eigentlich nur scheitern. Denn SCHINDLERS LISTE ist ein durchweg ernster, wenn nicht gar schockierender Film. Kein anderer verstand es bisher, die Gräueltaten des Nationalsozialismus im zweiten Weltkrieg so realistisch einzufangen. Der Film ist (beinahe) durchweg in schwarzweiß gedreht. Zurecht! Denn es ist ein dunkles Kapitel, das hier aufgeschlagen wird: Menschen werden eingesperrt, erniedrigt, ausgebeutet und ermordet. Daran ist nicht schön. Die Geschichte ist nicht unterhaltsam. Der Film ist ein Kampf. Doch man darf, nein man kann nicht wegsehen. Denn bei all dem Schlimmen, das in SCHINDLERS LISTE gezeigt wird, schwebt ein bedrohendes Damoklesschwert darüber: Alles ist wirklich passiert.

Zum Glück auch die Tat eines Unternehmers, der zum richtigen Zeitpunkt eine Kehrtwende in seinem Denken einnahm: Oskar Schindler, ohne Frage Oscar-reif gespielt von Liam Neeson, rettet 1200 Juden vor dem sicheren Tod. Ihm wird mit diesem Werk ein Denkmal gesetzt. Für Steven Spielberg, selbst ein Jude, war dieses Drama ein Herzensprojekt. Mit den Einnahmen gründete er die Shoah Fundation. Der Film selbst erhielt sieben Oscars – alle verdient!

 

Nummer 1: DIE FARBE LILA (1985)

Spätestens jetzt bin ich mir bewusst darüber, was die Filme von Steven Spielberg so großartig machen: Der Regisseur spielt mit meinen Gefühlen und ich lasse es jedes Mal zu. Seine Geschichte bewegen mich, ergreifen mein Innerstes. Die Folge: Am Ende kullern Tränen. So auch in DIE FARBE LILA nach dem gleichnamigen Roman von Alice Walker.

Die Geschichte der naiven Celie (Whoopie Goldberg), die Zeit ihres Lebens fremdbestimmt wird und nur wenig Glück hat, bewegt. Wir sehen die Afroamerikanerin zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Sie wächst unter grausamen Bedingungen auf, wird früh mit Albert (Danny Glover) verheiratet, der sie wie einen Gegenstand behandelt, und muss sich dann auch noch von ihrer geliebten Schwester trennen. Doch das ist nur der Anfang eines steinigen Lebens. Am Ende jedoch scheint die Gerechtigkeit gesiegt zu haben. Bis es jedoch soweit ist, erleben wir viele packende, schöne, aufwühlende, schreckliche, undankbare und ganz und gar grässliche Momente. Haltet aus, am Ende werdet ihr belohnt.

Und welchen Film von Steven Spielberg mögt ihr am liebsten. Macht doch mal eure eigene „Top Fünf“ in den Kommentaren. Wir sind gespannt.

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