DARK (2017) – Staffel 1

Düsternis am deutschen Serienhimmel

Gleicher „Sender”, wieder irgendwas mit 80er Jahre, ähnliche Geschichte und aus Deutschland: DARK ist die neue Mystery-Serie von Netflix. War die Serie nötig? Wohl eher nicht. Warum, erklärt euch Lena.

INHALT:

Im kleinen Städtchen Winden verschwindet ein Junge, kurz darauf bringt sich ein Gemeindemitglied um und ein weiteres Kind verschwindet. Die gesamte Stadt ist von diesen Vorfällen tief erschüttert und begibt sich auf die Suche nach den Vermissten. Sie werden tatsächlich fündig: Eine Jungenleiche mit Verbrennungen im Gesicht wird gefunden, doch es ist keines der vermissten Kinder aus Winden. Der Fall wird zunehmend mysteriöser, denn der Junge trägt Kleidung aus den 80-er Jahren und eine Pfennig-Kette um den Hals. Nach und nach stellt sich heraus, dass die Familien im Dorf alle ihre kleinen Geheimnisse haben, die tief in der Vergangenheit verwurzelt sind.

FAZIT:

Nach Amazon zieht nun auch endlich Netflix nach und bring mit DARK die erste deutsche Serie an die Couchpotatoes. Die zehnteilige Mystery-Serie spielt in dem fiktiven Städchen Winden im Jahr 2019. Sieht das Plakat noch ziemlich düster aus und verspricht viel, vor allem an Spannung und Düsternis, lässt bereits die erste Folge Ernüchterung auf Seiten der Chipsesser fallen. Dachte ich bereits, dass Amazon mit YOU ARE WANTED eine eher schlechte Serie an den Start gebracht hat, überdenke ich dieses Urteil nach meinem Bing-Watching der Netflix Produktion noch einmal. Zum Bing-Watchen bzw. der Notwendigkeit bei dieser Serie komme ich später noch einmal zurück. Vorab sage ich lediglich, es ist nicht auf die Spannung innerhalb der Serie zurückzuführen.

Die Handlung beginnt ziemlich simpel in der kleinen Ortschaft Winden, die recht beschaulich wirkt und zunächst nur negativ durch ihr eigenes Atomkraftwerk auffällt. Lediglich die Frage, warum im Jahr 2019 und nicht jetzt, stellt sich mir zu Beginn der Serie. Die ersten Figuren werden eingeführt: Jonas Kahnwald (Lois Hofmann) kehrt nach den Ferien zurück in die Schule nachdem er einen längeren Aufenthalt in der Psychiatrie hinter sich gebracht hat. Ein Junge scheint schon seit zwei Wochen vermisst zu werden und die Familie ist außer sich, da sie die Polizei tatenlos sieht. Weitere Familien, die alle in irgendeiner Verbindung zueinander stehen, werden über die Nachnamen eingeführt, alles wirkt noch sehr mysteriös und mir fällt es bereits schwer die Verhältnisse und Namen miteinander in Verbindung zu bringen. Als der kleine Mikkel Nielsen (Daan Lennard Liebrenz) verschwindet, wird es noch komplizierter und kurioser.

Die Handlung spielt nämlich ab sofort auf zwei Ebenen, denn Mikkel ist wohl durch einen Raum-Zeit Tunnel, der natürlich irgendwie mit dem Atomkraftwerk zusammenhängt, in das Jahr 1983 verschwunden. Im Jahr 1983 spielen die gleichen Familiennamen eine Rolle, problematisch wird es, da ich bereits Schwierigkeiten habe die Gesichter der Schauspieler den Namen im Jahr 2019 zuzuordnen und diese in der Geschichte wiederum von Teenagern wiederum anderen Schauspielern gespielt werden zusammen zu kriegen. Ein Stammbaum wäre hilfreich zur Veranschaulichung, am besten mit Fotos aller Darsteller. Die ganzen Dopplers, Kahnwalds, Nielsen, Obendorfs und Tiedemanns in doppelter Besetzung überfordern einfach. Die Lust die Serie weiter zu schauen schwindet bereits.

Suchen im Jahr 2019 die Dörfler nach den verschwundenen Kindern und die Identitäten der sich mehrenden Kinderleichen zu klären, sucht Mikkel aus dem Jahr 2019 im Jahr 1983 nach einem Rückweg. Ein mysteriöser abgeranzter Fremder erscheint im Jahr 2019 und Jonas vernimmt Schwingungen, Visionen… ein längerer Aufenthalt in der Ballerburg wäre möglicherweise angebracht gewesen. Als wäre die simple Couchpotatoe in ihrem natürlichen Umfeld noch nicht erschlagen genug von Darstellern, Familiennamen und Ärgereien, dachten sich die Schöpfer dieser Serie wohl: „haha wie wäre es mit einer dritten Handlungsebene?“ – gleiche Namen nur noch mehr andere Schauspieler und Verwicklungen. Damit wären wir auch schon beim Grund für mein Bing-Watching. Hätte ich mehrere Stunden gar Tage beim Zuschauen verstreichen lassen, ich wäre gar nicht mehr hinter diese Serie gestiegen. Und ein zweites Mal beginnen müssen, wollte ich nach der Durchsicht der ersten beiden Folgen auf keinen Fall. Das Leid des Kritikers.

Völlig verwirrt lasse ich nun die Serie an mir vorbei ziehen und suche irgendwie hinter die groben Handlungsstränge zu steigen, mehr oder weniger erfolgreich. Die Serie endet im Jahr 2022. Yeah! Handlungsebene Nummer vier wurde soeben eröffnet und eine zweite Staffel ist bereits vertraglich bestätigt. Zu Salz erstarrt frage ich mich, wie es noch schlimmer werden kann. Sicherlich werden es uns die Serienmacher in naher Zukunft – IRONIE AN ah welch Witz in diesem Kontext, beim Abschluss der Serie in der Zukunft IRONIE AUS – zeigen. Bleibt nur die Bitte an die Producer vorab ein Handbuch, nebst Stammbäumen, Darstellerfotos und kurzem Umriss der Charakter-Beziehungen herauszugeben. Mein Tipp zum Jahresanfang: Guckt euch die Serie nicht an, wirklich nicht.

DARK ist seit dem 01.12.2017 auf Netflix abrufbar.

von Lena Gerlach

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Netflix

Lena Gerlach

Lena Gerlach

Hello, ich bin die Lena und neben meiner Passion dem Lesen steht direkt das Kino. Gerne natürlich auch Buchverfilmungen, wobei ich immer noch auf das cineastische Meisterwerk warte, das die literarische Vorlage übertrifft. Die Wartezeit auf die nächste Buchverfilmung vertreibe ich mir dann mal mit Serien;-)
Lena Gerlach

Letzte Artikel von Lena Gerlach (Alle anzeigen)

Comments

comments

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: