WONDER WOMAN (2017)

Wahnsinns Halbgöttin rettet die Welt oder Batman sieht alt aus

Mit WONDER WOMAN geht der vierte Teil (MAN OF STEEL, BATMAN V SUPERMAN, SUICIDE SQUAD) aus dem DC Extended Universe endlich an den Start, doch keine Sorge, dieser Film ist nicht ultra kompliziert mit den vorangegangen Produktionen verknüpft. Jeder Newbie auf dem Gebiet der Superhelden Verfilmungen kann sich problemlos diesen Film anschauen und ihn auch verstehen, denn auf komplexe Anspielungen zu den anderen Filmen wird hier verzichtet. Mehr dazu folgt nun in der Filmkritik:

INHALT:

WONDER WOMAN schildert den Werdegang der Amazonenprinzessin und Halbgöttin Diana (Gal Gadot). Aufgewachsen und aufgezogen auf einem abgelegenen Inselparadies von Amazonen, wird sie zur besten Kämpferin ihres Stammes ausgebildet. Doch die Menschheit befindet sich im Krieg gegeneinander und so verlässt Diana entgegen der Wünsche ihrer Mutter die Insel um den Menschen zur Gerechtigkeit zu verhelfen und den Frieden wiederherzustellen.

Gemeinsam mit dem Piloten Steve Trevor (Chris Pine) begibt sie sich zuerst nach London um ein gestohlenes Notizbuch zu übergeben. Die Deutschen, unter der Führung von General Ludendorff (Danny Huston), haben mithilfe der Wissenschaftlerin Doktor Poison (Elena Anaya) ein hochgradig tödliches Gas entwickelt, welches im Einsatz zahlreiche weitere Opfer fordern würde. Diana vermutet, dass hinter diesem grausamen Krieg der Halbgott Ares steht, den sie mit der Unterstützung von Steve ausfindig machen möchte, um ihn zu töten und damit den Krieg endgültig zu beenden. Diana begibt sich damit in eine ihr völlig fremde Welt und erhält auf ihrer Mission Unterstützung von einer leicht defizilien Gruppe Menschen.

Wird sie es schaffen Ares zu besiegen und die Gerechtigkeit unter den Menschen wiederherzustellen? Aus der Amazonenprinzessin wird Wonder Woman, die von nun an unter den Menschen lebt und gegen das Böse kämpft.

FAZIT:

Regie führt in der Comicverfilmung WONDER WOMAN erstmals Patty Jenkins, eine Frau, die die kreative Leitung mit Bravour meistert, indem sie ein fesselndes Kinoabenteuer um eine starke Frau in einer Männerwelt geschaffen hat. Sowohl Bilder, Kameraführung und schauspielerische Leistung sind auf den Punkt und geben kaum Anlass zu Kritik, denn alles ist schlüssig aufeinander abgestimmt. WONDER WOMAN schildert den Aufgang eines neuen Sterns am Superheldenhimmel.

Die Amazonen leben auf einer fernen Inselgruppe, verborgen durch einen Schutzzauber vor dem Rest der Welt. Ihre Führung hat Hippolyta (Connie Nielsen) übernommen, die als einzige Amazone ein Kind großzieht. Die Frauen leben in Frieden, abgetrennt vom Rest der Welt und trainieren tagein tagaus, obwohl sie ihrer anfänglichen Bestimmung den Menschen im Kampf gegen das Böse beizustehen, nicht mehr nachgehen. Wurden sie doch einst allein zu diesem Zweck von Zeus persönlich zur Erde gesandt, dessen Sohn Ares die Schöpfung Zeus mit Bosheit vergiftete und so einen heftigen Krieg entbrennen lies. Doch Ares konnte vorerst besiegt werden und seitdem verweilen die Amazonen auf ihrer Insel. Diana brennt bereits als kleines Kind für das Kampftraining, doch ihre Mutter Hippolyta verweigert ihr diesen Wunsch anfänglich, erst später fügt sie sich den Wünschen ihres Kindes und lässt sie von ihrer Generalin Antiope (Robin Wright) zur besten Kämpferin ausbilden.

Jedoch wie so häufig ist die Idylle im Paradies nicht von Dauer, denn mit der Bruchlandung des Piloten Steve Trevor auf der Insel, fallen auch die bösen deutschen Soldaten ein. Warum sind eigentlich immer die deutschen der Bösewicht in den Kriegsangelegenheiten? So war es ja auch schon im ersten Teil von CAPTAIN AMERICA, vermutlich werde ich nach dieser Kritik mal etwas darüber recherchieren, wieso der Deutsche in Superhelden Verfilmungen immer gern der Bösewicht ist… Nun ja, die Amazonen schaffen es letztendlich den Angriff der Deutschen an ihrem weißen Sandstrand abzuwehren und wollen nun von Steve mehr über diesen Angriff aus dem Nichts erfahren. Dieser schildert den andauernden Krieg, verweist auf die zahlreichen Todesopfer und seine Mission, das geheime Notizbuch von Doktor Poison seinem Vorgesetzten Sir Patrick (David Thewlis) zu übergeben. Diana versucht die Amazonen zu überzeugen der Menschheit in diesem Krieg beizustehen und ihn zu beenden, denn ohne ihre Unterstützung erscheint ein absehbares Ende des Krieges in weite Ferne gerückt zu sein. Sie vermutet hinter diesem Krieg Ares, der zurückgekehrt ist und nun die Menschen mit Bosheit infiziert hat. Sie sieht die Pflicht der Amazonen die Menschheit vor weiteren Schäden zu bewahren, doch damit steht sie auf der Insel ziemlich allein.

Diana wäre nicht Wonder Woman, wenn sie nicht ihren eigenen Kopf hätte und so schließt die aufrührerische Amazonenprinzessin mit Steve einen Pakt: Diana zeigt ihm den Weg von der Insel und er bringt sie dorthin wo der Krieg am Schlimmsten ist, denn dort vermutet sie Ares. Steve stimmt zu und Diana stiehlt in einer Nacht und Nebel Aktion den Godkiller (ein Schwert) und das Lasso der Wahrheit. Die Flucht der beiden bleibt nicht unbemerkt, denn Hippolyta durchschaut den Plan ihrer Tochter. Anstatt sie aufzuhalten schenkt sie ihr das Diadem der Generalin Antiope, wünscht ihr alles Gute und gibt ihr noch mit auf den Weg, dass sie vieles nicht versteht. Ah ja, als Comicferner kann ich hier nur mutmaßen und beschließen, dass Ares der Vater von Diana ist … wrong way.

Auf der Überfahrt und in London, wird es lustig. Denn Steve ist der erste Mann, dem Diana begegnet und auch London und seine Bewohner sind mal so gänzlich anders als die Schwerter schwingenden Ladies aus dem Paradies. Der Film schöpft hier aus dem Vollen und schafft es die Begegnungen mit der fremden Welt subtil ins Komische zu übertragen. Besonderen Unterhaltungswert hat auch die Sekretärin Etta (Lucy Davis). Die kleine rotgelockte Britin unterstützt die Amazonenprinzessin dabei, in der Masse Londons zu verschwinden, denn das Outfit ist zwar echt scharf, aber nun mal leider alles andere als unauffällig.
Diana testet in einem Edelkaufhaus unter der Aufsicht von Etta verschiedene Outfits auf ihre Kampftauglichkeit. Doch die Mode wird den Ansprüchen der ausgebildeten Kriegerin kaum gerecht und einige Kleidungsstücke gehen hierbei zu Bruch. Besonders amüsant sind auch die Dialoge zwischen Steven und Diana hinsichtlich der Geschlechtlichkeit und der Institution Ehe, wenn er versucht ihr zu erklären, dass Mann und Frau diese eingehen, um sich bis zum Tode treu zu sein. Wenigstens auf dem Papier. Das Konzept ist schwer zu verstehen, nicht nur für Außenseiter, auch für Mitglieder der Gesellschaft ist dieses Bündnis bis heute ein Rätsel hinsichtlich seiner Regelungen.

Nach der erfolgreichen Shoppingtour, begeben sich Steve und Diana gemeinsam in die Regierung, um das Notizbuch zu übergeben. Diana findet sich plötzlich in einer Männerdomäne wieder, in der Frauen gar nicht gern gesehen werden, schon gar nicht wenn sie es wagen sich in Kriegsangelegenheiten einzumischen. Fassungslos über diese von Männern gelenkte Welt, deren Entscheidungen zum Kriegsgeschehen vom Schreibtisch aus gefällt werden, beschimpft die Amazonenprinzessin die feigen Hunde. Welcher oberste Befehlshaber, kämpft nicht selbst in diesem Krieg und untersagt es sogar weitere Maßnahmen gegen General Ludendorff und Doktor Poison zu ergreifen? Wütend über diese die großmäuligen Sesselfurzer stürmt Diana aus dem Regierungsgebäude. Steve eilt ihr hinterher, denn er möchte ihr beweisen, dass nicht alle Männer feige Schreibtischhengste sind und erklärt ihr, dass er sein Versprechen halten wird, sie zum Lager der Deutschen zu führen.
Bevor es losgeht, rekrutieren die beiden in einem Pub noch eine kleine Truppe zur Unterstützung dieses gefährlichen Vorhabens. Sameer (Said Taghmaoui), ein kleiner Türke ehemaliger Schauspieler kann einiges an Kriegserfahrung beisteuern ebenso wie der ehemalige Scharfschütze Charlie (Ewen Bremner), der Schotte mit dem alkoholproblem, der seit seinem Einsatz im Krieg unter schweren Albträumen leidet und sich außerdem nicht mehr in der Lage fühlt zu schießen, erklären sich bereit Diana und Steve zu den Deutschen zu führen. Unterwegs treffen sie auf den Schmuggler Chief (Eugene Brave Rock), der versucht sich weites gehend aus dem Krieg herauszuhalten, entschließt sich aber dennoch im Kampf für das Gute die Gruppe um die Amazone und den Piloten zu komplettieren.

Sie rücken dem Zentrum des Kriegs immer näher und der Film wird zunehmend dunkler in den Schützengräben der Engländer. Doch genau hier, vor den Augen der Soldaten klettert Wonder Woman endlich aus den Schützengräben und tritt den Deutschen furchtlos entgegen, ganz zum Entsetzen aller männlichen Augen. Besonders eindrucksvoll wird dieser Auftritt durch das Wonder Women Theme, das ich persönlich wirklich gelungen finde und in meinen Augen viel zu wenig im Film gespielt wurde. Gespannt wie ein Flitzebogen verfolge ich die zunehmend rasante Handlung und den Einsatz von Diana und ihren Komplizen, die versuchen ein Dorf zurückzuerobern, in dem Zivilisten unter dem Kriegsgeschehen leiden.

Es folgen einige Kampfszenen, die mir ziemlich gut gefallen, aufgrund der Unerschrockenheit der Heldin und gut eingesetzten Slowmotion Einstellungen die die Kampfkunst der ausgebildeten Amazonenprinzessin unter Beweis stellen. Wonder Woman ist einfach nicht von dieser Welt und es ist mittlerweile klar, dass sie mehr ist, als eine Amazonenprinzessin denn sie ist ein Kind von Zeus, damit eine Halbgöttin die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt. Kein Wunder, denn ihre Sprünge in unglaubliche Höhen und wie sie so manche Kirche zum Einsturz bewegen kann, sind einfach nicht von dieser Welt.

Im Lager der Deutschen angekommen, ist Diana kurz davor das Handtuch zu werfen, denn möglicherweise ist es nicht Ares der die Menschen zu bösen Handlungen bewegt, sondern der Mensch selbst, der zu solcher Bosheit fähig ist. Ich denke genau darauf hat ihre Mutter Hippolyta kurz vorm Ausbruch angespielt, als sie hiufügte, dass Diana vieles noch nicht versteht. Im furiosen Finale kämpft die ungleiche Truppe an zwei Fronten. Unter der Führung von Steve, versuchen Chief, Charlie und Sameer den Einsatz des Giftgases im Krieg zu vereiteln. Diana ficht hingegen ihren Kampf gegen Ares aus, den sie tatsächlich gefunden hat, denn nur ein Halbgott kann es mit einem anderen Halbgott aufnehmen.

Meine Erwartungen an den Film WONDER WOMAN waren ehrlich gesagt ziemlich niedrig angesetzt, insbesondere nach der Pleite BATMAN VS. SUPERMAN. Doch sie wurden himmelhoch übertroffen, denn der Film bietet einiges an Witz, viel Spannung, unerwartete Wendungen und einfach großartiges Bildmaterial. Hinzu kommt das Theme der Heldin, sorry für die Wiederholung, aber die Musik hat es mir wirklich angetan. Der Film ist im Ganzen gelungen und ich kann trotz des schöner werdenden Wetters nur raten: Geht ins Kino und lasst euch von dem Werdegang der Amazonenprinzessin an den Kinosessel fesseln. Der einzige Minuspunkt dieses Films, ist in meinen Augen, die Länge, denn 140 min sind schon arg lang. Dies fällt besonders im ersten Teil des Filmes auf, wenn die Truppe sich rekrutiert und auf die Reise begibt. Keine Sorge, man schnarcht nicht ein und sowohl der Witz der Figuren, als auch die zauberhaften Bilder der Amazoneninsel unterhalten ganz gut.

WONDER WOMAN startet am 15.06.2017 in den deutschen Kinos.

von Lena Gerlach

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Warner Bros. 2017

 

Lena Gerlach

Lena Gerlach

Hello, ich bin die Lena und neben meiner Passion dem Lesen steht direkt das Kino. Gerne natürlich auch Buchverfilmungen, wobei ich immer noch auf das cineastische Meisterwerk warte, das die literarische Vorlage übertrifft. Die Wartezeit auf die nächste Buchverfilmung vertreibe ich mir dann mal mit Serien;-)
Lena Gerlach

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