MALEIKA (2017)

Geparden-Mama zieht Nachwuchs groß

1996 lebte Matto Barfuss über Monate unter den Raubkatzen. Seine Arbeit machte ihn berühmt und schärfte das Bewusstsein für die seltenen Geparden. Nun glaubt er eine Nachfahrin von den gefunden zu haben, mit denen er damals unterwegs war: MALEIKA heißt sie und hat gleich sechs Junge bekommen. Ungewöhnlich für eine Gepardin – und eine Aufgabe voller Herausforderungen in der wilden afrikanischen Steppe. Die Dokumentation erzählt mal amüsant mal tragisch und in beeindruckenden Bilder von den ersten Monaten der sechs Jungtiere und ihrer tapfern Mutter.

INHALT

Maleika ist etwas gelungen, dass sehr selten ist. Normalerweise bekommen Geparden nicht mehr als drei Jungen gleichzeitig. Sie hat sechs bekommen: Martha, Malte, Mirelèe, Marlo, Mia und Tollpatsch Majet. Die haben alle Hunger und wollen vor Büffellherden, Krokodilen und Löwen beschützt werden. Eine Alleinerziehende Mutter erkämpft sich ihren Weg durch die afrikanische Savanne.

Während dessen ergeht es anderen Mütter nicht anders. Löwin Mona Lisa sucht vergebens die Hilfe der männlichen Löwen und Ashanti, die Gepardin aus der Nachbarschaft, scheint schon mit der Führsorge zweier Jungen überfordert. Die Sorgen aller Mütter sind berechtigt, denn überall lauern Gefahren für die jungen Raubkatzen. Noch stehen sie am Anfang der Nahrungskette. Doch Maleika ist stark und unnachgiebig. Sie wird ihren Kindern beibringen, was zum Überleben nötig ist. Ihr Liebe lässt sie gar wahre Wunder verbringen…

FAZIT

MALEIKA ist ein Tier-Dokumentarfilm der guten alten Schule und schon deswegen sehenswert. Im Gegensatz zu anderen Dokumentarfilmen dieser Art wurden keine Szenen zu einer fiktiven Geschichte zusammengeschnitten, sondern das Leben selbst erzählt hier von komischen und tragischen Momenten, die Regisseur Barfuss und sein Team festgehalten haben. 2013 lernte der Tierfilmer die Gepardin kennen und begleitete sie über mehrere Monate hinweg bei ihrer Aufzucht der Kinder.

Emotional erzählt und mit einer stimmungsvollen, orchestralen Musik unterlegt werden wir in die Savanne entführt. Mitten im dem wechselhaften Wetter aus schwüler Hitze und prasselnden Regen lernen wir eine Gepardin und ihre sechs Kinder kennen, aber eben auch viel über das Leben der Tiere in Afrika. Jagen für sieben Mäuler, das tägliche Überleben steht hier im Gegensatz zu einer möglichst unbeschwerten Kindheit in freier Natur. Die ist dort natürlich nur bedingt möglich, aber sobald die sechs anfangen zu raufen, ist jeder Zuschauer verzückt. Tierbabys gehen eben immer. Schade, dass nicht wenige auch dem Kreislauf des Lebens zum Opfer fallen. Aber das Leben muss eben weitergehen. Auch das ist eine Message, die MALEIKA vermittelt.

Die Gepardin, so wird es uns erzählt, leistet unvorstellbares: Sechs Kinder in einem Wurf, eine lebensgefährliche Verletzung, kein Jagdglück, permanente Gefahren durch Löwen und Büffel. Man weiß gar nicht, was einen an dieser Geschichte mehr beeindruckt: Die Aufopferung und Hingabe der Gepardin Maleika oder die erstaunlichen Bilder von Afrika. Denn auch optisch kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Sonnenuntergänge mit Silhouetten von Tieren, die Weite eines Landes, indem der Mensch noch nicht völlig die Kontrolle gewonnen hat und die Vielfalt an Leben, an Tieren, die koexistieren. Wie gut, dass das alles so sehr geschützt wird, denn es ist offensichtlich ein wahrer Schatz der Erde.

Der Dokumentarfilm MALEIKA ist ein schöner und wichtiger Beitrag geworden, der uns näher an die Natur heranbringt, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger auf Missstände aufmerksam zu machen. Der Zuschauer wird vielmehr zu stillen Beobachter für eine Welt, die in sich geschlossen und völlig unberührt von unserer Zivilisation noch funktioniert – auf ihre eigenen ungerechte und tragische Weise.

MALEIKA ist ab dem 09.10.2018 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Camino Filmverleih/ EuroVideo

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Jörg Gottschling

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
Jörg Gottschling

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