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THE MARVELOUS MRS. MAISEL – Staffel 1 (2017)

Fabulously Funny

Als alteingesessener GILMORE GIRLS Fan, horcht man sofort auf, wenn die Macherin Amy Sherman-Palladino eine neue Serie an den Start bringt. Mit THE MARVELOUS MRS. MAISEL landet sie endlich wieder einen großen Hit.

INHALT

1958 in New York City. Miriam Maisel, genannt Midge (Rachel Brosnahan) ist glücklich als jüdische Ehefrau von Joel Maisel in der Upper West Side. Und diese Rolle hat sie perfektioniert. Sie versorgt die Kinder (oder aber bringt sie zu ihren Eltern, die eine Etage unter ihnen wohnen) und unterstützt Joel in seinem Wunsch, ein Stand-Up Comedian zu sein. Sie kocht den Auflauf, um den Besitzer des Gaslight Clubs zu bestechen, damit er Joel eine bessere Auftrittszeit gibt, macht Notizen zu seinen mehr als mittelmäßigen Auftritten und zählt die Lacher. Zu Hause im Bett wartet sie geduldig darauf, dass er eingeschlafen ist, um dann aufzustehen und ihr Make-Up für die Nacht abzulegen.

Das hält Joel jedoch nicht davon ab, nach einem weiteren missglückten Auftritt Midge zu eröffnen, dass er sie für seine Sekretärin verlässt – ein Skandal für die Familie. Midge ist nicht nur am Boden zerstört, sie ist auch wütend und diese Wut lässt sie auf der Bühne des Gaslight aus und bringt so das Haus zum kochen.

FAZIT

Endlich wieder intelligente, super schnelle Dialoge, die auch noch witzig sind. Die Drehbücher von GILMORE GIRLS waren im Schnitt doppelt so lang, wie für die Serien, die eine vergleichbare Länge hatten. So mussten die Darsteller, die nötige Geschwindigkeit an den Tag legen, um diese Flut an Wörtern in die 42 Minuten zu bekommen. Damals hat das hervorragend funktioniert und auch in THE MARVELOUS MRS MAISEL sind die Dialoge schnell und auf den Punkt gebracht.

Amy Sherman-Palladino setzt gerne auf Schauspieler, deren Qualität sie kennt und schätzt. Es ist daher also keine Überraschung, dass Alex Borstein die Gaslight Mitarbeiterin Susie verkörpert. Sie war eigentlich als Sookie in GILMORE GIRLS vorgesehen, musste aber aufgrund ihrer Verpflichtungen für FAMILY GUY die Rolle absagen. Diesmal aber konnte sie die Rolle annehmen und überzeugt auf ganzer Linie.

Auch sonst ließ man sich beim Cast nicht lumpen. MONK Darsteller Tony Shalhoub gibt den korrekten Vater von Midge, der mit der modernen Art seiner Tochter große Probleme hat. Marin Hinkle, bekannt aus TWO AND A HALF MEN, verkörpert Midges Mutter Rose, die die Schuld an der Trennung erstmal bei ihrer Tochter sucht. Aber allen voran steht natürlich Rachel Brosnahan, die Midge mit Witz, Klasse und Energie zum Leben erweckt.

Schön finde ich, dass der Charakter von Midge die Zeit bekommt, über die Dauer der Staffel eine enorme Wende von naiver Ehefrau zur Selbstbewussten Künstlerin hinzulegen. Natürlich mit der Hilfe der mehr oder weniger gut gemeinten Absichten der Menschen um sie herum. Von ihrem ersten Auftritt im Piloten bis hin zu ihrem Auftritt im Staffelfinale ist ein perfekter Bogen über die Folgen entstanden.

Was außerdem zur Perfektion dieser Serie beiträgt, ist natürlich auch die Gestaltung. Wir befinden uns in den 50er Jahren in NEW YORK und das merkt man an jedem Möbelstück, an jeder Zigarette, der Musik und natürlich an dem Auftreten realer Charaktere wie Lenny Bruce. Vergleichbar mit MAD MEN, ist hier alles präzise getroffen.

Natürlich gibt es ein paar Schwächen. Besonders die Joels Eltern sind zum Teil sehr nervig und bei Joel frage ich mich, was genau Midge überhaut an ihm toll findet. Die größte Schwäche sind für mich aber die zwei Kinder, die irgendwie nur störende Requisiten sind und wahrscheinlich nur existieren, weil verheiratete Frauen in den 50ern nun mal Kinder hatten und so die Trennung noch einmal mehr verkompliziert wurde.

Die Pilotfolge von THE MARVELOUS MRS. MAISEL war Amazons erfolgreichster Pilot, seit sie selbst Serien produzieren. In der Award Saison hagelte es zahllose Preise. Für mich ist THE MARVELOUS MRS. MAISEL ein Muss und jede Minute wert. Die erste Staffel steht auf Amazon Video zum Abruf bereit.

von Sarah Binder

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Amazon Video

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.

Ein Kommentar

  • steffelowski

    Meine Frau ist auch hin und weg von der Serie, hat die beiden Staffeln wohl in kürzester Zeit „weggebinged“. Ich hab nur ab und an Mal mit reingeschaut und hab mich auch durchaus gut unterhalten gefühlt. Allerdings wirkte das Setting für mich häufig etwas zu gewollt 50`s, Aber zumindest bietet die Serie kurzweilige Unterhaltung auf gutem Niveau. Ja, da kann gern mehr kommen… sagt meine Frau. Und wie es sich gehört, nicke ich brav dazu 😊

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