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AVENGERS: ENDGAME (2019)

Bombastogantischer Abschluss einer Heldenreise

Ein Abschluss. Ein Abschluss? Dutzende Abschlüsse. AVERGERS: ENDGAME ist wahrlich ein würdiges Finale für fast elf Jahre Marvel Cinematic Universe. Vielleicht obliegt dem Film dabei etwas zu viel Selbstinszenierung, ja gar Selbstverliebtheit. Aber das, was die Russo-Brüder hier auf die Leinwand gebracht haben, ist erzählerisch eine unterhaltsame Heldenreise auf hohem Niveau. Platt hingegen ist höchstens der Fanboy nach dieser emotionalen und euphorisierenden Achterbahnfahrt.

INHALT:

Die halbe Bevölkerung der Galaxis ist ausgelöscht. Welten sind zerstört. Die Überlebenden versuchen sich zu sammeln und aus den Trümmern wieder etwas neues aufzubauen. Doch der Verlust geliebter Freunde und Verwandte sitzt tief. All das „verdanken“ sie Thanos (Josh Brolin), den selbsternannten Retter.

Das, was von den Avengers und den Guardians of the Galaxy übrig geblieben ist, jagt den Titanen. An ihrer Seite eine neue Heldin: Captain Marvel (Brie Larson). Sie finden ihn. Doch ihre Rache schließt nicht die Wunden. Als dann Scott Lang (Paul Rudd) plötzlich an der Tür des Avengers-Hauptquartier klingelt, erwächst neue Hoffnung für Black Widow (Scarlett Johansson), Hulk (Mark Ruffalo), Iron Man (Robert Downey Jr.), War Machine (Don Cheadle), Rocket (Bradley Cooper), Nebula (Karen Gillian) und Thor (Chris Hemsworth).

Denn Ant-Man kommt gerade aus der Quantendimension zurück und hat eventuell eine Idee, wie sie Thanos Fingerschnippen wieder revidieren können. Doch dazu benötigen die Helden zunächst die Inifinity Stones…

FAZIT:

Stellt euch einen Film vor, der mit einem trostlosen Ende beginnt und in einem der kürzesten Schurkenfights der Filmgeschichte mündet. Prolog Ende. Daraus entwickelt sich ein tragisches dystopisches Drama, das sich in ein unterhaltsames Zeiteise-Heist-Movie verwandelt, nur um dann in einen gigantischen Kampf zu enden. In all diesen Entwicklungen und Mood-Twists kommt keine Figur zu kurz und hält dabei nicht selten mindestens eine Überraschung parat. Tatsächlich entwickelt sich alles anders, als gedacht.

Ja, schon bei früheren Filmen des MCU sprachen wir von Superlativen. Für AVENGERS: ENDGAME benötigen wir eine komplett neue Begrifflichkeit. Optik, Story, einfach alles ist auf WOW eingestellt. Der Film sprengt dabei nicht nur Genrekonventionen und toppt die Möglichkeiten der Inszenierung von Figuren und Orten. Vielmehr fusioniert er auch endgültig die Grenze zwischen heroischem Heldentum und den geplagten Seelen hinter der Maske. Wir sehen planlose, zerrissene, gebrandmarkte Helden, die wirklich nicht mehr wissen, wie sie noch für das Gute einstehen sollen.

Manche haben abgeschlossen, manche machen weiter und andere bleiben innerlich zerstört auf der Strecke. Dabei trifft es vor allem eine Figur besonders hart: Clint Barton (Jeremy Renner). Der Kampf gegen Thanos war nicht mehr der seine. Und doch hat er durch ihn alles verloren. Als Racheengel räumt er auf, vernichtet weltweit Kartelle und organisierte Banden. Ein Held ist er nicht mehr.

Alles ist ohnehin auf dem Kopf gestellt. So zählt beispielsweise Nebula nun klar zu den Guten, ist sogar der beste Buddy von Rocket. Eben diese Figur erhält eine besondere Storyline, in deren Verlauf wir gerade die trotzig-fiese Schwester von Gamorrah lieben lernen. Ohne näher auf weitere Details und Figurenentwicklungen einzugehen, müssen wir uns bewusst sein, dass das Marvel Cinematic Universe nach diesem Film wirklich nicht mehr dasselbe ist.

Bei drei Stunden Lauflänge ist viel Sitzfleisch gefragt, doch der Genrewechsel und das etappenweise Erzählen einzelnen Episodenstücke macht AVENEGERS: ENDGAME zu einem kurzweiligen Sehvergnügen, das auch als Serienformat sehr gut funktioniert hätte. Eine leichte Kost ist der Film dennoch nicht. Denn die Taten und Entscheidungen der Helden sind folgenschwer und verändern alles.

Der Name ist Programm: In AVENEGERS: ENDGAME zielt alles auf ein Ende hinaus. Genauer sind es viele kleine Abschlüsse und Verabschiedungen, die wir in diesem Science-Fiction-Film zu sehen bekommen. Bevor es soweit ist, kommt es natürlich zu einem Finale der extraterrestrischen Klasse: Denn das hat es optisch wirklich in sich. Gerade hier neigt der Film, der ohnehin mit Übertreibungen und lockerem Humor nicht geizt, endgültig zum Wahnsinn.

JEDER Held bekommt seine persönliche Szene. Und spätestens wenn ALLE Damen im Heldengewand gemeinsam posieren, vermischt sich euphorisches Klatschen mit einem Augenrollen oder Kopfschütteln. An diesem Punkten sagt selbst der Fanboy, der nie zu viel bekommen kann: TOO MUCH! Und doch ist es eben genau das, was wir schon bei INFINITY WAR erwartet haben – und sogar noch viel mehr.

AVENGERS: ENDGAME läuft seit dem 24.04.2018 in den deutschen Kinos.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Disney/ Marvel

Moin! Ich bin der Filmaffe. Den Blog hab ich mir ausgedacht. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.

Ein Kommentar

  • Torsten

    Oh mein Gott, was ist das nur für ein Schrottfilm.
    Extrem laaaangatmig, ideenlos, ein verfetteter Thor… Ich wünschte ich könnte in die Vergangenheit reisen und diesen Avenger Teil ungeschehen machen. Eine Verkürzung auf 90 min. hätte das Elend zumindest etwas gemindert.
    Ganz schlimm…

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