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DER KÖNIG DER LÖWEN (2019)

Gut gebrüllt, Löwe!

Ein perfekter Zeichentrickfilm aus den 1990ern verwandelt sich in ein CGI-Epos: KÖNIG DER LÖWEN ist Disneys neustes Remake, dass von dem Ruhm alter Tage zerrt. Das Ergebnis ist ein freches Plagiat, dass in sich funktioniert, jedoch wenig verbessert – bei einer so starken Vorlage ohnehin schwer möglich.

INHALT

Löwenjunge und baldiger Thronfolger Simba wird übel mitgespielt. Sein Onkel Scar lässt ihn glauben, dass Simba für den unglücklichen Tod seines Vaters verantwortlich ist. Er flieht, sein Onkel wird König und das Reich, in dem die Tiere im Einklang lebten, verödet.

Simba lernt Timon und Pumbaa kennen. Zwei Aussteiger, die ihm die Schönheit des Lebens näherbringen. Dann taucht Löwin Nala, Simbas beste Freundin, auf und berichtet ihm, was in den letzten Jahren passiert ist. Nun, da Simba ein ausgewachsener Löwe ist, beschließt er, seinen Onkel zu stürzen…

FAZIT

Die Sonne geht auf, eine Stimme erhebt sich, Tiere kommen zu einem Felsen und verneigen sich vor einem neuen Königskind. Ein ikonischer, ein perfekter Einstieg in einen Film, den wir bereits aus dem Zeichentrickfilm DER KÖNIG DER LÖWEN aus dem Jahre 1994 kennen. In dieser Version darf diese Szene natürlich nicht fehlen. Leider markiert der Einstieg bereits das Problem der gesamten Inszenierung: Der animierten Version hat weder Emotion noch Charme.

Die Darstellung der Tiere ist realistisch, deren Mimik hingegen steif. Wenn sie sprechen, fehlt, so blöd es in diesem Setting klingt, das Menschliche. Das beeinflusst die Dynamik zwischen den Figuren. Es mag einmal mehr meckern auf hohem Niveau zu sein, aber wer den Anspruch hat, eines der eigenen Werke noch besser und moderne zu machen, darf im Ergebnis nicht das verlieren, warum wir den KÖNIG DER LÖWEN so mochten: Es waren die sympathischen Figuren, die sich schrecklich Fürchten, herzlich lachen und eine theatralisch Albernheit in sich tragen. All das kommt durch den Drang zum Realismus zu kurz.

Vielleicht hätte man eine andere Wirkung erzielen können, wäre der Film konsequenter inszeniert wurden: Beispielsweise dadurch, dass man auf Dialoge verzichtet hätte und tatsächlich eine Geschichte in einer natürlichen Tierwelt angesiedelt hätte. Dann wäre es eine völlig neue Interpretation gewesen, die Mut und Innovation bewiesen hätte. Statt dessen begnügt sich der optisch schöne Film damit, bekannten Elementen „nur“ einen neuen Anstrich zu geben.

Die berühmten Stücke von Elton John dürfen da natürlich nicht fehlen. Jener hat extra zum Remake auch ein neues Lied komponiert – es ist das Schwächste. Und auch bei den anderen Liedern hapert es wieder in der Inszenierung. Wer nicht gut in Mimik ist, dem kaufen wir auch nicht ab, dass die tollen Töne gerade aus ihm herauskommt. Andersherum gesprochen: Schöne Musik, die Erinnerungen weckt, hier jedoch keine neuen Emotionen erzeugt. Schuld ist auch diesmal die schicke Realoptik.

Auch wenn die Geschichte ist hingegen souverän erzählt ist, verliert sie durch den Realismus ihre albern-kindliche Note. Vor allem Kinder, die das Original noch nicht kennen, werden sich in diesem Film und seine Figuren verlieben. Doch vermutlich wird er keine Kindheit prägen – nicht wie damals das Original oder heutzutage DIE EISKÖNIGIN.

DER KÖNIG DER LÖWEN ist ab dem 21.11.2019 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Disney

© Disney

Moin! Ich bin der Filmaffe. Den Blog hab ich mir ausgedacht. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.

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