THE SQUARE (2017)

Mit THE SQUARE bricht gerade ein Kunstwerk in die internationale Kinobühne hinein, das kontrovers die Gesellschaft angeht und umjubelt gefeiert wird. Nun kommt Ruben Östlunds Film ins Heimkino. Sarah hat reingeschaut und ist durchaus angetan.

 

INHALT:

Christian ist Kurator in einem Museum für moderne Kunst. Er ist liberal, fährt ein Elektroauto und ist ein guter Vater. Er ist aber auch etwas paranoid. Er entsorgt zum Beispiel nach einem One-Night-Stand das Kondom lieber selbst – die Dame könnte ja sonst etwas damit tun.

Beruflich ist er voll auf Kurs. Er plant ein neues Kunstwerk namens THE SQUARE. Es soll als moralischer Kompass dienen. Aber Christian stolpert schließlich über seine eigenes Verlangen nach Perfektionismus. Wenn sein Handy gestohlen wird, erlaubt er sich selbst eine absurde Selbstjustiz. Das wirft nicht nur ihn, sondern auch das Museum in eine existentielle Krise.

FAZIT:

Ein Kunstwerk als Vorlage zu einem Film ist definitiv nichts Alltägliches. Regisseur Ruben Östlund hat 2014 sein Kunstwerk THE SQUARE realisiert. Mit dem Werk wollte er darauf aufmerksam machen, dass in der Gesellschaft jeder sich selbst am nächsten ist. Die Idee hat er nun in einen Spielfilm weiter entwickelt. Und dafür prompt in Cannes die Goldene Palme gewonnen.

In der Gesellschaft hat man irgendwie verlernt, eine ehrliche Konfrontation zu suchen. Gerade in der liberalen Kunstwelt, in der sich der Protagonist bewegt, ist man so politisch korrekt, dass es einem zu den Ohren raus kommt. Da werden Meetings von weinenden Babys gestört und niemand sagt etwas, oder ein Mann mit Tourette unterbricht ständig eine Rede und gleich wird zu mehr Verständnis aufgerufen.

Diese Welt wird in THE SQUARE veräppelt. Östlund hält einer Gesellschaft den Spiegel vor. Denn wer schaut sich denn einen intellektuellen Film aus der Kunstszene? Hier trifft ein Film genau auf sein Publikum.

Christian ist beruflich die personifizierte Moral, privat sieht das ganz anders aus. Während er am Anfang noch moralisch auf einem hohen Ross saß, ist er am Ende ein gebeutelter Schatten seiner selbst. Claes Bang liefert hier eine großartige Leistung als Christian ab. Er zeichnet bis ins letzte Detail einen Charakter, der Authentizität vermitteln will und sie am Ende einstudiert. Was ihn absolut unauthentisch wirken lässt. Auch bei den Nebenrollen wurde nicht gekleckert. Elisabeth Moss, bekannt aus MAD MEN, spielt eine Journalistin, mit der Christian einen One-Night-Stand hat.

THE SQUARE ist definitiv keine leichte Kost und bei einer Dauer von über zwei Stunden auch stellenweise etwas zäh. Aber meiner Meinung nach, hat er die Goldene Palme absolut verdient und geht als schwedischer Kandidat für den Oscar als bester ausländischer Film ins Rennen.

THE SQUARE ist ab 23.03.2018 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Sarah Binder

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Alamode Filmverleih

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Sarah Binder

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Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
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