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DIE SENDUNG MIT DER MAUS – limitiere Sammleredition & Interview mit Anna-Lena Vogel

Lach- & Sachgeschichten mit klickenden Augen

DIE SENDUNG MIT DER MAUS ist auch nach guten 45 Jahren eine Instanz im deutschsprachigen Kinderprogramm. Mit der Mischung aus kleinen Cartoons, Liedchen zum Mitsingen, wundervollen Geschichten von kleinen Maulwürfen und großen Bären sowie informativen Filmchen, die die Welt kindgerecht erklären, versteht es die Sendung wie keine Zweite im deutschen Fernsehen den pädagogischen Bildungsauftrag mit liebevoller Kinderunterhaltung zu verknüpfen.

Nun präsentiert die WDR Media Group eine Best of der Sendung in einer schicken Metallbox. Filmaffe Jörg hat sich die Box mal genauer angeschaut und mit Maus-Mitarbeiterin Anna-Lena Vogel gesprochen.

Im Gespräch mit Anna-Lena Vogel

Anna-Lena Vogel ist im Grunde die Frau für alle Fälle bei der FLASH Filmproduktion von Armin Maiwald, dem Erfinder der Maus, und Jan Marschner. Jörg hat sich mit ihr über ihre Arbeit bei der Maus unterhalten und ein interessanten Einblick hinter die Kulissen der Produktion von DER SENDUNG MIT DER MAUS erhalten.

Was sind Deine Aufgaben bei DER SENDUNG MIT DER MAUS?

Ich arbeite für eine Produktionsfirma, die einen Teil der Sachgeschichten für „Die Sendung mit der Maus“ produziert. Das sind all die Geschichten, die von Armin gesprochen werden.

Was genau ich da mache, ist gar nicht so einfach zusammenzufassen. Bezeichnet wird es mit den viel- oder nichtssagenden Worten Kamera-, Regie- und Produktionsassistenz.

Wenn die beiden Regisseure Armin Maiwald und Jan Marschner ein Thema mit der Maus-Redaktion vom WDR abgesprochen haben, ist es in Teilen meine Aufgabe das Thema zu recherchieren. Das heißt erst einmal viel lesen, Ansprechpartner suchen und herausfinden wie etwas funktioniert.

Wenn ich das mit dem jeweiligen Regisseur besprochen habe, entscheidet der, was wir im Film zeigen wollen und wie er aussehen soll. Bei schwierigen Themen ist das nicht mit einem Gespräch getan, da wirft eine gelöste Frage zehn neue auf. Die Basis jeder Geschichte ist, alles verstanden zu haben. Auch wenn ganz viel davon am Ende auf das Grundlegende runtergebrochen wird, wenn man es nicht verstanden hat, kann man es auch nicht einfach erklären. Da kann es schon mal passieren, dass ich einen Ansprechpartner fünf Mal anrufe: „Wie das und das funktioniert habe ich verstanden, aber was bedeutet das für dies und jenes, warum ist das nicht so oder so?“

Wenn alle Fragen die uns wichtig erscheinen geklärt sind, überlegen sich die Regisseure, was wir für den Film brauchen und ich verabrede Drehtermine mit den Leuten die uns etwas zeigen, besorge Requisiten (gerade habe ich halb Köln nach einem großen gelben Gymnastikball durchforstet), manchmal bastele ich auch an den Modellen mit oder überlege wie man etwas überhaupt auf die Modellebene bringen kann. Da sind oft alle in der Firma miteinbezogen und jeder bekommt unter der Dusche, auf der Toilette oder im Zug eine andere Idee.

Wenn der Dreh gekommen ist, mache ich meist den Ton, manchmal Kameraassistenz, das heißt Objektive wechseln, Filmmaterial einlegen, Schärfe ziehen (wenn‘s denn nötig ist).

Und ganz wichtig, aufpassen, dass wir auch an alle Einstellungen gedacht haben, die wichtig sind um eine Sache zu erklären. Oft ist es auf Dreh doch etwas anders als besprochen, oder, wie man sich das vorgestellt hat, da kann es nie schaden einen Plan B in der Hinterhand zu haben.

Wie lange machst Du das schon?

Den Job mache ich noch gar nicht so lange. Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren bei der FLASH Filmproduktion.

Wie kommt ihr zu diesen Themen?

Das ist ganz unterschiedlich. Das meiste sind tatsächlich Zuschauerfragen. Wenn sich Fragen häufen oder besonders spannend sind, kommt unser Redakteur zu uns und fragt, ob wir nicht Lust hätten das Thema zu behandeln. Manchmal sind es auch Sachen, die den Regisseuren am Herzen liegen, oder Dinge, die wir im Alltag beobachten und dann selbst vorschlagen.

Bei den Sommerreisen ist das ein bisschen anders, da wird die Region abgesprochen und dann anhand der Route regelrecht nach Themen gesucht, übers Internet, lokale Ansprechpartner und auf einer Recherchereise.

Wie gelingt es euch, jedes Mal die Themen auf einer Ebene zu erklären, die auch Kinder verstehen.

Ehrlich gesagt habe ich selbst da am Ende gar nicht mehr viel mit zu tun. Klar fängt das bei der Recherche schon an. Man darf einfach nichts als gegeben voraussetzten, darf komplexe Sachverhalte nicht übergehen, sondern muss versuchen sie herunterzubrechen oder Analogien zu finden, die man sich vorstellen kann.

Dann ist es wichtig beim Dreh ganz genau hinzuschauen. So, dass die Bilder auch ohne Erklärung funktionieren. Jeden wichtigen Schritt zu bedenken, jeden unwichtigen wegzulassen. Da wird der Schnitt wichtig. Hier sitzt durch den Cutter nochmal jemand, der von dem Thema oft noch gar nichts weiß und mit einem frischen Blick merkt, wo noch Lücken sind oder besonders viel Wert darauf gelegt werden sollte. Na ja und am Ende spricht Armin das ganz frei. Das macht meiner Meinung nach nochmal viel aus, weil man ihm dadurch sehr gut folgen kann.

Welches Thema, dass Du mitbetreut hast, gefiel dir am Besten – und warum?

Puh, das ist gar nicht so einfach, aber ich glaube, ich kann mich für den Weinbau entscheiden. Da begleiten wir eine Winzerfamilie das ganze Jahr über bei ihren Arbeiten im Weinberg. Es ist unglaublich, wie viel in so einem Weinberg in der Steillage zu tun ist, bis man am Ende Trauben ernten kann. Schon die Recherche hat viel Spaß gemacht, aber das Drehen an der Mosel ist einfach immer wieder schön und spannend. Das ist eine tolle Abwechslung zu den Fabriken und Maschinen. Abgesehen davon sind die Filme auch echt schön geworden.

Was macht Deiner Meinung nach die Maus so wertvoll für das deutsche Fernsehen?

Na die Fragen werden aber auch immer schwieriger…ich glaube, die Maus ist eine Sendung auf die sich alle einigen können. Eine Sendung, der seit Jahrzehnten die gleiche Philosophie zu Grunde liegt. Da schauen Enkel mit ihren Großeltern eine Sendung und für alle ist etwas dabei. Vielleicht ist sie „so wertvoll“ (das hast du gesagt), weil sie nicht so richtig mit dem Strom schwimmt.

Vor kurzem ist eure jährliche Sommerreise an der Nordsee zu Ende gegangen. Gibt es bald eine nächste große Produktion bei der Maus, über die Du schon sprechen kannst?

Der große gelbe Gymnastikball ist tatsächlich für ein neues „Großprojekt“. Da arbeitet Jan Marschner schon seit Jahren immer mal wieder dran. Schon seit Januar sind wir ab und zu am Drehen. Im Herbst soll die Geschichte fertig gedreht werden. Ob ich dazu schon Details verraten darf, weiß ich nicht. Nur so viel: wir werden einen sehr weitgereisten Gast haben, viel weiter als die meisten von uns jemals reisen werden. Es wird ein riesiges Modell geben, das sogar für unser Studio zu groß ist. Naja und der große gelbe Gymnastikball wird eben auch eine kleine Rolle spielen.

Über die Sammleredition

Die Metallbox kommt schick und glänzend daher. Wer sie öffnet, der resigniert zunächst. Denn darin befindet sich eine Standard-Box für eine typische Musik-CD-Sammlung. Insgesamt sieben DVD sind auf diese Art übereinander, aber von einander getrennt gestapelt. Der wahre Wert erschließt sich, wenn man in die DVD’s hineinschaut:

INHALT:

Moin! Ich bin der Filmaffe. Den Blog hab ich mir ausgedacht. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.

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