HEREINSPAZIERT (2017)

Die Geister, die ich rief,…

HEREINSPAZIERT ist seit dem 26. Januar 2017 auf DVD erhältlich. Der Film behandelt den Zwiespalt, den wahrscheinlich so gut wie jeder nachfühlen kann. Auf der einen Seite ist man liberal und tolerant, auf der anderen Seite aber trotzdem ängstlich und kritisch Neuem gegenüber.

 

INHALT:

Die französisch-belgische Komödie erzählt die komische Geschichte der wohlhabenden Familie Fougerole und der Roma-Familie von Babik, gespielt von Ary Abittan (ALLES UNTER KONTROLLE; 2016/ MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER; 2014).

Der liberale Schriftsteller und Professor Jean-Etienne Fougerole, gespielt von Christian Clavier (AB IN DEN DSCHUNGEL; 2015), lebt mit seiner Familie bestehend aus seiner Frau Daphne, gespielt von Elsa Zylberstein (LINES OF WELLINGTON – STURM ÜBER PORTUGAL; 2012/ SO VIELE JAHRE LIEBE ICH DICH; 2008), und seinem Sohn Lionel, gespielt von Oscar Berthe (TOUT SCHUSS; 2016), in einem luxuriösen Anwesen und befindet sich momentan auf Werbetour mit seinem neuen Buch.

In einer Live-TV-Sendung diskutiert er mit einem sehr konservativen Autor und Rivalen über die Problematik der Roma-Familien in Frankreich und lässt sich leichtsinnigerweise zu der Aussage hinreißen, seine Tür stünde offen, sollte eine Roma-Familie, die kein Dach über dem Kopf habe, heute vor seiner Tür stehen.

Dieses Interview sieht Babik zusammen mit seiner Familie und dem Franzosen Erwan Berruto, gespielt von Cyril Lecomte (DIE BESUCHER – STURM AUF DIE BASTILLE; 2016), dem er kurzfristig Asyl gewährt hat, nachdem dieser aus seiner eigenen Wohnung geworfen wurde. Erwan ermutigt Babik, dieses Angebot von Jean-Etienne anzunehmen und kurz darauf stehen alle – inklusive Erwan, der sich ebenfalls als Roma ausgibt – mit Babiks Wohnwagen vor dem Anwesen der Fougeroles.

Nach einigem Hin und Her gewähren Jean-Etienne und Daphne den Roma wirklich Einlass und lassen sie ihren Wohnwagen in ihrem Garten abstellen. Sie hoffen so, gute Promotion für Jean-Etiennes Buch zu bekommen. Die Familien beginnen nun inklusive des Hausschweins der Roma-Familie ein Leben nebeneinander und miteinander.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommen die beiden Familien sich doch etwas näher und beginnen, das Positive in der Situation zu sehen – nämlich, dass sie in einigen Punkten voneinander lernen und sich so gegenseitig helfen können. Sohn Lionel findet außerdem Gefallen an einer der Töchter von Babik, was Babik jedoch von Anfang an untersagt.

Nach einigen Rückschlägen schafft es Jean-Etienne aber so gut wie alle Familienmitglieder entweder in einem Beruf unterzubringen oder in der Schule. Jedoch hält sich Lionel natürlich nicht an das Annäherungsverbot von Babik und die Geschichte nimmt ihren Lauf…

FAZIT:

Der Film behandelt sehr gut den Zwiespalt, den vermutlich viele Menschen innerlich ausfechten, egal, wie liberal sie zu sein scheinen. Er beschreibt die Angst, die man doch oft vor dem Fremden hat, eben nur weil es fremd ist, auch wenn man eigentlich von sich behauptet, liberal und tolerant zu sein.

Auch wenn man in vielen Situationen damit kämpfen muss, sein Fremdschämen in den Griff zu bekommen, ist der Film sehr unterhaltsam und witzig. Das Thema ist dauerhaft aktuell und der Film beleuchtet die Situation auf humorvolle Art und Weise aus verschiedenen Blickwinkeln.

Neben den Fremdschäm-Momenten gibt es einzig das Ende des Films zu bemängeln, das rein denklogisch nicht zum Rest des Films passt und sehr abrupt und plötzlich kommt.

Ansonsten aber eine klare Empfehlung, sich den Film anzuschauen!

von Franziska Söllner

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Universum Film

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Franziska Söllner

Franziska Söllner

Neben meinem Jura-Studium ist es eine meiner Lieblingsbeschäftigungen für einige Zeit in eine völlig andere (Film-)Welt abzutauchen und für diese Zeit jemand ganz anderes zu sein!
Franziska Söllner

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