Affentheater

BATMAN: Die vielen Gesichter des dunklen Ritters

Kaum ein Held aus dem DC-Universum ist so populär und facettenreich-faszinierend wie die Fledermaus. Er bekämpft in der Nacht das Verbrechen und gibt sich tagsüber als Millionenerbe und Playboy. Doch sein öffentlichen Leben und sein Leben als maskierter Rächer ist nur eine Fassade und eine extrovertierte Verarbeitung eines dunklen, tragischen Schicksals: Als kleiner Junge wurde er in seiner Heimatstadt Gotham City Zeuge, wie seine Eltern ermordet wurden. Seine unbeschwerte Kindheit endete mit diesem einschneidenden Erlebnis abrupt. Von da an arbeitete Bruce Wayne darauf hin, seine korrupte Stadt aus erdrückenden Fängen krimineller Banden zu befreien. Er wurde Batman.

Erfunden von Bob Kane und Bill Finger trat er erstmals 1939 in der Comic-Reihe „Detective Comics“ (Ausgabe 27) auf. Sein Markenzeichen: Er hat keine Superkraft, sondern bedient sich technischer Hilfsmittel und hat durch hartes Training seinen Körper für den Kampf gegen das Verbrechen gestählt. Schusswaffen benutzt er nicht, ordentlich zuschlagen kann er dennoch. Innerlich ist er verbittert und voller Hass, äußerlich gibt sich Bruce Wanye als erfolgreicher Geschäftsmann und Philanthrop. Doch sobald die Nacht einkehrt, schlüpft er in die Rolle seines alten Egos und durchbricht, meist im Alleingang, die Ketten der Tyrannei größenwahnsinniger Schurken.

Doch so düster, wie wir ihn heute kennen, war er anfangs noch nicht. Gerade im Film hat die Fledermaus im Laufe der Jahre eine große Wandlung mitgemacht. So saß zunächst sein Kostüm mehr schlecht als recht und ein eigenes Batmobil war ihm nicht vergönnt. Auch seine berühmten Gegenspieler hatten erst spät ihre ersten Auftritte. Bis der düsterer Held seine dunkle, harte und nachdenkliche Seite vollends entfalten durfte, wirkte er zwischendurch wie die Parodie seiner selbst und sehr überzeichnet.

Der dunkle Ritter kehrt diese Woche in BATMAN V SUPERMAN an der Seite des stählenden Helden zurück auf die Leinwand. Erneut verkörpert mit Ben Affleck ein weiterer Schauspieler diese Figur und wir erleben Batman erstmals in einem etwas gesetzteren Alter. Für uns Grund genug, noch einmal zurückzublicken und uns die einzelnen Filmfledermäuse nochmal anzuschauen:[nextpage title=“Lewis Wilson“]

BATMAN & ROBIN; 1943. © Columbia Pictures Corporation.

Der erste, der vor der Kamera in das Fledermauskostüm stieg, war Schauspieler Lewis Wilson. In der Serial-Kurzfilmreihe BATMAN & ROBIN (1943) muss sich Batman gegen Dr. Tito Daka bewähren, der in Besitz einer Maschine ist, um Menschen zu kontrollieren.

Die Umsetzung war jedoch eines Batmans nicht wirklich würdig. So erhielt Batman, aufgrund des geringen Budgets, nicht mal ein eigens Batmobil und musste sich mit dem selben Fahrzeug begnügen, wie Bruce Wayne. Immerhin war die Batcave schon zu sehen und die Idee des Geheimgangs, über den Batman und Robin zur Höhle kommen, wurde sogar in den Comics übernommen.

[nextpage title=“Robert Lowrey“]

BATMAN & ROBIN; 1949. © Columbia Pictures Corporation.

Im zweiten Abenteuer von BATMAN & ROBIN (1949) streift sich Robert Lowrey das Kostüm über. Auch diesmal geht es um eine mächtige Maschine. Doch statt Menschen kann sie diesmal andere Maschinen kontrollieren. Doch sie wird von dem Genie The Wizard gestohlen. Batman und sein Gefährte Robin versuchen alles, um die Maschine wieder zurückzuholen.

Auch diese Produktion war von der Qualität her nicht berauschend. Als Batmobil diente ein schwarzer Mercury. Aber erstmals kam das Batsignal zum Einsatz und die eingeführte Figur Vicky Vale wird von da an zum festen Bestandteil der Comic-Reihe.

[nextpage title=“Adam West“]

BATMAN; 1966. © 20th Century Fox.

Wenn ein Name mit der heldenhaften Fledermaus verbunden ist, dann ist es der Name Adam West. Von 1966 bis 1968 spielte er in der Fernsehserie BATMAN die Hauptrolle. Die Serie, die vom amerikanischen TV-Sender ABC produziert wurde, umfasst 120 Folgen und mit BATMAN HÄLT DIE WELT IN ATEM (1966) einen Spielfilm. In der Serie traf Batman auch endlich auf seine klassischen Gegenspiel (u.a.: Riddler, Joker, Pinguin) und auch Batgirl trat erstmals in Erscheinung.

Die Serie hatte einen sehr ungewöhnlichen Stil und wirkt wie eine Parodie auf die Comics. Batman und Robin nennen sich „das dynamische Duo“ und es wird viel mit Slapstick gearbeitet. Genau aus diesem dilettantisch-komischen Grund genießt Adam Wests Batman bis heute Kultstatus. Gleichzeitig wurde danach bisher nie wieder eine Batman-Serie mit realen Darstellern produziert – wenn man mal von BIRDS OF PREY (2003) und GOTHAM (seit 2014) absieht, die aber beide zeitlich und thematisch einen anderen Schwerpunkt haben.

[nextpage title=“Michael Keaton „]

BATMAN; 1992. © Warner Bros. Entertainment

Tim Burton, der Meister des grotesken und Liebhaber des romantischen Gothikhorrors schien wie geschaffen für den Regiestuhl einer modernen Batman-Verfilmung. Und tatsächlich konnte sich seine Fledermaus zum damaligen Zeitpunkt mehr als sehen lassen. Schauspieler Michael Keaton, der kaum zwei Jahre zuvor als eckiger Lottergeist Beetlejuice im vorhergegangenen Burton-Film zu sehen war, wurde dieses Mal zum düsteren Helden BATMAN (1989). Direkt im ersten Film der neuen vierteiligen Reihe trat kein Geringerer als der Joker, gespielt von Jack Nicholson, auf den Plan. Die Erzfeinde trafen in einem großartig-schaurigen Setting aufeinander und Batman wurde zum ersten Mal tatsächlich ein ernstzunehmender Held im Film.

Dies setzte sich auch in BATMANS RÜCKKEHR (1992) weiter fort. Diesmal hatte Batman, erneut gespielt von Keaton, gleich eineinhalb Gegenspieler: Der Pinguin (Danny DeVito), eine missratene Gestalt und ein reicher Erbe, entspringt aus der Kanalisation und terrorisiert Gotham City mit seiner Pinguin-Armee. Gleichzeitig fällt die Sekretärin und Katzenliebhaberin Selena Kyle aus dem Fenster und wird zu Catwoman. Ein surrealistischer Comicheldenfilm nimmt seinen Lauf.

[nextpage title=“Val Kilmer“]

BATMAN FOREVER; 1995. © Warner Bros. Entertainment

BATMAN FOREVER (1995) von Joel Schumacher ging weg vom düsteren Gothik-Setting der Burton-Batmans und setzte dafür mehr auf bunte Neoneffekte. Val Kilmer übernahm die Rolle des dunklen Rächers und bewies sich als smarter und cooler Bruce Wayne, der noch nie so einen jugendlichen Charme versprühte. Auch als Batman setzte er auf Coolness und Souveränität. Seine Gegenspieler

waren Tommy Lee Jones als Two-Face und Jim Carrey als Riddler. Beide trieben den Wahnsinn eines verrückten und skrupellosen Genie-Verbrechers jedoch ein wenig auf die Spitze. In diesem Batman-Film zeigte sich auch erstmals seit Jahren wieder Batmans eifriger wie talentierter Gehilfe Robin, der von Chris O’Donnell verkörpert wurde.

[nextpage title=“George Clooney“]

BATMAN & ROBIN; 1997. © Warner Bros. Entertainment

Er sagt selbst über sich, dass er der schlechteste Batman aller Zeiten war. Und eigentlich möchte man George Clooney nur zustimmen, denn BATMAN & ROBIN (1997), ebenfalls von Joel Schumacher, wirkte wie eine Zirkusshow aus LSD, die mit viel plumpem Humor und noch mehr Neonlichtern versuchte, eine futuristische Welt zu erzeugen, die sich selbst darin verlor, große Helden und starke Schurken in die Lächerlichkeit zu ziehen. So wurde der mächtige und intelligente Bane zu einer Marionette deklassiert, das dynamische Duo zum Spielball einer bezirzenden Posion Ivy (Uma Thurman) und Mr. Freeze (Arnold Schwarzenegger) zu einem urkomischen Grobinator, dessen zwei Seiten seines Charakters mehr schlecht als recht zum Ausdruck kamen. Einzig die darmatische Nebenhandlung um Butler Alfred berührte das Fanherz. Doch auch hier schlich sich ein fieser Fehler ein. Alfreds Nichte wird zu Batgirl. Dabei wissen wir doch alle, dass eigentlich Kommissar Gordons Tochter in das weibliche Fledermauskostüm steigt. Damit war der Höhepunkt an ungereimten Differenzen zwischen Comicvorlage und Film endgültig erreicht.

[nextpage title=“Christian Bale“]

BATMAN RETURNS; 2005. © Warner Bros. Entertainment

Mit tiefer Stimme, viel Dreck im Gesicht und einer authentischen Stadt mit fiesen Verbrechern gelang es Regisseur Christopher Nolan in BATMAN RETURNS (2005) zu punkten. Er verzichtete auf die Comic-Überzeichnung von Schumacher und zeigte in seinen drei Filmen einen gebrochenen Helden, der am Rande der Illegalität gegen das Verbrechen kämpft, sich sogar am Ende von THE DARK KNIGHT (2008) sogar komplett als Held zurückziehen muss, weil er als Verbrecher gesucht wird. Leider schoss er in seinem epischen Finale THE DARK KNIGHT RISES etwas über das Ziel hinaus und wurde gar zu pathetisch. Dennoch gelang es Nolan auch Dank der tollen Leistung von Schauspieler Christian Bale einen würdigen Batman, wie man ihn aus den Comics kennt, auf der Leinwand zu installieren.

[nextpage title=“Ben Affleck“]

BATMAN V. SUPERMAN; 2016. © Warner Bros. Entertainment

Das Nolan-Erbe ist groß und die Kritik um seine Besetzung ist noch viel größer. Ben Affleck stellt sich dieser Skepsis um seine Person dennoch und wandelt mit seinem Batman, schaut man sich die Trailerbilder an, auf den dunklen Pfaden der Nolan-Trilogie. Wir dürfen sogar noch erwarten, dass wir es hier mit einem noch fieseren, noch verbitterten alten Mann zu tun haben, der sich nichts gefallen lässt und es sogar mit dem mächtigen Superman (Henry Cavill) aufnimmt – eigentlich ein ungleicher Kampf. Nur gut, dass sich beide wohl am Ende doch zusammentun, um sich gemeinsam gegen die üblen Machenschaften von Lex Luthor (Jesse Eisenberg) zu stellen. Wie der Kampf ausgeht und was plötzlich Wonder Woman (Gal Gadot) in all dem Durcheinander macht, erfahren wir ab dem 24.03.2016 in den deutschen Kinos.

Moin! Ich bin der Filmaffe. Den Blog hab ich mir ausgedacht. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: