KINDER DES ZORNS (2009)

Fürchte „Den, Der Hinter Den Reihen Wandelt“!

Die Version von 2009 ist weniger ein Remake des 1984er-KINDER DES ZORNS als eine neue Verfilmung der Steven King-Kurzgeschichte. Der Film hält sich sehr streng an die literarische Vorlage, gibt die meisten Dialoge sogar wortwörtlich wieder. Da ist es beeindruckend, dass die Macher es schaffen, aus den 30 Seiten der Geschichte einen über 90 Minuten langen Film zu gestalten, ohne dass dabei Längen entstehen.

INHALT:

Der Inhalt des Films ist bekannt: Burt und Vicky überfahren auf einer einsamen Landstraße ein Kind, dessen Kehle kurz zuvor durchgeschnitten worden war. Das Paar hofft, in Gatlin Hilfe holen zu können. Dort finden sie aber nur Kinder, die ganz und gar nicht friedlich gesinnt sind…

FAZIT:

Schauen wir uns zunächst mal an, worin sich der 2009er vom kultigen Original unterscheidet. Während in der Verfilmung aus den 1980er Jahren Burt und Vicky ein verliebtes Pärchen am Anfang ihrer Beziehung waren, sind sie in der 2009er-Version ein streitendes Paar am Ende ihrer Beziehung. Damit orientieren sich die Macher ganz an der Geschichte Kings. Auch wird erfreulicherweise überwiegend auf Übernatürliches verzichtet. So stehen die Taten der Kinder im Vordergrund und es entsteht dadurch eine realistischere Stimmung. Das Remake setzt insgesamt einen größeren Fokus auf die Kinder (die im Übrigen um einiges jünger sind als die im Original) und deren religiösen Wahn. Der größte Unterschied besteht allerdings in den andersartigen Plot-Wendungen und dem völlig veränderten Schluss, worüber ich hier jetzt nichts verraten will. Nur soviel sei gesagt: Das Remake bedient sich nicht der damaligen typischen Hollywood-Enden, sondern versucht, den Geist von Stephen Kings Kurzgeschichte einzufangen. Und das ist ihm hoch anzurechnen. Gemeinsam haben die beiden Filme übrigens den creepigen Kinderchor-Score, den für das Remake übernommen wurde.

Auch wenn sich KINDER DES ZORNS von 2009 also sehr genau an Stephen Kings Geschichte hält, unterscheidet sich der Film in ein paar Motiven dann aber doch von ihr. Aus Burt, der im Original ein Arzt ist, wird hier ein Vietnam-Veteran, ein Kämpfer und Killer, der sich von einem Haufen Kinder nicht einschüchtern lässt, sondern zurückschlägt. Das ist eine sehr willkommene Abweichung und eine unterhaltsame Neuinterpretation der Geschichte, denn plötzlich hat man einen Rambo im Maisfeld. Das gibt der Geschichte nochmal einen ganz anderen, sehr reizvollen Kick.

Wenn man die Kurzgeschichte nicht kennt, hat die neue Verfilmung einige Überraschungen auf Lager. Insgesamt ist sie gut gelungen und kann sich durchaus mit dem Original messen. Welche der beiden Fassungen bei einem direkten Vergleich als Gewinner hervorgeht, hängt stark von den Vorlieben und dem Geschmack (bezüglich Traditionen, Effekten oder der Atmosphäre) des Zuschauers ab – das muss jeder für sich entscheiden.

Das Remake KINDER DES ZORNS ist seit dem 27.12.2017 innerhalb der KINDER DES ZORNS-Box im Handel erhältlich. Als Extras stehen einige „Hinter den Kulissen“-Videos zur Verfügung.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Alive – Vertrieb und Marketing

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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