THE FOG – NEBEL DES GRAUENS (1980)

eine klassische Geistergeschichte

Zwei Jahre nach Carpenters Horror-Meisterwerk HALLOWEEN machte er THE FOG – NEBEL DES GRAUENS und knüpfte damit an seinen Horrorerfolg an. THE FOG gilt als Klassiker in Carpenters Filmographie und wurde heute wie damals für seine gruselige Atmosphäre gelobt. Doch nicht jeden überzeugt die Stimmung, die er kreiert – damals nicht, und heute auch nicht.

 

INHALT:

Im Jahr 1880 kam ein Schiff kurz vor der Küste in einen plötzlich auftretenden Nebel. Ein Licht leuchtete auf, die Seeleute orientierten sich daran und zerschellten an den Klippen. Die ganze Besatzung starb auf furchtbare Weise im Meer – so die Legende.

100 Jahre später wird in einem ruhigen Küstenstädtchen diese Begebenheit als Auslöser für die Geburt des Ortes gefeiert, der damals aufgrund des Unglücks gegründet wurde. Am Jahrestag der Katastrophe um Punkt Mitternacht ereignen sich merkwürdige Dinge in der Stadt: Schränke erzittern, Möbel bewegen sich von selbst, Autos fangen plötzlich an zu hupen, Fernseher gehen von selbst an. Und dann kommt Nebel auf…

FAZIT:

Wie ein Episodenfilm enthält THE FOG eine Vielzahl von Protagonisten: eine Anhalterin (Jamie Lee Curtis), die mit ihrer Mitfahrgelegenheit (Tom Atkins) eine Affäre beginnt; drei Seeleute, die auf einem Boot saufen; ein Priester (Hal Holbrook), der in der Mauer seiner Kirche das Tagebuch seines Großvaters findet; und eine Organisatorin (Janet Leigh), die sich um das bevorstehende Stadtfest kümmern muss. Verbunden werden diese Figuren durch einen Radiosender, den alle hören und der von der Moderatorin Stevie (Adrienne Barbeau) alleine in einem Leuchtturm geführt wird. Sie alle spielen wichtige Rollen, wenn der Nebel durch die Stadt streift.

John Carpenter kennt die filmischen Hebel, die er betätigen muss, um mit einfachen Mittel Spannung und Grusel aufzubauen – das hat er schon in HALLOWEEN bewiesen. Auch in THE FOG gelingt ihm das immer wieder. Etwa wenn er die Legende von einem alten Mann am Lagerfeuer erzählen lässt und damit nicht nur die Stimmung vorgibt, sondern auch deutlich macht, dass es sich hier um eine klassische Geistergeschichte handelt.

Doch oft genug gelingt ihm der Grusel eben auch nicht. Einer der Hauptgründe dafür ist die Inszenierung des Nebels: Er erscheint nicht wirklich als Bedrohung, die Gefahr wird visuell und atmosphärisch nicht greifbar. In gewisser Weise ist das dem Film bewusst, deshalb etabliert er den übersinnlichen Nebel nicht als alleinige Gefahr, sondern muss sich zudem noch Untote erschaffen, die die Morde verüben und für Schrecken sorgen. Da der Nebel also als Gruselfaktor nicht überzeugt, führt auch seine Bewegung durch die Straßen der Stadt und über die Klippen der Küste kaum zu Gruselatmosphäre, sondern wirkt in Verbindung mit dem ängstlichen Geschrei der Radiomoderatorin über den Sender eher lächerlich und wenig ernstzunehmend. Genau aus solchen Szenen will der Film aber seinen Schrecken speisen. Das mindert das Sehvergnügen ungemein.

THE FOG ist nicht richtig langweilig, aber eben auch nicht sonderlich spannend.

THE FOG – NEBEL DES GRAUENS erschien am 8. November 2018 neben den beiden weiteren Carpenter-Filmen DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT und SIE LEBEN mit herausragender Bildqualität bei STUDIOCANAL auf DVD und Blu-ray. Die Blu-ray ist dabei dick mit Extras ausgestattet: Neben zwei Audiokommentaren gibt es unter anderem eine 45-minütige Dokumentation, zahlreiche Featurettes, eine Szenenanalyse, geschnittene Szenen, Trailer und eine Bildergalerie – was für eine gelungene Ausstattung, besonders für Fans des Films.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial StudioCanal

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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