GIRLBOSS (2017) – Staffel 1

Miete zahlen ohne Job?

Heute startet bei Netflix die neue Serie GIRLBOSS. Vor ein paar Tagen konnten wir bereits in die ersten vier Folgen hineinschauen. Lena war so frei und erzählt euch in ihrer Kritik, ob sich ein Blick in die Serie lohnt.

INHALT:

Sophia (Britt Robertson) ist 23 Jahre alt und weiß nicht so recht wohin es gehen soll. Ein fester Job mit Kranken- und Rentenversicherung kommt für den Freigeist nicht in Frage. Doch wer zahlt die Miete für das Appartement in San Francisco? Zu Papi ziehen ist für die Brünette mit Pony keine Option. Kurz vor der Räumung der Wohnung, stellt sie aus der Not heraus eine Fancy-Lederjacke bei Ebay ein. Überraschenderweise übersteigen die Gebote für das 10 Dollar Schnäppchen die 600 Dollar Marke innerhalb von ein paar Tagen. Sophia wittert das schnelle Geld und beschließt, kurzerhand sich mit einem Online-Shop selbstständig zu machen. Doch die Suche nach Schnäppchen, die teuer weiterverkauft werden können, und der Umgang mit den Online-Käufern ist nicht immer ganz einfach.

FAZIT:

Netflix kreiert hier eine Serie, die lose auf der Erfolgsgeschichte der Selfmade-Millionärin Sophia Amoruso basiert. Sophia stieg 2006 als Verkäuferin von Secondhand-Klamotten bei Ebay in das Online-Geschäft ein und arbeitete sich schnell zur Geschäftsführerin einer erfolgreichen Online-Boutique mit dem Namen Nasty Gal hoch. 2016 folgte die Insolvenz zu der die echte Sophia schweigt und stattdessen lieber ihre Netflix-Serie mitvermarktet. Und damit zur Serie:

Die Serie spielt im Jahr 2006 und damit in dem Jahr, in dem auch die Erfolgsgeschichte der echten Sophia begann. Wir befinden uns hier in einer Zeit ohne Smartphone, was mich anfänglich gerade beim Thema der Serie, Onlinehandel, etwas irritierte. Ja lang ist es her, doch auch ohne den mobilen Alleskönner, war es möglich, bei Ebay Klamotten zu verscherbeln.

Sophia ist 23 Jahre alt, lebt in einem Appartement in San Francisco, jobbt in einem Schuhladen und möchte nicht gerne erwachsen werden. Denn das Leben als Erwachsene ist einfach furchtbar ätzend, fast ebenso ätzend wie der Job im Schuhladen. Doch es hilft ja nichts, wenn man bei Mami und Papi ausgezogen ist, muss man auch selbst die Miete zahlen.

So ein Brotjob erfordert natürlich einiges an Zuverlässigkeit und Verpflichtungen, mit denen Sophia aber mal so gar nicht warm wird. Getreu dem Motto „YOLO“ verbringt sie die Abende lieber in Clubs und hat entsprechend Schwierigkeiten, pünktlich im Schuhladen zu erscheinen. Da das Frühstück natürlich viel zu kurz kam, greift sie sich einfach das Sandwich ihrer Chefin. Die ist natürlich not amused… Als Sophia zusätzlich Privatgespräche mit ihrem Vater führt und die Angebote bei Ebay auf dem Arbeitsrechner checkt, patzt der Chefin der Kragen. Kundenbetreuung sieht anders aus. Sophia bemerkt ihr Fehlverhalten überhaupt nicht, lässig tut die Brünette diese Kleinigkeiten ab und gesteht sogar offen ihre Verfehlungen, die für sie nicht wirklich ein Problem darstellen. Ich frage mich, wieso hier wiederholt ein so schlechtes Bild über meine Generation vermittelt wird, kein Wunder dass die Rentner im Bus ständig sagen, unsere Generation hätte keinerlei Verantwortungsbewusstsein. Danke Netflix, dass du dieses Bild weiter tradierst und mein Opa glücklicherweise nur ein Sky Sport Abo hat.

Aufgrund von Sophias Verfehlungen setzt die Periode der Chefin zwei Wochen früher ein und wer kann es ihr verübeln, sie feuert ihre Angestellte. Nachdem auch das Klischee der menstruierenden Frau aufgegriffen wurde, dreht Netflix weiter am Klischee-Glücksrad und schickt die verzweifelte Sophia auf Shopping-Tour. Hier ergattert sie eine kunterbunte Designer Lederjacke für unter zehn Dollar im Secondhand Laden ihres Vertrauens. Prompt fühlt sich die Protagonistin besser und ich denke über meine Traurigkeitsbewältigungsmechanismen nach. Gedanklich sehe ich mich bereits den Eisbecher unter Tränen leeren, doch nicht so Sophia. Die springt einfach in den nächsten Müllcontainer um sich ein paar gratis Bagels zu sichern. Beschwingt vom Weißmehl klaut sie sich noch einen Teppich und macht es sich auf einer Wiese im nächstgelegenen Park gemütlich. Ah ja, so sieht also der Beginn einer Traumkarriere aus.

Zu Hause angekommen hängt der Räumungsbefehl an der Tür und die frische Arbeitslose stellt ihre neu erworbene Designer Jacke online bei Ebay ein. Getreu dem Motto Sex sells, lichtet sie sich selbst frisch gestylt im Grunge Look, nur mit dem BH unter der Jacke, ab. Aus den investierten 10 Dollar werden schnell über 600. Der Arbeitsscheue und faule Twen riecht ein einfaches Einkommen über den Weiterverkauf von hippen Designer-Klamotten, wobei die Serie an dieser Stelle wohl deutlich machen möchte, dass Sophia nicht nur einfach Klamotten weiterverkauft, sondern auch sich selbst geschickt zur Vermarktung einsetzt. Zumindest ist das für mich die einzige Erklärung weshalb eine Folge, also 25 Minuten, der Suche nach dem richtigen Namen für den Shop gewidmet ist. Denn der Shop soll ja schließlich wie Sophia sein. ULTRACOOL und ULTRAHIP. IRONIE AN: Eine wirklich fesselnde Folge. IRONIE AUS.

Auf der Suche nach gewinnbringenden Designer-Teilen und beim Umgang mit den Online Kunden, stößt Sophia auf einige Schwierigkeiten und versucht diese auf ihre eigene Art zu lösen. Ob diese Art liebenswürdig oder einfach nur bescheuert ist, überlasse ich jedem Zuschauer selbst, denn ich bin mir da noch nicht ganz sicher.
Klar ist lediglich, dass die Protagonistin einen Hang zur Selbstdarstellung hat, was sich sowohl in der Frisur und ihrem Kleidungsstil spiegelt und auch nicht vor kriminellen Kleindelikten zurückschreckt, um Geld zu sparen. Wie in nahezu jeder gegenwärtigen Serie gibt es auch hier eine beste Freundin (Ellie Reed als Annie), die der Protagonistin den Rücken freihält und einen Kandidaten für die Liebe (Johnny Simmons als Shane), denn natürlich darf die Suche nach der großen Liebe nicht vernachlässigt werden.

Wie es weitergeht, könnt ihr ab heute (21.04.2017) selbst erfahren. Denn GIRLBOSS steht ab sofort auf Netflix zum Abruf bereit.

von Lena Gerlach

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Netflix 2017

Lena Gerlach

Lena Gerlach

Hello, ich bin die Lena und neben meiner Passion dem Lesen steht direkt das Kino. Gerne natürlich auch Buchverfilmungen, wobei ich immer noch auf das cineastische Meisterwerk warte, das die literarische Vorlage übertrifft. Die Wartezeit auf die nächste Buchverfilmung vertreibe ich mir dann mal mit Serien;-)
Lena Gerlach

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