Gemetzel & Geschnetzel: 5 fast vergessene Horrorfilme aus den 90er Jahren

Im diesjährigen Halloween-Special widmen wir uns einem Kessel Blutiges mit Wahnvorstellungen, Alienwürze und okkultem Bukett. Denn diesmal geht es um fast vergessen Horrorfilme aus den 90er Jahren.

Es war ein großartiges Jahrzehnt für Horrorfilme: Aus Vampiren wurden handzahme Brad Pitts, Neve Campell schrie weiße Masken an, ein Clown meuchelt in der Kanalisation, George Clooney verbringt eine blutige Nacht im Wirbelsturm und eine Gruppe von Studenten verläuft sich im Hexenwald. Aber um all dies Klassiker geht es hier nicht.

Nein, wir graben Horrorfilme aus, die irgendwie selbst ihr Dasein am Seitenrand verloren haben. Das ist sehr schade. Und vor allem der erste Film hat das mal gar nicht verdient…

 

JACOB’S LADDER – IN DER GEWALT DES JENSEITS (1990)

Postbote Jacob Springer (Tim Robbins) verarbeitet immer noch sein Nachkriegstrauma. Der Vietnamveteran wird von Visionen heimgesucht, die auch Einfluss auf seinen Alltag nehmen. Immer wieder begegnet er Wesen, die nicht von dieser Welt stammen. Verliert er den Verstand? Ist er gar Opfer von perfiden Experimenten? Was ist mit ihm passiert?

JACOB’S LADDER von Adrian Lyne (FLASHDANCE) ist ein Meilenstein des Body-Horrors und eine Inspirationsquelle für viele kommende Horrorfilme und Survival Horrorspiele, wie Silent Hill. Der Film ist voll von biblischen Anspielungen und überträgt die Geschichten in unsere Gegenwart. Der besonderen Reiz des Films liegt in den verstörenden Szenen von einem unnatürlich zappelnden Körper. Schaurig-kultiges Psychozeug.

 

DER RASENMÄHERMANN (1992)

Wissenschaftler Dr. Angelo (Pierce Brosnan) arbeitet mit seinem Team an einem perfekten Soldaten und experimentiert hierfür an Primaten. Ein Affe bricht aus, tötet Menschen und das Experiment wird eingestellt. Nicht für Dr. Angelo. Der macht illegal weiter. Diesmal an Menschen. Der geistig nicht ganz saubere Gärtner Jobe (Jeff Fahey) entwickelt im Laufe der Versuche telekinetische und telepathische Kräfte…und er wird immer aggressiver.

Kurz bevor Brosnan zu 007 wird, macht er sich als Wissenschaftler selbstständig. DER RASENMÄHERMANN ist eine moderne Frankenstein-Story und basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen King. Mit der hat er aber relativ wenig zu tun. Trotzdem ein feines Filmchen, das man sich gut ansehen kann, um seine Horrorfilm-Lücken zu schließen.

 

MIMIC – ANGRIFF DER KILLERINSEKTEN (1997)

Eine Seuche bedroht New York. Die wird wohl von Kakerlaken übertragen und so macht sich ein Forscherteam um Dr. Susan Tyler (Mira Sorvino) daran, dies zu untersuchen. Das Problem wird gefunden und eine Schabenspezies wird dabei erschaffen, welche die Krankheitsüberträger ausrotten soll. Statt Vernichtung entwickeln sich die Insekten weiter, nehmen menschliche Züge an und breitet sich immer mehr in der Metropole aus…

MIMIX – ANGRIFF DER KILLERINSEKTEN ist ein Horrorfilm, der die Gefahr von genmanipulativen Experimenten anspricht. Hinter dem optisch sehr düsteren Film steckt daher auch ein wenig Gesellschaftskritik. Der Film hatte gar nicht viel Budget, doch das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Dies liegt wohl maßgeblich am Regisseur: Guillermo del Toro (PANS LABYRINTH; THE SHAPE OF WATER).

 

THE FACULTY (1998)

In FACULTY erlebt eine bunt zusammengewürfelte Truppe an Schülern einen echte Horrortag. Die Lehrer in der Schule benehmen sich plötzlich sehr seltsam. Obendrein verschwinden immer mehr Schüler. Dann dreht sogar die ganze Stadt durch. Irgendwas hat die Kontrolle über die Menschen übernommen. Doch zum Glück haben die Kids, die sich irgendwann selbst nicht mehr trauen, eine ungewöhnliche Lösung parat.

Dieser Science Fiction Horrorfilm von Robert Rodriguez wurde, man möchte es kaum glauben, erstmals auf der Berlinale gezeigt. Die Besetzung ist aus heutiger Sicht ein echte Knaller: Neben dem jungen Elijah (bevor er Frodo wurde), stehen Josh Hartnett, Laura Harris, Salma Hayek sowie Sänger Usher Raymond und Jon Stewart vor der Kamera. Der Teenager-Horrorfilm spielt mit typischen Klischee-Highschool-Problemen und vermischt diese mit einer fiesen Invasion-Story. Klappt prima, unterhält großartig.

 

STIGMATA (1999)

Friseurin Frankie (Patrica Arquette) wird von Visionen geplagt, redet plötzlich aramäisch und hat blutige Stiche auf ihren Händen, die so aussehen, als wäre sie gekreuzigt worden. Ist sie von Gott gesegnet? Oder doch von Dämonen besessen?

STIGMATA ist ein Horrorfilm mit klassisch-religiösen Motiven. Der Film setzt sich mit der Jesus-Forschung auseinander, vermischt jedoch Fakten mit Theorien. Das darf er auch, um seine Wirkung vollends entfalten zu können. Optisch episch inszeniert und von der Handlung her für einen Horrorfilm recht komplex, gehört dieser Film definitiv zu einem der besten Horrorfilme der 1990er Jahre. Damit darf er durchaus in einer Reihe mit DER EXORZIST und ROSEMARY’S BABY genannt werden.

Und was ist euer Lieblingshorrorfilm aus den 1990ern?

Der Filmaffe

Der Filmaffe

Hier bloggt die Redaktion.
Der Filmaffe

Letzte Artikel von Der Filmaffe (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: