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BILLIONAIRE BOYS CLUB (2018)

Kleine Jungs spiele große Player

Es könnte so witzig sein, wenn es nicht eine wahre Geschichte gewesen wäre: BILLIONAIRE BOYS CLUB erzählt von reichen Jungs, die in den 1980ern das große Geld verdienen wollen. Ihre Idee dafür ist so genial wie fahrlässig.

INHALT

Dean Karny (Taron Egerton) und Joe Hunt (Ansel Elgort) sind seit der Highschool Freunde. Beide haben es dank einer guten Ausbildung geschafft, als Emporkömmlinge in der Gesellschaft der Reichen zu bestehen. Doch ein ganz großer Durchbruch blieb für beide bisher aus: Der intelligente Joe arbeitet an der Börse und wohnt noch bei seinem Vater. Sein gewitzter Kumpel Dean hält sich mit teuren Autoimporten über Wasser und pflegt die Gesellschaft zu einer Gruppe von reichen Jungs.

Als sich beide nach Jahren wiedertreffen, wollen sie gemeinsam durchstarten. Sie überzeugen die anderen jungen Männer davon, in ihre Geschäftsidee zu investieren und gründen den BBC, den Billionaire Boys Club. Durch Verbindungen zu Freunden der Väter gewinnen sie das Vertrauen andere Investoren. Doch die Versprechungen von hohen Renditen können sie bald nicht mehr erfüllen. Als sich dann auch noch ihr Hauptgeldgeber, der exzentrische Investor Ron Levin (Kevin Spacey), als Betrüger entpuppt, bricht ihre fragile Geschäftsidee wie ein Kartenhaus zusammen.

FAZIT

BILLIONAIRE BOYS CLUB ist ein Drama und Thriller nach einer wahren Begebenheit. Als Vertreter eines Genres, in dem echte Verbrechen, über die man nur den Kopf schütteln kann, erzählt er in manchmal cool präsentierten, manchmal erzählerisch komplexen Szenen von Aufstieg und Fall. In diesem Fall sind es zwei Freunde, die durch ein Schneeball-artiges Investitionsmodell zu großem Reichtum kommen. Den haben sie jedoch nur auf dem Papier. Und genau hier liegt bald ihr Problem: Sie geben Geld aus, dass sie nicht haben – ja nie hatten.

Kevin Spacey ist ihr großer Gegenspieler. Er mimt die Rolle, die er beherrscht, wie kaum ein Zweiter: das durchtriebene, erfolgreiche Arschloch. Es braucht jedoch eine Weile, bis die Jungs das kapieren. Genau dann ist jedoch alles zu spät. Eine Abwärtsspirale beginnt: Ab hier wird aus dem American Way of Life ein dramatischer Thriller mit kleinen Morden, in dem sich irgendwann die Freunde selbst zerfleischen. Scheiß auf die Freundschaft, wenn man seinen eigen Arsch retten kann. So sind sie eben, die Machtsüchtigen und Gierigen.

Trotz der soliden Inszenierung und der fabelhaften Arbeit der Schauspieler gelingt es dem Film nicht, alle Fragen zu beantworten. Gerade die Art, wie die Freunde das Geld investieren, wird nur am Rande erwähnt. Der Fokus liegt zu stark auf Liebesgeschichten und Sitestories. Und selbst diese sind zu oberflächlich und unsauber erzählt. Der Film verliert sich gar in Taten, dessen Gründe dem Zuschauer verborgen bleiben. Hier bleibt viel Raum für Spekulationen übrig, um sich die Zusammenhänge selbst erschließen zu müssen. Vielleicht sind 108 Minuten für so eine komplexe Geschichte auch zu kurz angelegt? Vielleicht liegt es aber auch darin verborgen, dass es keine Figur schafft, Sympathie zu entwickeln?

Am Ende hat man das Gefühl, einen guten Film gesehen zu haben. Aber man hat noch lange nicht kapiert, was da wirklich vorgefallen ist. Das weckt Unbefriedigung, die diese wirklich interessante Geschichte, auf der alles basiert, nicht verdient hat. Nichtsdestotrotz stimmt die Verpackung: Tolle Schauspielerleistung, smart-elegantes 80er-Setting und eine stimmige musikalische Untermalung.

BILLIONAIRE BOYS CLUB ist seit dem 13.09.2019 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Universum Film

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