THE WALKING DEAD – Staffel 6 (2016)

Noch mehr Zombies, Beziehungen und Bad Guys

AMC schickt Rick Grimes und seine Crew mittlerweile in die sechste Season. THE WALKING DEAD hat inzwischen seinen festen Platz in der TV-Landschaft gefunden und gehört wohl zu den beliebtesten Serien weltweit. Dabei fällt dem aufmerksamen Zuschauer vor allem eins auf: Es gibt von allem MEHR.

INHALT:

Die Gruppe um Rick Grimes (Andrew Lincoln), Daryl Dixon (Norman Reedus) und Michonne (Danai Gurira) muss sich an sein neues Umfeld in Alexandria gewöhnen. Nachdem Rick auf seinen alten Bekannten Morgan (Lennie James) trifft, entdecken die Bewohner von Alexandria einen riesigen Steinbruch, in dem Hunderte Beißer gefangen sind.

Doch das ist nicht die einzige Gefahr: Ganz nebenbei tauchen die Wolves wieder auf, eine brutale Menschenbande, die keine Grenzen kennt. Während die Gemeinschaft langsam mit den Bewohnern von Alexandria zusammenwächst, nähert sich jedoch eine Bedrohung namens Negan: Immer wieder fällt der Name, doch niemand weiß, wer oder was Negan überhaupt ist. Ist die Gemeinschaft in der Lage, den Strapazen trotz eigener innerer Konflikte Stand zu halten?

FAZIT:

Zeitloses Setting, viel Splatter und hervorragende Darsteller: AMC hat mit THE WALKING DEAD einen Hit gelandet. Dass die Serie dennoch so polarisiert, hat gute Gründe. Denn während ein Zuschauer die grandiosen Effekte feiert, kann der andere nichts mit der Tatsache anfangen, dass sich die Story eher auf die menschliche Gesellschaft nach der Zombie-Apokalypse konzentriert. Doch eines ist klar – TWD bietet von allem etwas. Und in Staffel 6 noch mehr:

Gleich in der ersten Folge macht sich bemerkbar, dass die Macher einiges extra investiert haben, um dem verwöhnten Auge etwas Neues zu bieten. So darf der Zuschauer die wohl größte Zombie-Massenszene der TV-Geschichte bestaunen. Die ersten Folgen setzen dabei ganz klar auf Action – kinoreife Action, das muss erwähnt werden. Bis zum Mid-Seasonfinale werden mehrere Handlungsstränge parallel erzählt, die ein spannendes Konstrukt bilden. Dieser neue Erzählstil tut der Geschichte angenehm gut, denn allmählich lauert die Gefahr, dass sich die Serie selbst immer wieder nacherzählt: Gruppe trifft auf andere Gruppe – Geiselnahme – Befreiung – Suche nach neuer Zuflucht. Das passiert zwar auch in Staffel 6 wieder, es kommt allerdings frischer Wind in den Erzählfluss. Viele (kurze) Flashbacks, Andeutungen – ja, sogar ein McGuffin tunen die Story stark auf.

Trotz der Menge an Action und Blut findet THE WALKING DEAD immer wieder Zeit für Charakterentwicklungen. Und auch hier zieht AMC konsequent das durch, was sich in anderen Bereichen der sechsten Staffel getan hat: Es gibt mehr. Ohne zu spoilern, deuten wir an, was den Zuschauer erwartet: Da gibt es schwangere Frauen, neue Beziehungen und Menschen, die ihre innere Grenze überwinden und über sich hinauswachsen. Entwicklungen, die den Zuschauer und wahren TWD-Fan freuen, denn jeder, wirklich jeder Charakter erhält ausreichend Screentime.

Die Serie lebt weiter, so wie das Leben nach der Apokalypse weitergeht. Ein sehr realistischer Punkt, denn der benötigten Brutalität zum Trotz, hören auch die Menschen in THE WALKING DEAD – Staffel 6 nicht auf zu fühlen. Dass einige der neuen Facetten etwas überspitzt wirken, ist sogar noch verzeihlich, denn es gibt den Darstellern die Möglichkeit, ihr Spiel zu erweitern. Während der ein oder andere Protagonist in den vorangegangenen Staffeln noch etwas stereotyp und oberflächlich wirkte, kann er seine Emotionen diesmal voll ausspielen und schafft etwas, was eine Daily Soap nicht wirklich kann: Er berührt den Zuschauer. Das ist den wirklich tollen Schauspielern zu verdanken, jede noch so kleine Rolle ist hervorragend besetzt.

Doch THE WALKING DEAD ist nichts ohne seine Cliffhanger. Schon die dritte Folge blendet an einer brutalen Stelle einfach aus und wird beendet, sodass man als Zuschauer Fingernägel-kauend vor dem Bildschirm sitzt und wahnsinnig vor Spannung wird. So geht es dann im Staffelverlauf gnadenlos weiter. Allein das Midseason-Finale wäre eines Staffelfinales würdig gewesen, doch auch hier setzt AMC noch die Kirsche aufs Sahnehäubchen: Einer der wohl brutalsten, rücksichtslosesten und fiesesten Cliffhanger der TV-, nein, der Filmgeschichte. Weltweit wird über das Ende der letzten Folge diskutiert. Die letzten 5 Minuten haben es regelrecht in sich. Während im Verlauf der vorherigen Folgen immer wieder der Name „Negan“ fällt, der Zuschauer diesen aber nur beiläufig im Kopf behält und ähnlich wie die Hauptcharaktere diesen nicht Ernst nimmt, wird das Publikum vom Haupthandlungsstrang regelrecht erschlagen.

Hier ist den Machern ein wahres Kunststück gelungen: Man bewegt sich auf demselben Level, auf dem sich auch die Gemeinschaft permanent aufhält. Man weiß nichts über die kommende Bedrohung, fühlt sich in die Ecke gedrängt. Dann kommt der große Auftritt, eine kurze, einschüchternde Rede, Lucille und Ende. Nichts verstanden? Das macht nichts, denn zu viel kann und darf man an dieser Stelle nicht verraten. Lediglich ein kleiner Hinweis: Angst. Sowohl in den Augen der Protagonisten, als auch vor der Auflösung des Ganzen.

Die deutschsprachige Erstausstrahlung erfolgte bereits auf FOX (Pay TV, 12. Oktober 2015 – 4. April 2016). Die BluRay der sechsten Season erscheint zunächst in den USA am 23. August 2016, daher kann man ca. 3 Monate später – erfahrungsgemäß im November – mit dem deutschen Release rechnen.

von Salih Yayar

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial AMC/ FOX Deutschland 2016

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Salih Yayar

Salih Yayar

Hey, ich bin Salih, 28 Jahre alt, kinosüchtig und Serienfreund. Große Epen, Sci-Fi und Independent sind mein Ding - also eigentlich alles. Und wenn ich nicht gerade über Multimedia oder Politik diskutiere, versuche ich selber mal etwas auf die Leinwand zu zaubern. Meistens kläglich.
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