CARS 3: EVOLUTION (2017)

Alte Rennautos, viele Kurven und die Jagd nach vergangenen Träumen

In CARS 3: EVOLUTION zeigt sich der glorreiche Held als geläuterter Rennwagen am Zenit seiner Karriere. Das klingt keineswegs so jung und frisch wie die Zielgruppe, auf der der Pixar-Animationsfilm zugeschnitten wurde. Und doch trifft das Maus-Imperium den richtigen Ton, um den Kids etwas fürs Leben mitzugeben: „Ihr könnt alles werden, aber irgendwann ist auch damit Schluss.“

 

INHALT:

Der feilschnelle, rote Rennwagen Lighting McQueen gehört mittlerweile zur Elite des Rennsports und fährt nach wie vor ganz vorne mit. Seine Konkurrenten sind auch seine Freunde. Man neckt sich, man zieht den Kürzeren und am Ende haben alle ein gutes Leben im Rampenlicht. Das ändert sich jedoch, als mit Jason Storm ein neue Rennwagengeneration die Rennstrecke betritt.

Keiner der älteren Wagen kann da mehr mithalten und so werden nach und nach alle Autos durch die neue Generation ersetzt. Nur Lighting als große Legende fährt noch mit und erlebt die bitterste Saison in seiner Karriere, die sogar mit einem schweren Unfall für ihn endet. Niedergeschlagen zieht er sich in den nächsten Monaten zurück.

Doch die nächste Saison steht an und noch hat ihn keiner aufgegeben. Sterling, der neue Hauptsponsor von Lighting, baut ein hochmodernes Trainingszentrum auf, in dem der Rennwagen wieder zur alten Stärke finden soll, aber auch Newcomer herangezüchtet werden. Unter der Anleitung seiner blutjungen Trainerin Cruise wird Lighting mit neuen Trainingsmethoden konfrontiert und wie ein alter Opa mit Samthandschuhen angefasst. Insgeheim plant Sterling schon Lightings Karriereende. Er möchte ihn als „Marke“ behalten.

Doch Lighting will selbst entscheiden, wann er aufhört. So reist er quer durchs Land und setzt auf unkonventionelle Methoden, um sich selbst wieder in Form zubringen. Damit merkt er jedoch noch nicht, wen er hier wirklich trainiert…

FAZIT:

CARS 3: EVOLUTION könnte ein gelungener Abschluss für Pixars CARS-Reihe gewesen sein. Doch der Film ist ein Kleinwenig mehr – er ist ein Start in eine neue Ära. Und die hat einen deutlich weiblichen Touch und eine manchmal fotorealistischen Look. Ja, es hat sich viel getan, seit Teil eins über die Leinwand flimmerte. Der jugendliche Elan ist durch gesetzte Erfahrung gewichen. Denn Lighting McQueen steht am Ende seiner Karriere. Ein ungewohntes Szenario für einen Kinderfilm und doch nicht ganz untypisch für Pixar, bei denen schon Andy seine Spielzeug-Ära aufgab, weil er zum Teenager heranwuchs.

CARS 3: EVOLUTION ist eine weitere Facette des Lebens, aber nicht das Ende einer Geschichte. Das ist wohl die größte Qualität des Films und macht diesen Teil auch zum stärksten der ganzen Reihe. Wir erleben einen Helden, der geläutert wird, nur um dann erneut über sich hinauszuwachsen. Ein schönes, pädagogisches Statement für einen Kinderfilm. Diese Entwicklung wird durch Stationen einer Reise in die Vergangenheit des Rennsports herausgearbeitet. Lightings alter Trainer wird zur Ikone romantisiert, aber nicht zum unfehlbaren Gott des Rennsports verklärt. Die Aussage dahinter: Jeder braucht jemanden, den er nacheifern, von dem er etwas lernen kann. Doch jeder ist auch seines eigenen Glückes Schmied. Und irgendwann kommt eben die Zeit, in der man selbst etwas an neue Generationen zurückgeben muss. Hier fühlen sie Eltern, wie große Geschwister angesprochen.

Vielleicht wollte man mit dem dritten Teil gar die Kids abholen, die noch vor ein paar Jahren schnelle, lustige Rennwagen richtig klasse fanden, nun aber allmählich in der Pubertät sind und sich für andere Dinge interessieren. Auch deren große Rennfahrerkarriere ist vorbei und die Spielzeugautos von einst liegen bereits in einer Tonne im Keller. Ein Generationswechsel muss her. Und der benötigt, ganz dem Zeitgeist entsprechend, wieder mal eine Frau als neue Heldin.

Die ist sehr peppig, stürmisch, ja gar ungestüm. Cruise fehlt es an dem Charisma, das die bisherige Hauptfigur noch vereinnahmte. Doch das macht Cruise auch zu einem authentischen Charakter. Ob die Figur auch ausreicht, um einen eigenen Film zu füllen, ist hingegen fraglich.

Gefüllt wurde CARS 3: EVOLUTION auch. Und zwar einmal mehr mit vielen rasanten Rennsequenzen. Ohnehin ist dieser Film eine Endlosschleife an brummenden Motoren und Gaspedalen am Anschlag. Die eigentlich Story hätte auch in 30 Minuten auserwählt sein können. Doch mit seinem eine Stunde und 42 Minuten ist dieser Animationsfilm sogar überraschend lang für einen Kinderfilm dieses Genres. Abwechslung wird nur denen geboten, die sich an unterschiedliche Rennbedingungen erfreuen können. Und wer kein großer Autofan ist, der wird wohl seinen Spaß bei Crash Car Durby haben.

Am Ende ist CARS 3: EVOLUTION eben doch wieder nur ein seltsam unlogischer Film, in dem Autos leben und Menschen nicht existieren. Eine Fabelwelt, für die man empfänglich sein muss. Mir gelang dies nach wie vor nicht. Und doch gefiel mir eine Ansatz in dieser Geschichte. Sie spricht gleich mehrere Generationen an und macht dem Film wortwörtlich zu einer kurzweiligen Unterhaltung für die ganze Familie.

Pixars CARS 3: EVOLUTION ist ab dem 08.02.2018 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Disney

 

© Disney

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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