fbpx

CHRISTOPHER ROBIN (2018)

So süß wie warmer Honig auf einer Bärentatze

Siehst du Disney, du kannst es ja doch: Mit CHRISTOPHER ROBIN ist den Mäusen eine Realverfilmung gelungen, die so süß ist wie warmer Honig auf einer Bärentatze. Mit viel Liebe zum Detail, aber eben keiner unnötigen CGI-Überflutung wird ein uns wohlbekannter Wald in die reale Welt adaptiert. Dieses Märchen ist wahrlich eine der besseren Disney-Realverfilmungen, denn es hat etwas, das vielen anderen fehlt: Herz.

INHALT:

Die unbeschwerten Tage, an denen Christopher Robin (Ewan McGregor)mit seinen tierischen Freunden gemeinsam im Hundertmorgenwald gespielt hat, sind schon lange vorbei. Ganz andere Kapitel wurden seit dem aufgeschlagen: Er kam aufs Internat, wurde erwachsen, verliebte sich in seine Frau, zog in den Krieg und wurde Vater.

Spielen und lachen? Das ist ihm Fremd geworden. Von nichts kommt eben auch nichts. Diese Weisheit gibt er an seine Tochter weiter. Die ist stets bemüht, ihrem laufend abwesenden Vater gerecht zu werden: Sie lernt und lernt und lernt.

Nun steht Christopher, der mittlerweile für eine Firma arbeitet, die Reisekoffer produziert, vor einer großen Herausforderung: Kürzung bedrohen die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter. Nur er kann das noch abwenden. Aber wie? Ratlos und niederschlagen hat er schon fast aufgegeben, als plötzlich ein vergessener, guter alter Freund auftaucht…

FAZIT:

Man darf CHRISTOPHER ROBIN nicht zum großen Blockbuster verklären, der hinter seinen Erwartungen zurückliegt. Vielmehr ist der Film ein Kleinod mit einer süßen Geschichte. Die mag nicht neu sein, aber sie versteht es, sich auf eine Weise zu präsentieren, die ans Herz geht. Denn der Film ist ein fantastisches Märchen, der aber auch reale Probleme anspricht. Verpackt in melancholische Dramatik und pelzig-infantilen Humor gelingt es damit, sowohl Kinder als auch Erwachsene abzuholen.

CHRISTOPHER ROBIN ist eine Fortsetzung, die zunächst Lücken schließt. In kleinen Kapitel erfahren wir, wie aus dem unschuldigen, unbescholtenen Jungen ein erwachsener Mann wird. Schnell wird klar, dass das Leben sowohl seine schönen, als auch schrecklichen Seiten hat. Was als lehrreiche und behutsam erzählte Lektion für die Kurzen angesehen werden kann, wird vom erwachsenen Zuschauer zustimmend abgeknickt. Es ist ein bitter-schöner Einstieg, wie wir ihn schon aus OBEN kennen, wenngleich er dort deutlich dramatischer und emotionaler ausfiel.

Nein, die wahren Emotionen entwickeln sich bei CHRISTOPHER ROBIN erst im Laufe des Films. Es sind vor allem Gefühle der Verzückung und die Sätze eines naiven Bären. Aussagen wie „Als gestern noch morgen war, war mir heute zuviel.“ oder „Die Leute sagen, es ist unmöglich nichts zu tun, aber ich tue jeden Tag nichts.“ sind so zuckersüß, dass ein wohligwarmes Gefühl in der Bauchgegend entsteht und während des restlichen Films wie eine warme Decke den Zuschauer ummanteln.

Ewan McGregor ist wie geschaffen für die Rolle des erwachsenen Christopher Robin. Man erkennt ein wenig Edward Bloom in ihm wieder. Es ist sein innerer Konflikt zwischen Verantwortungsgefühl und kindlicher Leichtigkeit, die den Charakter ausmalen. Wir begleiten McGregor als Christopher in einer Phase seines Lebens, in der alles schwer und träge ist. Hier tritt Pooh auf die Bühne, der wiederum seine Freunde verloren hat. Christopher reist nach anfänglichen Bedenken zurück in seine Kindheit, um dem Bären zu helfen. Dabei merkt er noch nicht, dass Pooh ihm auch gerade hilft. Denn er verkörpert, wie alle Figuren des Hundertmorgenwaldes auch, eine emotionale Seite von Christophers Charakter. Eben diese naive Seite benötigt der gestandene Mann, um seinen Blick wieder für die wesentlichen Dinge des Lebens zu fokussieren. Damit ist im Grunde schon alles erzählt.

Verpackt wird diese kleine Reise und ein charmantes Londoner Setting, in dem sich plötzlich Fantasiewesen wiederfinden, um ihren großen Freund zu unterstützen. Das bei diesem Culture Clash natürlich nicht alles rund läuft, ist ebenso klar, wie das zauberhafte Happy End, das darauf folgt.

CHRISTOPHER ROBIN ist ab dem 13.12.2018 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Disney

Jörg Gottschling

Jörg Gottschling

Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
Jörg Gottschling

Letzte Artikel von Jörg Gottschling (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: