THE BOSS BABY (2017)

Windelträger im Anzug auf geheimer Mission

Nach meiner traumatischen Erfahrung mit dem letzten Film aus dem Hause DreamWorks gibt es mit THE BOSS BABY endlich wieder ein neues Animationsabenteuer in den Kinos. Die Familie Tempelton bekommt Zuwachs, doch irgendetwas stimmt mit diesem Baby nicht.

INHALT:

Der siebenjährige Tim Tempelton (Miles Bakshi) erlebt in seiner Fantasie viele Abenteuer: Er bekämpft Dinosaurier, rettet seine Eltern (Jimmy Kimmel als Vater, Lisa Kudrow als Mutter) aus dem Magen eines Haifisches und genießt die volle Zuwendung beider Elternteile. Doch die familiäre Idylle wird plötzlich gestört, als die Eltern mit einem Baby (Alec Baldwin) die Haustür durchschreiten. Tims neuer Bruder beansprucht von jetzt an die volle Aufmerksamkeit der Eltern und zwar 24 Stunden am Tag.

Schnell findet Tim heraus, dass es sich bei seinem vermeintlichen Bruder nicht um ein gewöhnliches Baby handelt. Es trägt Anzug, einen Aktenkoffer und ist im Auftrag der Firma BabyCorp unterwegs, um eine geheime undercover Mission zu erfüllen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten arrangiert sich das ungleiche Geschwisterpaar miteinander: Tim hilft dem Baby bei der Durchführung des Auftrags und im Gegenzug verspricht der kleine Bruder wieder aus dem Familienleben der Tempeltons zu verschwinden. Für Tim beginnt ein aufregendes Abenteuer in dem es um alles geht.

FAZIT:

THE BABY BOSS startet, wie eigentlich ein Film enden sollte. Die Familienidylle im Haus der Tempeltons ist perfekt: Mama, Papa und Tim. Tagsüber erlebt er die wildesten Abenteuer – der Fantasie des Kleinen sind keinerlei Grenzen gesetzt – und abends gibt es eine Gutenachtgeschichte und den Lieblingssong zum einschlafen. Doch mit der Ankunft des Babys, von den Eltern liebevoll als „Bruder“ vorgestellt, ändert sich Tims Alltag. Seine Eltern scheinen ihn vergessen zu haben, denn sie sind vollauf damit beschäftigt, dem Baby alle Wünsche von den Augen abzulesen. Tim fühlt sich vernachlässigt, ein Gefühl, dass sicherlich viele Kinder kennen, wenn ein neues Geschwisterchen in den Haushalt zieht.

Tim findet die neue Situation unerträglich und außerdem ist das Baby merkwürdig. Denn welcher Windelträger lässt sich in den ersten Lebenstagen im Anzug herumtragen? Auch scheint das Baby genau zu wissen, dass Tim bei den Eltern nur noch die zweite Geige spielt. Triumphierende Mimik auf der Boss Seite am Essenstisch macht dies deutlich. Doch damit nicht genug, denn der Verdacht des älteren Tempelton Kindes bestätigt sich, als er ein vermeintlich geschäftliches Telefonat des Babys belauscht. Merkwürdig erscheint mir hierbei allerdings weniger, dass das Baby sprechen kann, sondern vielmehr die Tatsache, dass es ein Kindertelefon a la Fisher Price dazu benutzt. Das Baby ist aufgeflogen und Tim versucht mit aller Beharrlichkeit seinen Eltern zu beweisen, dass der Familienzuwachs, gar nicht zur Familie gehört.

Spielenachmittag im Hause Tempelton: Zwecks Sozialisierung sind verschiedene andere Babys bei der Familie zu Gast, doch Tim findet heraus, dass es sich hierbei tatsächlich um ein Meeting handelt. Angeführt von Tims neuem Bruder, wird die geheime Mission und das weitere Vorgehen besprochen. Die Firma BabyCorp, in der der Familienzuwachs eine hohe Position bekleidet, hat die Aufgabe, die Liebe von Eltern für den menschlichen Nachwuchs sicherzustellen. Eltern steht nämlich laut den Unterlagen von BabyCorp nur ein begrenztes Kontingent an Liebe zu und dieses sinkt zunehmend aufgrund der Konkurrenz durch Hundewelpen. Das erscheint mir natürlich völlig logisch, denn die sind viel süßer und schreien auch nicht so viel. Der Forever-Hund könnte diese Liebe völlig für sich beanspruchen, denn er bleibt auf ewig ein Welpe. Das Damokle-Schwert schwebt in Form eines asiatisch anmutenden Welpen mit Kulleraugen über der Firma BabyCorp… Können Tim und der kleine Anzugträger die Verbreitung der Welpen über dem gesamten Planeten rechtzeitig stoppen?

DreamWorks inszeniert hier eine humorvolle Geschichte um die Familie und ihre Bedeutung. Diese erkennt auch Tim im Laufe des Filmes, denn er lernt seinen vermeintlichen Bruder zu lieben und schätzen. Der Film hat einige Lacher auf seiner Seite und ist aufgrund seiner Ausarbeitung neben den ganz kleinen Zuschauern auch etwas für den älteren Kinogänger mit Hang zu Animationsfilmen. Die Handlung zu THE BABY BOSS basiert lose auf einem Kinderbuch und überzeugt besonders durch die Synchronstimme des Babys. Insgesamt ist der Film ganz nett und unterhaltsam, kommt allerdings nicht an MADAGASKAR heran.

THE BOSS BABY startet am 30.03.2017 in den deutschen Kinos.

von Lena Gerlach

Bewertung:

Quelle: Pressematerial 20th Century Fox 2017

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Lena Gerlach

Lena Gerlach

Hello, ich bin die Lena und neben meiner Passion dem Lesen steht direkt das Kino. Gerne natürlich auch Buchverfilmungen, wobei ich immer noch auf das cineastische Meisterwerk warte, das die literarische Vorlage übertrifft. Die Wartezeit auf die nächste Buchverfilmung vertreibe ich mir dann mal mit Serien;-)
Lena Gerlach

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