DER HONORARKONSUL (1983)

Prominent besetzte Literaturverfilmung

Eine ganze Reihe prominenter Namen findet man bei DER HONORARKONSUL vor und hinter der Kamera. Der Film basiert auf einem Roman von Graham Greene. Der Theme-Song stammt von Paul McCartney und John Williams. Regie führte John Mackenzie. Und für die Hauptrollen konnte der Film neben Bob Hoskins Richard Gere und Michael Caine gewinnen. So weit, so vielversprechend. Doch ein gelungenes Meisterwerk ist bedauerlicherweise nicht wirklich daraus geworden.

INHALT:

Der Arzt Eduardo Plarr (Richard Gere) lebt seit einiger Zeit in der argentinischen Stadt Corrientes. Er versucht schon länger, Informationen über seinen vermissten Vater zu bekommen, doch selbst der Polizeichef Colonel Perez (Bob Hoskins) kann ihm nicht weiterhelfen.

Plarr lernt den britischen Honorarkonsul Charley Fortnum (Michael Caine) kennen und freundet sich mit ihm an. Kurz darauf heiratet Fortnum die sehr junge Clara (Elpidia Carrillo), auf die Plarr schon ein Auge geworfen hatte, seit er sie einst in einem Bordell sah. Trotz der Freundschaft zu Fortnum beginnt Plarr eine Affäre mit der Frau seines Freundes.

FAZIT:

Man merkt es schon an der Inhaltsangabe: Die Handlung wirkt etwas wirr, durcheinander und unzusammenhängend. Und tatsächlich scheint auch der Film am Anfang recht unausgegoren zu sein. Die Story steuert keine bestimmte Richtung an, sondern dümpelt zwischen einer Liebesgeschichte und einem Politthriller hin und her. Erst langsam schält sich der klare Umriss der Geschichte heraus. Irgendwann kommen die ganzen losen Fäden, die am Anfang so scheinbar willkürlich nebeneinanderlagen, zusammen und ergeben doch noch ein in sich stimmiges Bild.

Wobei vieles trotzdem unklar bleibt: Wieso baut Plarr nur durch einen einzigen Blick im Bordell eine so enge Bindung zu Clara auf? Was ist Claras Interesse an der Affäre mit Plarr, nachdem sie doch gut geheiratet hat und da sie Plarr weder liebt noch sich bezahlen lässt?

Auch wenn in der zweiten Hälfte des Films die Fäden zusammenlaufen: Diese anfängliche gefühlte Willkür der Erzählung in Kombination mit dem sehr langsamen und ruhigen Erzähltempo tut dem Film nicht besonders gut. Wirkliche Spannung kommt nur sporadisch auf – selbst wenn die Geschichte weiter fortgeschritten ist. Sehenswert sind allerdings die tollen Schauspielerleistungen, besonders von Michael Caine. Richard Gere hingegen kann in der Hauptrolle nicht vollends überzeugen. Am Schluss kommen schließlich noch interessante Fragen über Moral und Verantwortung auf, die dem Film eine wohltuende Tiefe verleihen. Auch ist das Ende der Geschichte nicht weichgespült, sondern angemessen und doch rührend inszeniert, ohne in Kitsch zu verfallen. Retten kann das die vorherige Trägheit der Inszenierung aber nicht.

DER HONORARKONSUL ist seit dem 10.01.2019 in sehr guter Bildqualität auf Blu-ray und DVD erhältlich.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Koch Media

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Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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