DIE LEGENDE DER PRINZESSIN KAGUYA (2014)

Zauberhaft traurig.

INHALT:
Ein alter Bambussammler findet mitten bei seiner Arbeit im Bambuswald ein kleines Baby, das aus einem Bambusstamm entspringt. Er bringt diese ungewöhnliche kleine Mädchen zu seiner Frau nach Hause. Das Ehepaar ist sofort entzückt von dem kleinen, schnellwachsenden Wesen und beschließt, es groß zu ziehen.

Aus Dankbarkeit über die gute Tat, schenken die Götter der Familie viel Gold. Aus der Armut entkommen, zieht die kleine Kaguya und ihre Adoptiveltern – gegen ihren Willen – in die Stadt. So muss sie sich von ihrem gewohnten Umfeld und ihrem Jugendfreund Sutemaru ohne ein Wort des Abschieds trennen.

Wider erwarten wird das Leben in der Stadt auch nicht besser: Als Prinzessin behandelt wird Kaguya Zucht, Ordnung und ein feines Benehmen beigebracht. Aber Kaguya wehrt sich mit allen Mitteln gegen die Erziehung und setzt unvermittelt ihren eigenen Kopf durch – zum Leitwesen ihrer Lehrerin Sagami.

Mit zunehmenden Alter wächst ihr Ansehen in der Bevölkerung. Und vor allem die Männer der hohen Gesellschaft sind von der wunderschönen, wie entzückenden Kaguya begeistert. Sie kann sich vor Verehrern kaum retten und eine Hochzeit soll auch nicht lange auf sich warten lassen. Doch da hat Kaguya auch noch ein Wort mitzureden…

FAZIT:
Das japanische Studio Ghibli hat erneut einen zauberhaften Film hervorgebracht. Diesmal jedoch weniger animiert, wie etwa WIE DER WIND SICH HEBT (2013), als vielmehr auf klassische Art und Weise fein gezeichnet und mit pastelleigen Farben ausgemalt, ist die LEGENDE VON PRINZESSIN KAGUYA schon optisch etwas ganz besonders aus einer längst vergessender Filmzeit.

Kaguya ist ein Mädchen, das – so einfach ihr Leben auch sein mag – alles hat, was sie braucht und sich wünscht, und wird sie von ihren Eltern an einen Ort gebracht, an dem ein noch glücklicheres Leben auf sie warten kann. Doch all der Reichtum, all der Wohlstand und Ruhm sind ihr nicht wichtig. Für sie selbst ist sie keine Prinzessin, sondern nur ein „kleiner Bambus“, der zwar schnell wächst und dadurch etwas Besonderes ist, sich aber mit den elementaren Dingen auf der Welt begnügen kann. Ein wundervolles Statement für einen Film, das zwar nicht neu ist, aber in den mehr als zwei Stunden von DIE LEGENDE DER PRINZESSIN KAGUYA präzise und hinreißend erzählt herausgearbeitet wurde.

Was am Anfang wie eine widerspenstige Zähmung eines unartigen Mädchens erscheint ist in Wahrheit jedoch ein erbitterter Kampf gegen Windmühlen von einer Prinzessin wider Willen, die an ihrem ständigen inneren Zwiespalt erstickt. Denn DIE LEGENDE DER PRINZESSIN KAGUYA erzählt von der Tragik, sich anpassen zu müssen und sich selbst und alles was einem ausmacht, zu verraten und zu verdrängen. Die melancholische Grundstimmung ist erdrückt, wird jedoch durch leichte Melodien, Kaguyas Ausbrüche aus der einengenden Welt der Stadt gebrochen und durch den Kontrast von Natur und Urbanität symbolisiert.

Leider zieht sich diese Tristes des Films immer wieder in die Länge und hätte an vielen Stellen durchaus auch abgekürzt werden können. Doch dann ginge wohl auch etwas von der Entwicklung der Charaktere und des Films selbst verloren. Auch das Ende ist etwas sehr verworren und sogar sehr beängstigend.

Der Film wirkt wie ein liebvoll ausgestaltetes Kinderbuch. Doch inhaltlich ist DIE LEGENDE DER PRINZESSIN KAGUYA düster und traurig und daher nicht unbedingt für kleine Kinder geeignet. Und doch ist auch dieser Film wieder ein Wunder in der platten Zeichentrickwelt. So gut auf so vielen Ebenen sind heute nur noch ganz wenige Filme.

Dieses Jahr war DIE LEGENDE DER PRINZESSIN KAGUYA von Regisseur Isao Takahata als bester Animationsfilm bei den Oscars nominiert, durfte den Preis jedoch nicht für sich beanspruchen. Der Film basiert auf einem japanischen Märchen. Der zauberhafte Film DIE LEGENDE VON PRINZESSIN KAGUYA ist ab dem 24.04.2015 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Universum Film 2015

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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