DAS ZEITRÄTSEL (2018)

Öde Reise durch Zeit und Raum

Irgendwie nichts ganzes und nichts halbes: DAS ZEITRÄTSEL ist ein optisch schöner Film mit inhaltlichen Schwächen und einer tragischen Inkonsequenz in seiner Umsetzung. Wir könnten hier den Beginn eines wundervollen Franchise erleben. Doch leider wabert das Science Fiction Märchen in einer Raum-Zeit-Kontinuum-Blase herum.

 

INHALT:

Meg Murray (Storm Reid) Wunsch ist es, einfach nur ein normales Teenager-Leben zu führen. Doch davon ist sie und ihr hochintelligenter Bruder Charles Wallace (Deric McCabe) weit entfernt. denn sie ist die Tochter der beiden genialer Wissenschaftler Kate (Gugu Mbatha-Raw) und Alex (Chris Pine), die durch eine ungewöhnliche Theorie über das Reisen durch das Weltall ihren Ruf eingebüßt haben. Und spätestens als ihr Vater unter mysteriösen Ursachen verschwindet und seit dem nicht mehr wieder zurückkehrt ist.

Doch dann tauchen plötzlich die drei sonderbaren Frauen Miss Welche (Oprah Winfrey), Miss Soundso (Reese Witherspoon) und Miss Wer (Mindy Kaling) auf, die etwas über das Verschwinden des Vaters wissen. Gemeinsam mit dem Nachbarsjungen Calvin (Levi Miller) beginnen die Geschwister eine abenteuerliche Reise quer durch die Galaxis, um das Zeiträtsel um Alex zu lüften…

FAZIT:

Mal abgesehen von der wirklich schönen Optik, die gerade zu Beginn des Abenteuers geboten wird, und den Darstellern, hätte DAS ZEITRÄTSEL auch ein TV-Film werden können. Denn einfach alles wirkt wie ein kurzweiliger Sonntagnachmittagsfilm, aber keineswegs wie ein würdiger Kinofilm. Vor allem inhaltlich wirkt er leer und vorhersehbar.

Gleicher einer Auserwählten zum gedanklichen Reisen durchs All wächst Meg dabei über sich hinaus. Aus einem unsicheren Mädchen in Abseits wird also eine selbstbewusste Abenteurerin. Eine typische Disney-Teenager-Story also mit einem noch typischeren Happy End. Das reißt jedoch ebenso wenig vom Hocker, wie die Star-besetzen mitreisenden Damen, deren Herkunft nicht wirklich erklärt werden. Schauspielerisch bleiben alle unter ihren Möglichkeiten, werden gar auf wenige Charakterzüge reduziert. So auch alle weiteren Charakter.

Die öde Umsetzung manifestiert sich in einem ziellosen, nicht erklärendem Herumgereise durch den Raum. Denn statt sich die Mühe zu machen, einen große, ferne Galaxie aufzubauen. Zieht eine Gruppe von drei Kindern und drei Feen-artigen Frauen blind durch Zeit und Raum. Rückkehr? Ungewiss, aber möglich.

Gleich zu Beginn werden Blumen befragt. Damit ist die Reise in ferne Welten eigentlich schon vorbei. Alle anderen Orte ähneln zu sehr unseren bekannten Gefilden. Außerirdische sind das nicht. Eher Trugbilder eines verqueren Abbilds unserer Erde. Das wirkt Low Budget und sehr einfallslos. Damit ist gleichzeitig die Story auch schon erzählt. Denn etappenweise sammeln die Kids Hinweise zum Verbleib des Vaters und erfahren dabei von einer düsteren Bedrohung (erinnert etwas an die aus DIE UNENDLICHE GESCHICHTE). Eben dieser Bedrohung müssen sie sich am Ende stellen.

Diese Episoden einer lose zusammengestrickten Story haben ihre schönen Momente, sorgen für ein kurzweilige Unterhaltungen. Doch ihnen fehlt ein glaubhafter roter Faden. Das Drehbuch wirkt unfertig, die Charakter zu wenig durchdacht. Ein Wenig mehr Würze, ein Comic Relief, ein frecher Seitenhieb, wäre schön gewesen. DAS ZEITRÄTSEL ist ein Film aus der Konserve: Er ist schlicht unspektakulär und in seinem guten Momenten nur ein Abklatsch anderer Disney-Filme.

Auch Erklärungen sind Mangelware. Warum auch, wenn man diese durch charmant-kindliche Gags abschütteln kann. Genau das wird durch Versprechern, gelegentlicher Slapstick und ulkiger Situationskomik getan. Ja, dieser Film ist wahrlich für eine sehr junge Zielgruppe gemacht. Doch eben diese wird mit dem Alter der Figuren gar nicht angesprochen. Für Teenager zu simpel, für sechsjährige zu thematisch unpassend. Doch eine Sache gelingt DAS ZEITRÄTSEL dann doch: Er bleibt in jedweder Art nicht im Gedächtnis. Schade.

DAS ZEITRÄTSEL ist ab dem 16.08.2018 auf DVD im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Disney

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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