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ALEXANDER MCQUEEN – DER FILM (2018)

Fashions Bad Boy

Ein Mann zwischen Genie und Wahnsinn. Nicht der Einzige seiner Zunft und doch eine unvergessliche Persönlichkeit: Der Dokumentarfilm ALEXANDER MCQUEEN würdigt einen Designer auf eine sehr intensive Art. Warum sich der Film lohnt, erzählt euch Sarah.

INHALT:

Lee Alexander McQueen war zweifelsohne ein Genie, aber leider auch eine geplagte Seele – ein Schicksal, das er mit vielen Künstlern teilt. Die Dokumentation ALEXANDER MCQUEEN der britischen Regisseure Ian Bonhôte und Peter Ettedgui versucht genau die vielen Facetten, die der britische Designer hatte, aufzuzeigen. Der einfache Junge aus London, der nie gut in der Schule war und doch zu einem der berühmtesten Modedesigner unserer Zeit wurde.

Die Doku ist unterteilt in Kapitel, die nach McQueens legendären Shows benannt wurden. Die Macher kombinierten zahlreiche Interviews mit Freunden, Familie und Kollegen und Aufnahmen aus McQueens Privatleben sowie natürlich Aufnahmen seiner Shows inkl. Behind-the-Scenes. So erhält der Zuschauer einen intimen Einblick sein Leben.

FAZIT:

ALEXANDER MCQUEEN zeigt meiner Meinung nach sehr deutlich, wie nah Genie und Wahnsinn im Leben sind und im Falle von Alexander McQueen tragisch enden können.

Der geschmückte Totenkopf war bereits zu seine Lebzeiten das Zeichen des Labels, nach seinem Selbstmord 2010 verleiht es dem Ganzen eine noch düstere Note. Sozusagen zeigt er dem Zuschauer in gewisser Weise, dass die Geschichte nicht gut enden wird.

Die Kapitel folgen chronologisch dem Leben von Lee Alexander McQueen, der erst durch seine Gönnerin und Muse Isabelle Blow das Lee wegließ. Die kurzen Sequenzen, die die Kapitel einführen, sind sehr schön inszeniert, sehr künstlerisch und erinnern mich an das Intro von THE CROWN. Der Zuschauer lernt so einen jungen, übergewichtigen Jungen kennen, der die Schule nicht fertig machte, erst eine klassische Ausbildung als Herrenschneider bei Savile Row anstrebte und schließlich an der St. Martin’s School of Art & Design studierte. Später kaufte er von seinem Arbeitslosengeld lieber Stoffe und schnorrte dann bei seinen Eltern Dosenfutter. Er fertigte Kleider aus Plastikfolie und schaffte es dennoch, Designer für Givenchy zu werden – parallel zu seinem eigenen Label. Diese Kontraste machen ihn unglaublich faszinierend.

Ich schätze besonders die zahlreichen Privataufnahmen von McQueen. So ist die Doku wirklich in der Lage mir als Zuschauer den Menschen Lee näher zu bringen und zu verstehen, was hinter dem Designer stand. Die Shows waren immer skandalös und stellenweise auch frauenverachtend, dabei lag ihm die Macht der Frauen eigentlich sehr am Herzen. Wenn man erfährt, dass er selbst Missbrauchsopfer war, scheint die Zerrissenheit noch mehr Sinn zu machen. Die Regisseure scheuen aber auch nicht davor zurück, zu zeigen, dass er auch anstrengend und schwierig war. Seine Freunde arbeiteten sich für ihn kaputt, wenn jedoch jemand kündigte, nahm Lee das mehr als persönlich. Auch das Verhältnis zu Isabella Blow litt unter seinem Charakter. Eine weitere Facette der Doku veranschaulicht McQueens Probleme mit sich selbst. Von Drogenmissbrauch und der Kampf mit seinem Gewicht.

Der Mensch Lee war keine einfache Persönlichkeit, es ist also nur verständlich, dass auch die Dokumentation ALEXANDER MCQUEEN kein simpler Film werden kann. Für mich hatte er zudem stellenweise einige Längen. Aber insgesamt ist ALEXANDER MCQUEEN eine hervorragendes Porträt und ein Muss für jeden Modeliebhaber.

ALEXANDER MCQUEEN ist ab dem 11.04.2019 als DVD und als Video on Demand erhältlich.

von Sarah Binder

Bewertung:


Quelle: Pressematerial Prokino

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.

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