DEN GEIERN ZUM FRASS (1968)

Schießereien am laufenden Band

DEN GEIERN ZUM FRASS – das ist (wie auch der Originaltitel „All‘ ultimo sangue“) doch mal ein Filmtitel, wie man ihn sich bei einem Italowestern vorstellt. Vor allem, wenn der Film im Internet als „Italowestern der härteren Art“ beschrieben wird. Diese Beschreibung erscheint allerdings etwas übertrieben, auch wenn Regisseur Paolo Moffa beileibe nicht auf Gewalt und Schießereien verzichtet.

DEN GEIERN ZUM FRASS ist der vierte Film der „Westernhelden“-DVD-Reihe von Koch Media. Er erscheint jetzt zum ersten Mal ungeschnitten auf Blu-Ray.

INHALT:

Die Kriegskasse der Armee wird von Outlaw Billy Gunn (Giovanni Gianfriglia) und seiner Bande gestohlen. Ein Dutzend Soldaten werden dabei getötet. Das Militär beauftragt Clive Norton (Graig Hill), das Gold zurückzuholen und die Gangster dingfest zu machen.

Norton holt sich den Deserteur und verurteilten Mörder El Chaleco (Ettore Manni) zu Hilfe. Denn der hat noch eine offene Rechnung mit Billy Gunn. Doch El Chaleco hat zunächst gar keine Lust, Norton bei der Suche nach dem Gold und den Gangstern zu unterstützen. Es bedarf also erst einiger Überzeugungsarbeit, bevor die zwei sich dann doch auf die Jagd machen.

FAZIT:

Der Film startet ganz unvermittelt mit einer wilden Verfolgungsjagd (die, wie man in den Extras erfährt, zum Großteil einfach aus einem anderen Italowestern übernommen wurde). Das leitet schon ganz gut in den Film ein: Denn hier stehen Actionsequenzen an erster Stelle. Ballereien und Gekloppe gibt es am laufenden Band – mal mehr, mal weniger stark motiviert. Allen voran eine besonders amüsante Schießerei-Sequenz, in der im Sekundentakt die Erschossenen von den Dächern durch Vordächer und Holzbalken stürzen – es scheint kein Ende zu nehmen und ist furios in Szene gesetzt.

Sowieso ist DEN GEIERN ZUM FRASS witzig und locker inszeniert. Und wenn mal jemand bei der ganzen Action und den harten Schnitten nicht ganz versteht, was da eigentlich auf der Leinwand vor sich geht – kein Problem: denn die Figuren erklären es immer nochmal groß und breit. Daher kann man einfach abschalten und trotzdem der Handlung folgen. Allzu intelligente Plotwendungen gibt es sowieso nicht.

Zwar kommen Clive Norton und El Chaleco in eine Vielzahl von ausweglosen Situationen – sie liegen gefesselt in der prallen Sonne und Schlangen wimmeln um sie herum; sie stehen beide auf einer wackligen Wippe, den Hals jeweils in einer Schlinge; sie stehen unbewaffnet vor dem Endgegner, der ihnen die Pistole ins Gesicht hält – und man würde gerne sehen, wie sie es schaffen, da noch heil rauszukommen. Doch leider lösen sich all diese Situationen stets auf uneinfallsreiche Art nach dem Deus ex Machina-Prinzip auf. Das ist zwar schade, den Genuss der unterhaltsamen Actionszenen stört das aber nicht.

DEN GEIERN ZUM FRASS erscheint am 10. August 2017 auf DVD und Blu-Ray. Die Extras bieten neben Trailern und einer Bildergalerie vor allem ein interessantes Featurette, in dem Kameramann Franco Villa und Westernexperte Fabio Melelli zu Wort kommen. Man erfährt dort zum Beispiel, welche Szenen von DEN GEIERN ZUM FRASSaus Budgetgründen eins zu eins aus anderen Filmen übernommen wurden. Die Blu-ray enthält außerdem noch die deutsche Kinofassung.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Koch Media

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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