DVD & Blu-Ray,  Kritiken

OPERATION: OVERLORD (2018)

Comichafte Mischung aus Kriegsfilm und Nazi-Trash

Nazis haben in Filmen schon einiges gemacht: Sie haben die Bundeslade und den heiligen Gral gesucht und gefunden, sich auf dem Mond versteckt oder schon häufiger wie in FRANKENSTEIN‘S ARMY (2013) versucht, mit Menschenversuchen den unsterblichen Soldaten zu erschaffen. Letzteres ging meistens so gehörig schief, dass Zombies und Mutanten entstanden. Solche Übersoldaten zu kreieren, versuchen die Nazis auch in dem von J. J. Abrams koproduzierten OPERATION: OVERLORD, der jetzt auf DVD und Blu-ray erscheint. In einer verrückten Mischung aus Kriegsfilm und Nazi-Horror-Trash stolpern hier ein paar amerikanische Soldaten 1944 in ein geheimes Versuchslabor und treffen dort auf nicht mehr ganz so menschliche Wesen.

INHALT:

Am Vortag des D-Days soll ein Trupp amerikanischer Soldaten in einem von deutschen Truppen besetzten Dorf in Nordfrankreich einen Störsender ausschalten, damit die Flugzeuge der Armee einfallen können. Doch der Einsatz geht schon zu Beginn schief: Das Flugzeug, mit dem die Soldaten in das Territorium gebracht werden sollten, wird abgeschossen.

Die wenigen überlebenden Soldaten sammeln sich am Boden und wollen ihre Mission erfüllen. Schon bald haben sie den Ort des Störsenders ausgemacht, doch natürlich ist er von dutzenden Soldaten bewacht. Außerdem stoßen die Amerikaner auf ein merkwürdiges, unterirdisches Labor der Nazis, in dem Menschenversuche durchgeführt werden. Doch den „tausendjährigen Soldaten“ herzustellen, klappt noch nicht ganz. Stattdessen hat man eklige Zombie-Mutanten erschaffen…

FAZIT:

OPERATION: OVERLORD beginnt als Kriegsfilm. Es sind die typischen Figuren und ihre typischen Dialoge, wie man sie aus dem Genre kennt. Am Anfang steht eine furiose Actionsequenz, als das Flugzeug abgeschossen wird. Vom Trash, der später aufkommen wird, ist im ganzen ersten Drittel noch nichts zu spüren. Im Gegenteil: Der Film ist ungewöhnlich ernst, nimmt sich vielleicht sogar etwas zu ernst. Auch als er sich zum Ende hin zu einem irren, trashigen Nazi-Horrorfilm entwickelt, nimmt er keinen lockereren Ton an. Ob diese Ernsthaftigkeit jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Aber eines ist sie in diesem Kontext gewiss: neu.

Diese Mischung ist sehr ungewöhnlich, weil sie so gar nicht zusammenpasst: Comichafte Bilder und Gewalt, doch gleichzeitig düstere Ernsthaftigkeit eines Krieges ohne jegliche Selbstironie oder unfreiwillige Komik. Eine trashige Story wie aus einem B-Movie, doch gleichzeitig viele ernste Kriegsszenen. Manch einem mögen diese scheinbar nicht zusammenpassenden Gegensätze als unausgegoren vorkommen, doch letzten Endes ist diese ungewöhnliche Mischung zunächst einfach mal reizvoll. Und OPERATION: OVERLORD setzt sie auch recht unterhaltsam um. Trotz einiger Passagen in der Mitte des Films, in denen die Spannung zwischendurch abebbt, ist dann vor allem das letzte Drittel des Films amüsant und mitreißend inszeniert.

OPERATION: OVERLORD scheint irgendwie, als wäre er gern ein dreckiges B-Movie. Er greift die Ästhetik, die Dramaturgie, die Figuren und Dialoge eines solchen auf, wirkt dabei aber ganz und gar nicht billig, denn er hat die Ausstattung und Mittel eines A-Films: Die Effekte sind größtenteils große Klasse! Wer also billigen Trash sucht, ist hier falsch. Hier bekommt man eine ungewöhnliche Mischung aus A- und B-Film, aus Kriegsdrama und Trashfilm.

OPERATION: OVERLORD erscheint am 21. März 2019 auf DVD und Blu-Ray. Die Extras zur Entstehung des Films sind nicht allzu umfangreich, aber dafür interessant anzusehen. Es wird sehr deutlich, wie aufwendig der Filmdreh war. Nur halten die Filmemacher die Zuschauer wohl nicht für allzu gebildet, da sie meine,n erklären zu müssen, dass die Story von OPERATION: OVERLORD nicht in Wirklichkeit so passiert ist… Ansonsten eine gelungene Aufbereitung der DVD.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Paramount Pictures

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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