COCONUT HERO (2015)

Mike Tyson will sterben.

Gleich zwei Filme aus deutscher Feder, befassten sich im Sommer 2015 mit dem Thema Selbstmord bei Jugendlichen. Erst ABOUT A GIRL und dann COCONUT HERO. Zum DVD-Start von Letzterem lohnt sich noch einmal ein genauerer Blick.

INHALT: 

Mike Tyson ist ein suizidaler Teenager in Kanada, also nicht der Boxer, aber sein Namensvetter. Eigentlich dachte seine Mutter, der Name würde ihn gegen Mobbing schützen, aber da Mike Tyson ein schmächtiger Freak ist, bewirkt es natürlich genau das Gegenteil. Kombiniert mit so einigen anderen Gründen versucht er sich mit dem alten Gewehr seines Vaters zu erschießen; klappt aber nicht, war nur mit Platzpatronen geladen. Dumm nur, dass er schon seinen eigenen Nachruf aufgegeben hat und nun das Gerede nur noch schlimmer wird. Und dann taucht auch noch sein Loser-Vater wieder auf. Gut, dass eine Diagnose beim Arzt Besserung für seine Situation verspricht.

FAZIT:

Schon die Kritik zu ABOUT A GIRL stammt von mir, diesem habe ich 4 von 5 Bananen gegeben. Ich stehe auch nach wie vor zu meiner guten Bewertung, aber im direkten Vergleich macht COCONUT HERO vieles besser.

Denn während sich die Welt von Charleen schon nach den ersten 15 Minuten wesentlich verbessert und alles doch gar nicht so schlimm ist, hat Mike Tyson wirklich kein beneidenswertes Leben. Die Mutter macht sich mehr Sorgen um das Gerede der Nachbarn als um ihren Sohn und auch der plötzlich auftauchende Vater ist auf den zweiten Blick immer noch ein Versager. Es versteckt sich keine heile Welt hinter einer pubertären Gewitterwolke.

Dazu kommt, dass man die Handlung mitten hinein in die weite Leere Kanadas gepackt hat. Das verdeutlicht nur noch mehr, wie es in Mikes Inneren aussieht. Auch sonst wirkt der Film sehr undeutsch. Eine Coming of Age Geschichte, die mehr an die amerikanische Produktion VIELLEICHT LIEBER MORGEN (Perks of being a wallflower) erinnert, als an das was bei uns produziert wird.
Man könnte sich natürlich fragen, warum wir gleich zwei Filme zu der Thematik brauchen. Die Zahl an versuchten oder erfolgreichen Selbstmorden unter Teenagern in Deutschland zeigt aber, dass man endlich über dieses Tabuthema sprechen muss und vor allem den Drahtseilakt hinbekommen muss, den Suizid nicht zu beschönigen, um keine Nachahmer anzuziehen.
Der schwarze Humor der Dialoge und der Handlung (das Drehbuch stammt von Elena von Saucken) macht aus dem Film trotz des ernsten Themas einen kurzweiligen Film und die Besetzung (VICTORIA-Regisseur Sebastian Schipper spielt Mikes Vater) ist insgesamt großartig.

COCONUT HERO ist ab dem 11.02.2016 im Handel erhältlich und ein Muss für alle, die Coming of Age mögen, die mit schwarzem Humor umgehen können und gerne mal wieder einen sehr guten Film sehen wollen.

von Sarah Binder

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial 20th Century Fox 2016

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Sarah Binder

Sarah Binder

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
Sarah Binder

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