ROBOCOP (2014)

Die DVD-Kritik.

INHALT:
Die nahe Zukunft – Amerika steht kurz vor einem Polizeistaat: Ein politisches und wirtschaftliches Machtspiel beschäftigt die amerikanische Gesellschaft. Unter dem Deckmantel der Sicherheit setzt das US-Miltär hochentwickelte Drohnen und Robotersoldaten von der Omni Coporation (kurz: OMINCORP) unter der Führung des Visionärs Raymond Sellars (Michael Keaton) ein, um in den ausländischen Krisengebieten agieren zu können, ohne eigene Truppen verlieren zu müssen. Während dessen nimmt die Sicherheit im eigenen Land immer weiter ab. Der Kritiker und TV-Hetzer Pat Nowak (Samuel L. Jackson) fordert daher diese Soldaten auch im Inland einzusetzen. Bisher stand diese Option jedoch nicht zur Debatte, denn den Drohnen fehlt eine moralische Instanz und menschliche Emotionalität. 

Als der Detroiter Detektive Alex Murphy (Joel Kinnaman) wird im Kampf gegen Drogenhändler bei einem Anschlag lebensbedrohlich verletzt, bietet sein Zustand eine Chance für ein neues Polizeiprogramm der OMINCORP: Roboterpolizisten mit menschlichen Verstand. Nach einer harten Trainingsphase wird zum neuen Helden von Detroit – er wird zu Robocop…doch das ist erst der Anfang einer neuen Gesellschaftsordnung.

FAZIT:
Nach mehr als 20 Jahren, seit dem Original von Paul Verhoven, kehrt der beste Cop der Welt auf die Leinwand zurück. Unter der Regie von José Padilha entstand eine beschnittene Version, die mit gesellschaftskritischer Würze abgeschmeckt wurde, aber der noch viel mehr cineastische Freiheiten versagt blieben. Doch ROBOCOP ist ein Remake, das sich an eine junge Zielgruppe anbiedern musste, dabei aber genug Potential ausschöpfen konnte, um eine interessante Adaption des Klassikers auf den modernen Zuschauer zu kreieren.

So hat ROBOCOP neben dem opulenten Actionfeuerwerk eine klare moralische Komponente. In manchen Punkten kritischer als das Original geht ROBOCOP auf die Psyche des Menschen nach so einen tiefgreifenden Eingriff auf den menschlichen Körper ein. Über allem steht die Frage: Was ist besser? Effektivität oder Mitgefühl? Das Ergebnis ist eine Zukunftsvision mit einer Maschine ohne eigenen Willen, der jedoch die eigene Entscheidungsgewalt vorgegaukelt wird – ein amoralisches Szenario unter dem Deckmantel der Sicherheit und damit gleichfalls eine direkte Kritik an die Sicherheitspolitik der USA.

Trotz der Tatsache, dass auch dieses Remake harscher Kritik ausgesetzt war, weil das Original gleich einer unbrechbaren Instanz über diesem Projekt lag, ist der Spagat in die Moderne gelungen. Doch leider ist heute ein menschlicher Roboter im Film nichts mehr besonders ist, so dass der große Wow-Effekt von damals ausbleibt. Am Ende steht letztlich nur ein privater Rachefeldzug im heldenhaften Robotergewand – das reicht leider nicht.

Gute Starbesetzung, mediale Progaganda, tolle Effekte und der nötige, kritische Anspruch macht dieses Remake zu einem unterhaltsamen Film. Wenn er auch nicht an das düstere und zugespitzte Zukunftsszenario des Original herankommt, so lohnt sich doch mehr als nur ein Blick auf ROBOCOP.

Seit dem 07.06.2014 ist das Remake ROBOCOP auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich. Neben dem fast zweistündigen Hauptfilm wurde gleich ein ganzes Extras-Paket geschnürt. Es erwartet des Käufer ein interessanter Blick hinter die Kulissen, einige geschnittene Szenen, sowie als Easteregg oben drauf alle TV-Spots der fiktiven OMNICORP. Und wer nochmal ein paar Cent mehr ausgeben möchte, der erhält die LIMITED STEEL EDITION auf Blu-Ray mit einem alternativen Artwork.

 Von Jörg Gottschling

Bewertung:

Quelle: Pressematerial StudioCannal 2014

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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