BACKTRACE (2018)

B-Actionmovie mit Stallone in einer Nebenrolle

Regisseur Brian A. Miller, bekannt für B-Actionmovies wie REPRISAL (2018), VICE (2015) oder THE PRINCE – ONLY GOD FORGIVES (2014), verfolgt mit seinen Actionfilmen meist die gleiche Strategie: einfache, wenig aufwändige Schießereien, eine nicht allzu komplizierte Story und in einer Nebenrolle ein Star (meistens Bruce Willis), um den Film auch gut vermarkten zu können. Mit BACKTRACE geht Miller keine neuen Wege. Den Star, den er hier in einer nicht allzu wichtigen Rolle verheizt, ist Sylvester Stallone.

INHALT

Bei einem Banküberfall erbeutet MacDonald (Matthew Modine) mit seinen beiden Komplizen 20 Millionen Dollar. Doch ein Deal mit seinen Auftraggebern geht schief, es kommt zu einer Schießerei, bei der MacDonalds Partner getötet werden. Er selbst wird angeschossen, verliert sein Gedächtnis und landet im Gefängnis.

Sieben Jahre später sind MacDonalds Erinnerungen immer noch nicht zurückgekehrt. Eines Tages bekommt er im Gefängnis Besuch von einem Unbekannten (Ryan Guzman), der ihm zu verstehen gibt, dass er ihn rausholen wird. Und das tut er auch. Drei fremde Leute können MacDonald aus dem Gefängnis befreien, doch sie tun dies nur mit einem Ziel: Sie wollen mit neuen Medikamenten sein Gedächtnis wiederherstellen und so an die versteckte Beute kommen.

Cop Sykes (Sylvester Stallone), der damals schon an MacDonalds Verhaftung beteiligt war, untersucht nun auch den Gefängnisausbruch und ist dem Dieb auf den Fersen…

FAZIT

Der Einstieg in BACKTRACE ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Ballereien stinklangweilig inszeniert. Im Sekundentakt werden Schüsse abgegeben, nur selten schlagen sie aber irgendwo ein. Ununterbrochen Bilder von Männern, die wie verrückt schießen – aber ohne jede Wirkung, weder auf die Filmstory noch auf den Zuschauer. Wie viel Schuss so ein Magazin enthält, das ist dem Film ebenso egal wie die Richtung oder die Art und Weise, in die beziehungsweise der die Filmfiguren schießen. Das wäre alles nicht schlimm, käme in der Szene wenigstens etwas Spannung oder zumindest eine mitreißende Stimmung auf – oder irgendetwas, das den Zuschauer an den Film fesseln könnte.

Nach diesem enttäuschenden Einstieg gelingen BACKTRACE allerdings – das muss man fairerweise sagen – immer wieder mal spannungsreiche Szenen. Es sind nicht die Actionszenen, sondern Sequenzen mit innerer Spannung, etwa der Gefängnisausbruch oder das Spritzen des Medikaments gegen MacDonalds Willen. Trotzdem bleiben diese Szenen leider die Ausnahme.

BACKTRACE schafft es nicht, Interesse an den Figuren oder der Story aufzubauen. Das mag zum einen daran liegen, dass die Machart des Films oft amateurhaft wirkt. Zum anderen liegt es aber bestimmt auch an den Schauspielern, denen es nicht gelingt, den Zuschauer mit in die Story zu ziehen – allen voran Matthew Modine, der allerdings auch fast eine Stunde lang durchgehend nur Kopfschmerzen spielen muss. Das ist auf Dauer sehr ernüchternd. Einzig Sylvester Stallone schafft es in seinen (nicht immer für den Plot relevanten) Szenen, eine Ausstrahlung reinzubringen, die den anderen völlig fehlt. Dabei tut Sly gar nicht viel. Die meiste Zeit steht er im Revier vor einer Pinnwand und denkt nach.

BACKTRACE ist also insgesamt ein spannungsarmes B-Actionmovie. Wer REPRISAL oder THE PRINCE gesehen hat, weiß, was einen erwartet.

BACKTRACE ist seit dem 21. März 2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich. Mit vielen Trailern und einem sechsminütigen Making-Of ist die DVD akzeptabel mit Bonusmaterial gefüllt.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Constantin Film

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