Schwarz auf weiß #15: Greta Garbo & NINOTSCHKA (1939)

Der Name Greta Garbo ist bis heute untrennbar mit dem alten Hollywood und den großen Filmdiven verbunden. Durch ihre Schönheit und ihre besondere Art zu spielen, erhielt sie den Beinamen „die Göttliche“. Als eine der wenigen schaffte sie erfolgreich den Sprung vom Stumm- in den Tonfilm. Garbo wurde 1905 in ärmliche Verhältnisse in Stockholm geboren und verlor früh ihren Vater. Sie musste schon in jungen Jahren arbeiten gehen, was ihr aber schließlich half, entdeckt zu werden und über die heimische Filmindustrie in die USA zu kommen. Sie repräsentierte sie das, was wir heute wohl als skandinavischen Minimalismus kennen.

Ihr Spiel war schon in Stummfilmen ungewöhnlich zurückhaltend, ganz im Gegensatz zu den anderen Schauspielern der Zeit. Sie wirkte immer distanziert und kühl und spielte zahlreiche Rollen in ernsten Filmen. Das änderte sich 1939 unter der Regie von Ernst Lubitsch in der Komödie NINOTSCHKA. Er wurde unter dem Slogan „Garbo Laughs!“ beworben. Die Szene, in der sie lacht, nimmt den Großteil des Trailers ein. Hier konnte sich Greta Garbo von ihrer Ernsthaftigkeit verabschieden und sich in eine ganz neue Richtung entwickeln.

Zum Inhalt:

Genossen Buljanoff, Iranoff und Kopalski reisen im Auftrag der sowjetischen Regierung beauftragt, nach Paris zu fahren um Juwelen zu verkaufen. Die Staatskassen sind leer und man erhofft sich große Einnahmen. Die Juwelen gehörten zuvor der Großfürstin Swana, die sich ebenfalls in Paris befindet. Ihr Vertrauter und Geliebter Graf Léon bekommt von dem Vorhaben der drei Wind und fasst einen Plan. Er versucht die drei Gesandten aus dem Konzept zu bringen, indem er ihnen die schönen Seiten des Kapitalismus in Paris aufzeigt. Sie ziehen in ein schickes Hotel und feiern rauschende Feste. Moskau schickt daraufhin Ninotschka nach Paris, die für ihre Disziplin bekannt ist und wieder Ordnung herstellen soll. Doch auch sie erliegt dem Charme des Grafen, wenn auch auf andere Weise. Die beiden verlieben sich ineinander. In einer dramatischen Wendung, stellt ihr die Großfürstin jedoch ein Ultimatum, nachdem sie in den Besitz der Juwelen gekommen ist. Sie muss sich zwischen Léon und den Juwelen entscheiden. Zunächst kehrt Ninotschka zurück nach Moskau aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

 

NINOTSCHKA erschien 1939 als eine klare Kritik an der stalinistischen Sowjetunion. Es gab bereits eine Drehbuchvorlage, die jedoch vom amerikanischen Studio, unter anderem mit Billy Wilder, umgearbeitet wurde. Darin waren einige Spielorte in der Sowjetunion angelegt. Um unnötige Spannungen zu vermeiden, verlegte man diese aber nach Paris. All das hat in Deutschland und der Sowjetunion allerdings nichts gebracht und der Film verfiel für einige Jahre der Zensur. Der Film hat bis heute keinen Charme verloren. Selbst die Kostüme sind zeitlos. Wie Ninotschka vor einem Schaufenster stehen bleibt, und sich in einen außergewöhnlichen Hut verliebt, lässt sich sofort in einen Film im Jahr 2017 verlegen.

Eigentlich sollte Greta Garbo mit Hilfe von Ninotschka zu ihren alten Erfolgen zurückkehren, nachdem ihr letzter Film MARIA WALEWSKA weit hinter den Erwartungen des Studios zurück geblieben war. Es sollte aber doch ihr vorletzter Film werden. Danach spielte sie nur noch in DIE FRAU MIT DEN ZWEI GESICHTERN (1948) und zog sich dann aus dem Filmgeschäft zurück. Bis zu ihrem Tod sah man Greta Garbo kaum noch in der Öffentlichkeit, was den Mythos der Frau jedoch half.

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Sarah Binder

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Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
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