Die fünf Besten Filme von Tim Burton

Über solche Listen kann man herrlichen schreiten. Uns völlig egal. Denn hier schreiben keinen Roboter, sondern Filmliebhaber. Und die haben eben ihre Meinung, die sie kundtun möchten. Und so beginnen wir voller Elan in eine neue Ranking-Kategorie: „Die fünf besten Filme von…“ Der erste in dieser Reihe ist Meisterregisseur Tim Burton.

Tim Burton? Das ist doch der Typ mit dem singenden Skelett, der die meisten guten Filme von Johnny Depp gemacht hat und mal mit der Hexe aus Harry Potter verheiratet war, nee? Richtig. Und damit wäre auch schon alles Wesentlich sehr abgehakt erzählt. Denn kaum einer versteht es, so wie Tim Burton morbide Gruseligkeit mit vorstädtischer Spießigkeit zu verbinden. Seine Filme sind immer ironisch, auch mal sehr blutig und die logische Konsequenz aus dem deutschen Expressionismus. Denn jeder seine Filme ist ein Kunstwerk – wenn auch die Alten mehr als die Neuen.

Vielleicht merkt ihr schon, dass ich seine Filme sehr schätze und immer wieder gerne sehen. Deswegen erwartet hier nichts Objektives. Das habe ich schon durch den Titel der Beitragsreihe abgelegt. Aber eines verspreche ich euch: Nicht jeder der Filmtitel in diesem Ranking gehört zu den üblichen Verdächtigen.

 

Nummer 5: BATMAN (1989)

Zunächst eine Antwort auf eure Frage: Ja, BATMAN ist mein ernst. Seine düstere Inszenierung der Verbrecher jagenden Fledermaus ist nicht nur die erste würdige, filmische Umsetzung, sondern auch eine Adaption meines Lieblingssuperhelden. Zwei Argumente, die schon ausreichen würden, den Film unter die besten Fünf hüpfen zu lassen. Doch dann wäre da noch Jack Nicholson: Der beste Joker aller Zeit. Okay, Heath Ledger war großartig, hat dem Charakter völlig neue Züge gegeben. Aber Nicholson darf in diesem Zusammenhang als eine Art Old Man Joker angesehen werden, der jener Rolle eine dreckige Reife gibt, die bisher unerreichbar blieb.

Damit wäre auch der Inhalt des Films hinreichend wiedergegeben: Batman, gespielt von Michael „Birdman“ Keaton, jagt den Joker. Der macht nur Faxen, sondern alles kaputt. Während dessen kämpft Batman zeitgleich mit seinen Dämonen in einem wirklich fabelhaft-kreierten Gotham City. Megafilm!

 

Nummer 4: SLEEPY HOLLOW (1999)

Kopfloser Reiter treibt sein Unwesen und mordet sich fröhlich durch ein Dorf. Ein ebenso kopfloser Ermittler versucht dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen und der Gefahr Einhalt zu gebieten. Ja, dies ist einer dieser grandiosen Johnny Depp Filme von Burton, in denen beide noch in Hochform waren. Alleine die Sezier-Szenen, nach denen Johnny regelmäßig mit Blut überschüttet wurde, haben so viel morbide Komik in sich, dass ich mich anderweitig fast nass mache vor Freude. Wie kann ein Mann der Gerichtsmedizin nur so angewidert von menschlichen Leichen sein?! Großartig. Ebenso überzeugend ist auch Christopher Walken als kopfloser Reiter – selbst wenn man sein Gesicht nur selten zu sehen bekommt. Auch hier stimmen Story, Setting und Besetzung. Toll!

 

Nummer 3: BEETLEJUICE (1988)

Der nächste oder vielmehr der erste Film von Tim Burton und Michael Keaton. Hier spielt er einen „Lottergeist“. Bei der Gelegenheit: Danke für die trottelige Übersetzung, die uns bis heute erhalten geblieben ist. Nun aber wieder zurück zum Film. Darin kommt ein Paar (Alec Baldwin; Geena Davis), das gerade erst ihr schickes Häuschen bezogen hat, durch einen blöden Unfall ums Leben. Als Geister landen sie in ihrem Traumhaus, sind dort jedoch örtlich gebunden und müssen nun mit ansehen, wie eine Schickimicki-Familie dort einzieht. Nun wird also Poltergeist gespielt. Leider erfolglos. Erst recht bei Tochter Lydia (Winona Ryder). Die ist ein waschechter Miesepeter, kann Geister sehen und hilft sogar bei dem Schabernack gegen ihre blöde Eltern. Doch professionelle Hilfe muss her. Beetlejuice hat sich auf solche Hausaustreibungen spezialisiert, ist aber in Wahrheit ein gerissener Geschäftsmann, den man so leicht nicht wieder loswird.

Dieser zottelige Mix aus morbiden Humor, spießigen Yuppis und einer urkomischen-absonderlichen Geisterwelt mit Sandwürmern ist so krank, dass der Film eine Serienadaption verdient hat. Die bekam er auch in Form einer mehr schlecht als rechten Zeichentrickserie, die man sich heute nur noch schwer ansehen kann. Nichtsdestotrotz ist dieser Film absoluter Kult.

 

Nummer 2: EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN (1990)

Und noch so ein Johnny Depp Film. Um genau zu sein: Der beste von ihm und Burton. Johnny spielt eine lebende Puppe, die leider unvollendet ist. Denn kurz, bevor die Scherenhände endlich durch echte ersetzt werden konnten, stirbt sein Erbauer. Seit dem wohnt Edward hoch über einer spießigen Vorortsiedlung in einem schnicken Anwesen. Von eben dort wird er eines Tages runter gelockt und landet in einer Otto-Normal-Familie. Mutter Peg, ihrerseits fabelhaft schräg gespielt von Diane Wiest, hat es sich zur unmöglich-scheinenden Aufgabe gemacht, Edward in die Gesellschaft zu integrieren. Gar nicht so leicht mit spitzen Scherenhänden. Aber eben diese verhelfen ihm zum Ruhm: Er wird schlechter Friseur und Künstler. Natürlich verliebt er sich, wie wir alle damals, in Winona Ryder. Das kann nur schief gehen und es geht wirklich schief.

Doch die Art, wie dieses ungewöhnlich gesellschaftskritische Gruselmärchen inszeniert wurde, rührt zu Tränen. Dieser Film hätte damit wirklich Platz eins verdient. Wenn es da nicht noch Edward Bloom geben würde…

 

Nummer 1: BIG FISH (2003)

Bevor ich euch hier groß erkläre, warum der Film der Knaller ist, hört euch doch einfach meinen Podcast zum Film an:

Und? War euer Lieblingsfilm darunter? Warum mögt ihr keine Rankings? Und was ist euer Problem mit Tim Burton? Lasst eurer Wut freien Lauf oder feiert zusammen mit mir einen genialen Regisseur.

Jörg Gottschling

Moin! Ich bin der Filmaffe. Den Blog hab ich mir ausgedacht. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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