Affentheater

Filmaffografie #8: Meine Lieblingsregisseure

Zurück in meinem Kopf! In dieser Filmaffografie möchte ich euch mehr über Regisseure erzählen, die in meinem Leben als Filmnerd auch heute noch einen Sonderstatus genießen. Schon als kleiner Jörg sah ich viele Filme. Ich freute mich auf die Feiertage, denn gerade dann lief im TV-Programm nichts anderes. An diesen Tagen bekam man mich nur schwer von der viereckigen Röhre weg. Noch bevor es den Begriff Binge Watching gab, war ich schon ein Meister darin. Heute denke ich: wärste vielleicht mal etwas häufiger draußen gewesen – andere Geschichte. Wie sich aus der Retrospektive herausstellt, war das, was ich sah, nicht selten Filme von den selben Regisseuren.

Was sind Regisseure? Kurz gefasst, sind sie die Köpfe hinter den Filmen. Europa, gerade Deutschland, vergisst bei so einer Aussage gerne die Bedeutung des Drehbuchautors. Nicht selten sind glücklicherweise die Regisseure auch die Autoren eines Films. Meine Lieblingsregisseure sind keine Unbekannten – ihr Filme sind ebenso wenig Geheimtipps. Doch jeder von ihnen hat auf andere Weise für mich eine große Bedeutung.

John Hughes & Steven Spielberg

Diese beiden Regisseur stehen stellvertretend für eine ganze Reihe an Filmen (und demnach auch Regisseuren), die meine Kindheit geprägt haben. Mit dem Unterschied, dass mir damals John Hughes wenig sagte, Steven Spielberg hingegen ein echter Held für mich war. Und dass, obwohl ich damals offensichtlich mehr Filme von Hughes als von Spielberg sah.

Denn ich bin aufgewachsen mit amerikanischen Komödien, wie ALLEIN MIT ONKEL BUCK (1989), KEVIN ALLEIN ZUHAUS (1990) oder FERRIS MACHT BLAU (1986). Sie prägen bis heute meinen Humor und meinen Musikgeschmack. Wie kaum ein zweiter ist John Hughes einer der Regisseure, die es verstehen, charmante Komödie für die ganze Familie zu erzählen. Seine besten fünf Filme haben wir hier für euch. Bis heute habe ich meine Liebe für schräge, seichte Komödie aus den 80ern und frühen 90ern nicht verloren.

Neben dem Komischen habe ich ein Hang für das Fantastische und für irrwitzige Abenteuer in fernen Welten. In meiner Kindheit war ich daher auf jeden Film von Steven Spielberg, den ich sehen durfte, gespannt: E.T. – DER AUSSERIRDISCHE (1982), die INIDANA JONES-Filme, JURASSIC PARK (1993) und HOOK (1991) brachten mich ins Staunen. Damals konnte ich zwischen Regisseur, Autor und Produzent noch nicht unterscheiden, deswegen brachte ich mit seinem Namen auch GREMLINS (1984), DIE GOONIES (1985), FEIVEL, DER MAUSWANDERER (1986), BIGFOOT UND DIE HENDERSONS (1987) und eine Vielzahl weiterer Fantasy-Filme in Verbindung. Heute würde ich nicht mehr sagen, dass Spielberg zu meinen Lieblingsregisseuren zählt. Aber einige seiner Filme sind nach wie vor Teil meines Lebens. Dazu gehören SCHINDLERS LISTE (1993), DER SOLDAT JAMES RYAN (1998) und LINCOLN (2013).

Tim Burton & Jean-Pierre Jeunet

Mit Tim Burton und Jean-Pierre Jeunet lernte ich den Film als Kunstform erstmals lieben. Ebenso gut könnte ich an dieser Stelle auch Wes Anderson, Jim Jarmusch, Alejandro González Iñárritu, Guillermo del Toro oder David Lynch nennen. Doch sie alle kamen für mich nach diesen beiden Regisseuren. Vor Tim Burton und Jean-Pierre Jeunet guckte ich nur Filme. Mit ihnen begann ich mich für das Filmemachen und für die Motivik im Film zu interessieren. Ich ging erstmals tiefer hinein, hinterfragte Szenen und betrachtete die Metaebene von Filmen. Es waren die ersten Versuche einer Filmanalyse, ohne dass mir das damals klar war.

Ich mag den Stil von Tim Burtons skurrilen Figuren, seltsam morbiden Geschichten in einer magisch-düsteren Welt. Überall trifft man auf Symbolik, Metaphern und Möglichkeiten, die Psyche des Regisseurs selbst zu erforschen. Das finde ich spannend. Auf wenn Burton in den letzten Jahren nicht die großen Werke herausgebracht hat, sind alle seine Filme anders und merkwürdig im doppelten Sinne. Wer einmal einen Film von ihm gesehen hat, der vergisst ihn nicht. Meine Lieblinge von ihm sind THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS (1993), BEETLEJUICE (1988) und BIG FISH (2003).

Mit Jean-Pierre Jeunet traf ich einige Jahre später auf einen französischen Regisseur, der mir das europäische Kino näher brachte. Auch er verzerrt in seinen Filmen die Optik und spielt mit komischen Figuren. Manchmal liegt auch etwas morbides in seinen Filmen. DELICATESSEN (1991) etwas ist ein dystopisches Meisterwerk mit Menschenfressern. Und DIE STADT DER VERLORENEN KINDER (1995) ist mit seinem Steam-Punk-Look dicht an den Burton-Werken dran. Den Einstieg fand ich, wie wohl so viele andere auch, über DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE (2001). Die Musik und der detaillierte, aber verspielte Erzählstil hat mich bis heute verzaubert. Jeunets Art Geschichte zu erzählen ist einzigartig, auch wenn viele versucht haben, sie zu kopieren. Seine fünf besten Filme findet ihr hier. Durch Jeunet wagte ich mich weiter, beschäftigte mich mit der Nouvelle Vague, erfreute mich am italienische Kino des Federico Fellini und lernte das spanische Kino von Pedro Almodóvar zu schätzen.

Ihr seid dran: Wer ist euer/eure LieblingsregisseurIn? Und warum ist er/sie das?

Moin! Ich bin der Filmaffe. Den Blog hab ich mir ausgedacht. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.

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