Deadly Class – Band 1: die Akademie der tödlichen Künste

Obdachloser Lausebengel lernt das Töten

Ein Teenager wird vom Pech verfolgt und landet in einer lebensgefährlichen Schule voll mit angehenden Berufskillern: Deadly Class heißt die Comic-Reihe von Rick Remender. Der erste Band ist vor kurzem bei Cross Cult Comics erschienen. Jörg hat sich eingelesen.

INHALT

Ende der 1980er Jahre: Der Punk regiert die Charts und die Straßen. Die Jugend verfällt in eine tiefe Depression. No Future also einfach mal in de Tag hineinleben. Ganz so einfach ist das für Marcus jedoch nicht. Er lebt auf der Straße, seitdem sein Waisenheim in Flammen aufgegangen ist. Der Feuerteufel? Marcus! Als Kindermörder sucht ihn die Polizei. Bisher erfolglos. Mehr schlecht als recht ist auch sein Straßenleben.

Dann lernt er ein paar ganz besondere Schüler kennen, die ihn vor der Polizei retten – auf sehr brutale Weise. Sie eröffnen Marcus ein ganz neues Leben: Rektor Lin bietet ihm an, ihn auf seiner King’s Dominion Akademie aufzunehmen und zum Mörder auszubilden. Was völlig verrückt klingt, ist es auch. Marcus überlegt kurz und schlägt ein. Ab jetzt ist er Teil der Nachwuchsgangster von morgen…

Aktuell läuft übrigens die gleichnamige Serien-Adaption auf dem SYFY-Channel und auf Sky Ticket. Kann sich wirklich sehen lassen. Hier der Trailer:

FAZIT

Deadly Class ist ein Comic, der nach 80ern schmeckt: dreckig, ranzig, versoffen, verkokst, verführerisch und rebellisch. Wer nach Referenzen suchen möchte und von diesem Jahrzehnt nicht genug bekommen kann, wird fündig. Dem Comic gelingt es, die Schattenseite der 80er in Bild zu erfassen. Denn Deadly Class ist nicht neonfarben und hibbelig. Auch seichte Saxophone-Solos haben in diesem depressiven und gewalttätigen Szenario keinen Platz. Gefeiert wird dennoch. Schließlich sind die Teenager dieser ungewöhnlichen Akademie oft auch sich allein gestellt. Drogen berauschen den von Gangs und Rangordnung bestimmten Schulalltag.

Marcus steht dabei ganz unten. Da hilft ihm auch nicht der Ruf des skrupellosen Kindermörder. Als „Ratte“ gehört er keiner Gang an. Vielmehr macht ihn das eher noch zur Zielscheibe für den Nachwuchs von Südstaaten-Nazis, Yakuza, russische Mafia und afroamerikanischen Drogengangstern. Sein Einstieg beeindruckt dennoch: Denn eine seiner ersten Aufgaben ist es, einen Menschen zu töten, der es wirklich verdient hat. Da fällt Marcus gleich mal ein ehemaliger Kriegsveteran ein, der offensichtlich an einem Massaker beteiligt war. Trotz erster Skrupel wagt Marcus es. Der Mord bestätigt seine Aufnahme ins King’s Dominon – es stellt aber auch seinen ersten Mord dar.

Denn was die anderen nicht wissen: Das Feuer im Waisenheim hat er zwar gelegt, aber die anderen Kinder hat jemand anders umgebracht. Sein Zimmerkamerad Chester ist der wahre Kindermörder. Unter dem Pseudonym „Fuck Face“ mordet er weiter. Und er sinnt auf Rache. Bevor er diese bekommt, muss sich Marcus zunächst weiter in der Schule durchsetzen: Sein größter Gegner ist Chico. Der hiesige Boss der des Kartells hat es auf ihn abgesehen. Wohl auch, weil seine Freundin Maria mehr Interesse an Marcus zeigt als an ihm. Außerdem muss Marcus noch seinem neuen Punker-Kumpel Billy dabei helfen, dessen Vater in Las Vegas zu töten.

Band eins von Deadly Class begrüßt uns mit dem Titel „Die Akademie der tödlichen Künste“. Der Comic ist eine Einführung in eine dunkle Schattenwelt verpackt in eine Coming of Age-Story. Die Bilder drastisch. Allein die schockierten Augen mancher Figuren kurz vor ihrem Tod brennen sich in den Kopf des Lesers. Trotz der Gewalt gibt es auch kleine Momente des Schmunzeln. Die vergehen jedoch sehr schnell wieder. Wie gut, dass der dreckige 80er-Charme ebenfalls ein wenig auflockert, sonst würde wohl auch der Leser bald depressiv am Straßenrand kauern. Deadly Class fordert seine Opfer – auch unter denen, die dieses Werk anschauen wollen.

Mit anderen Worten: Dieses Comic ist nichts für Kids. Vielmehr erhalten wir ein packendes Drama mit harten Thriller-Elementen. Der erste Band von Deadly Class ist seit dem 26. Feburar 2018 im Handel erhältlich.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Cross Cult Comics

Jörg Gottschling

Moin! Ich bin der Filmaffe. Den Blog hab ich mir ausgedacht. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
Jörg Gottschling

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