BATTLESTAR GALACTICA: BLOOD & CHROME (2012)

Solide Sci-Fi-Action.

Willkommen zurück in den zwölf Kolonien. In BATTLESTAR GALACTICA: BLOOD & CHORME ist der Krieg zwischen Zylonen und Menschen bereits voll im Gange. Ein junger Held erlebt in seinem ersten Einsatz die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Kampfes am eigenen Leib. Der TV-Film führt den Zuschauer an einen Zeitpunkt, den wir bisher noch nicht kannten. Ob das Intermezzo gelungen ist, erfahrt ihr hier:

INHALT:
Wiliam Adama (Luke Pasqualino) gehört zu den besten Viper-Pilotenanwärter an der Akademie. Kaum im Einsatz, muss der motivierte Adama jedoch ernüchtert feststellen, dass ihm keine Viper, sondern eine Rapotor (ein kleines Transportschiff) zugeteilt wird. Gemeinsam mit dem resignierenden Co-Piloten Coker Fasjovik (Ben Cotton), der kurz vor dem Ende seiner Dienstzeit steht und eigentlich nur noch die letzten Tage im Einsatz in Ruhe hinter sich bringen will, erhält er den Auftrag, eine Fracht zu überliefern.

Der Routinetransport entwickelt sich jedoch anders als gedacht. Denn die „Fracht“, die Wissenschaftlerin und ehemalige Zylonenentwicklerin Dr. Becca Kelly (Lili Bordán), übernimmt kurz nach dem Abflug das Kommando und schickt das Trio auf einen geheime Mission hinter die feindlichen Linien. Das Ziel ist ein eisiger Planet, der einst als Ferienort für Winterurlauber genutzt wurde, nun aber fest von den Robotern kontrolliert wird. Dort soll an einem Kontrollterminal ein Computervirus freigesetzt werden, um die Zylonen zu deaktivieren.

Auf dem Planeten angekommen läuft jedoch bei weitem nicht alles, so wie geplant: die Soldaten, die dort zur Unterstützung bereit stehen sollten, wurden bereits aufgerieben und der Planet birgt noch eine viel gefährlichere, geheimnisvolle Gefahr in sich. Obendrein kommt es bald zu Unstimmigkeiten und Mismut unter den Missionsteilnehmern. Wer ist eigentlich der wahre Feind? Und warum sind die drei wirklich auf diesem Planeten?

FAZIT:
BATTLESTAR GALACTICA: BLOOD & CHROME von Regisseur Jonas Pate (SHRINK; 2009/ CAPRICA; 2010) schließt eine kleine Lücke und erzählt von dem ersten Auftrag des jungen Viper-Piloten William Adama. So ambitioniert das Projekt wirkt, so sehr merkt man dem Film leider auch seine geringen Produktionsmittel an. Der Film beweist aber auch, dass selbst im kleinen Rahmen ein großes Universum filmisch abgebildet werden kann, wenn man sich nur an die vorgegebenen bekannten Motive und Stilmittel der Reihe hält.

Lobenswert ist der kritische Blick auf ein bereits zehnjährigen Krieg zwischen Maschinen und Menschen, der schon lange in Frage gestellt wird, sich aber zum Selbstläufer entwickelt hat. Die Fronten sind verhärtet und beide Seiten entwickeln immer gefährlichere Waffen, die der Gegenseite schaden soll. Der Film erzählt beispielsweise von eine unmenschlichen, sadistischen Forschung der Zylonen an menschlichem Gewebe sowie eine Entwicklung von wurmartigen Monstern als biologische Waffe. Auch die Menschen rüsten auf und bauen noch größere Kampfsterne: So dürfen wir die ersten Tage des legendären Raumschiffs Galactica miterleben.

Leider hat BATTLESTAR GALACTICA: BLOOD & CHORME jedoch einen großen optischen Fehler, den auch schon die Serie CAPRICA begangen hat. Die ersten Zylonen-Modelle sehen nicht aus, die die Roboterandroiden aus der Originalserie. Dabei wird es rein für den Film zeitlich ganz gut passen. Es ist aber ein kleiner, zu entschuldender Fehler, denn ansonsten merkt man dem Werk seine Mühe an. So schafft der Film keine großen Neuerungen, die das im Jahre 2004 geschaffene Universum im Fundament zum wanken bringt, wohl aber ein paar tolle neu-designte Zylonen-Modelle. Darüber hinaus setzt BATTLESTAR GALACTICA: BLOOD & CHORME auf einen fließenden und logischen Übergang zwischen CAPRICA und BATTLESTAR GALACTICA.

Dazu gehört einerseits das optische Stilmittel des schnellen hektischen Zooms, wodurch manche Szenen etwas Dokumentarisches und Authentisches erhalten. Andererseits steht im Mittelpunkt des Geschehens im Film eine Figur, die sich wie ein roter Faden durch alle Serien zieht: William Adama, den späteren Commander des Kampfsterns Galactica. Obendrein gibt es Anspielungen auf die Ereignisse in CAPRICA. So wird über die Roboter-Forschung von Graystone Industries gesprochen und es kommen Holobänder (eine Art virtual Reality-Brille) zum Einsatz, die wir bereits aus CAPRICA kennen und dort eine zentrale Rolle einnahmen.

Man merkt dem Film allerdings sein geringes Budget an. So werden etwa Weltraumkämpfe zwischen Viper und Zylonen-Jäger nur angeteasert und die Handlung verlagert sich schnell auf einen öden, mit Schnee und Eis bedeckten Planeten hinter den feindlichen Linien. Dieser ist so austauschbar, wie die Story einfallslos ist. Die Wendungen sind vorhersehbar und die Roboter wirken unecht. Das aller ist bedingt durch die Produktionsmittel. Man darf hier den Köpfen hinter dem Film keinen Vorwurf machen, denn im Rahmen ihrer Mittel ist die Umsetzung durchweg in Ordnung. Eine größere Rüge verdient vielmehr die Produktionsriege dahinter, die einen bisher noch nicht thematisierten Handlungsstrang, der viele interessante Tiefen und Möglichkeiten gehabt hätte und eine Bereicherung für das gesamte Universum gewesen wäre, in so einer recht simplen Form als TV-Film veröffentlicht. Hier wäre einfach viel mehr Potential (vielleicht sogar für einen Kinofilm) drin gewesen.

Alles in allem ist es jedoch eine solide Produktion geworden, der es trotz ihres geringen Budgets und den einfachen Effekten für einen kleinen etwa 90-minütigen Moment gelingt, uns noch ein Mal in der Reboot-Universum des Kampfsterns Galactica zu entführen.

Ab dem 28.01.2016 ist BATTLESTAR GALACTICA: BLOOD & CHORME auf DVD und Blu-Ray erhältlich. Als Extras warten auf euch 30 Minuten Deleted Scene und ein 23minütiges Making-Of.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Koch Films 2016

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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