VERFLUCHT, VERDAMMT UND HALLELUJA (1972)

Western-Klamauk mit Terence Hill

Der Name Enzo Barboni dürfte den meisten kaum bekannt sein. Eingefleischte Bud Spencer und Terence Hill-Fans kennen den Regisseur allerdings sehr gut: unter dem Namen E. B. Clucher. Er hat viele Filme mit dem italienischen Kult-Duo gedreht, etwa ZWEI AUSSER RAND UND BAND (1976), ZWEI BÄRENSTARKE TYPEN(1983) und VIER FÄUSTE GEGEN RIO (1984). Wer diese Filme kennt, kann sich vorstellen, wie es in der Westernkomödie VERFLUCHT, VERDAMMT UND HALLELUJA zugeht.

Clucher drehte sie kurz nach seinen Erfolgen mit den beiden Spencer/Hill -Filmen DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS (1970) und VIER FÄUSTE FÜR EIN HALLELUJA (1971). Terence Hill hat er wieder in der Hauptrolle besetzt. Für Bud Spencer gab es keinen passenden Part. Und so ist VERFLUCHT, VERDAMMT UND HALLELUJA ein Spencer/Hill-Film – nur eben ohne Bud Spencer.

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DER GROSSE ZUG NACH SANTA FÈ (1951)

Coming of Age-Geschichte im Westen

DER GROSSE ZUG NACH SANTA FÈ ist eigentlich weniger Western als im Westen angesiedeltes Coming-of-Age Drama. Er verzichtet auf die typischen Wild-West-Konfrontationen á la Indianerkämpfe, Saloon-Schlägereien oder Shoot-Outs, sondern zeigt einen seltenen Western-Protagonisten: ein Kind. Völlig gewaltfrei erzählt DER GROSSE ZUG NACH SANTA FÈ von diesem Jungen, an dem die gute Erziehung vorbeigegangen ist und der seine Lektion lernen muss. Dabei konzentriert sich der Film auf dessen Beziehung zu einem Cowboy. Wie im zwei Jahre später erschienenen Meisterwerk MEIN GROSSER FREUND SHANE (1953) himmelt der Junge auch hier den Cowboy an und sieht in ihm seinen großen Helden.

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DEN GEIERN ZUM FRASS (1968)

Schießereien am laufenden Band

DEN GEIERN ZUM FRASS – das ist (wie auch der Originaltitel „All‘ ultimo sangue“) doch mal ein Filmtitel, wie man ihn sich bei einem Italowestern vorstellt. Vor allem, wenn der Film im Internet als „Italowestern der härteren Art“ beschrieben wird. Diese Beschreibung erscheint allerdings etwas übertrieben, auch wenn Regisseur Paolo Moffa beileibe nicht auf Gewalt und Schießereien verzichtet.

DEN GEIERN ZUM FRASS ist der vierte Film der „Westernhelden“-DVD-Reihe von Koch Media. Er erscheint jetzt zum ersten Mal ungeschnitten auf Blu-Ray.

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DER EISERNE KRAGEN (1963)

Spannender B-Western

 

Den Regisseur Robert G. Springsteen kennen nur wenige, man hört auch nur selten von ihm, dabei hat er unzählige Filme gedreht – allerdings überwiegend B-Western. Am bekanntesten dürften da noch seine Beiträge zu den Fernsehserien RAUCHENDE COLTS und BONANZA sein.

DER EISERNE KRAGEN gehört zu den späteren Werken seiner Karriere. Und er lässt erahnen, dass Robert G. Springsteen sein Handwerk beherrschte. Es ist erstaunlich, wie viel in DER EISERNE KRAGEN trotz seiner kurzen Laufzeit von knapp 76 Minuten passiert. Es ist ein typischer Westernfilm, aber mit vielen neuen Motiven und tollen Einfällen. Ein wendungsreicher Film über Freundschaft, Treue und die Macht des Geldes. Eine Freude für jeden Western-Fan.

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PISTOLEROS (1965)

Guter Western ohne viel Schnickschnack

Es ist einfach toll, wie viele gute und teils vergessene Western-Klassiker Koch Media zurzeit (wieder) veröffentlicht. Und es wird weitergehen: In der neuen „Western Helden“-Reihe werden noch einige Italowestern auf Blu-Ray und DVD erscheinen. So jetzt etwa PISTOLEROS von Gianni Grimaldi, ein Italowestern aus der frühen Phase des Genres, der nach ROCCO – DER MANN MIT DEN ZWEI GESICHTERN (1967) als zweiter Titel dieser „Western Helden“-Reihe erscheint. Es ist ein Film, der einfach Spaß macht:

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STUNDEN DES TERRORS (1956)

Grandiose Western-Perle der späten klassischen Ära

Es ist schon verwunderlich, dass man von STUNDEN DES TERRORS kaum etwas gehört hat. Es gibt (bisher) keinen deutschen Wikipedia-Artikel über ihn, er taucht in Westerngenrebüchern wie beispielsweise dem von Reclam nicht auf, und auch sonst stößt man höchst selten auf ihn, wenn man sich in der Literatur über den amerikanischen Westernfilm umsieht – zu Unrecht! Denn STUNDEN DES TERRORS ist ein hervorragender Film des Genres.

Zugegeben, er ist nicht so episch wie DAS EISERNE PFERD (1924) oder DER TEUFELSHAUPTMANN (1949) und nicht so spektakulär wie etwa HERR DES WILDEN WESTENS (1939), aber er besticht in ganz anderer Art: In einer spannenden Weiter zur Kritik

DIE LEGENDE DES BEN HALL (2016)

Der australische Jesse James

Outlaws waren im Western schon immer beliebte Heldenfiguren – ob Billy the Kid, Jesse James oder Butch Cassidy. Nun hat es mit DIE LEGENDE DES BEN HALL auch dieser eher unbekannte australische Bandit, der wirklich existiert hat, zu einem Film geschafft. Die Geschichte ähnelt dem Klassiker JESSE JAMES – MANN OHNE GESETZ (1939) – von der Bandengründung über die Überfälle und das Kopfgeld bis zum Verrat.

Diese Outlaws wie Jesse James wurden in den klassischen Western stets als Helden dargestellt – meist durch das Schicksal in ihre Gesetzlosigkeit gezwungen (Die James-Brüder etwa durch die ungerechte Enteignung des Landes und die Tötung ihrer Mutter). So kam Verständnis für ihren kriminellen Weg auf. Und immer wurden sie Weiter zur Kritik

ROCCO – DER MANN MIT DEN ZWEI GESICHTERN (1967)

Eher unbekannter Klassiker des Italowesterns

Anfang der 1960er Jahre begann der Aufstieg des Italowesterns mit FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR und hatte bis Ende des Jahrzehnts seine Hochphase. Insbesondere Sergio Leone und Sergio Corbucci prägten diese Phase wie keine anderen, vor allem mit Filmen wie DJANGO (1966), LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG (1968) oder der DOLLAR-Trilogie. 1968 dann kulminierte das Genre im grandiosen Meisterwerk SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD. Ein Jahr vor diesem Höhepunkt erschien ein

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Schwarz auf weiß #12: 12 UHR MITTAGS (1952)

Die Geschichte eines Mannes, der zu stolz war, um davon zu laufen

Was haben Filme wie HIGH NOON, UP und 127 HOURS miteinander gemeinsam? Man denkt vermutlich erst einmal Nichts. Das habe zumindest ich gedacht. Doch als ich 2011 in Los Angeles in einem Filmworkshop saß, wurde ich eines Besseren belehrt. Die Erzähltechniken in Hollywood haben sich nämlich seit dem Western aus dem Jahr 1952 und dem Animationsfilm von 2009 kaum verändert.

Man kann bis auf die Minute genau sagen, wann Weiter im Text