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THE DEAD DON`T DIE (2019)

Was muss passieren, damit Adam Driver, Bill Murray, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Tom Waits und Steve Buscemi zusammenkommen? Einfach – Jim Jarmusch macht einen Film.

INHALT

Es könnte doch alles so entspannt sein. Das kleine Städtchen Centerville hat keine Probleme – außer, dass mal ein Huhn geklaut wird. Jedoch ändert sich das sehr schnell. Das Fracking an den Polen hat dazu geführt, dass die Erdachse aus den Fugen geraten ist. Als Folge: Es ist um 21 Uhr noch immer hell. Während die Regierung alle Meldungen noch als „Fake News“ abtut, erwachen in Centerville bereits die Zombies. Die Polizisten Cliff Robertson (Bill Murray), Ronald Peterson (Adam Driver) und Minerva Morrison (Chloë Sevigny) geben ihr bestes, aber Peterson fürchtet schon zu Beginn, dass das Ganze nicht gut ausgehen wird.

FAZIT

Die Cast-Liste von THE DEAD DON’T DIE scheint die ersten paar Zeilen kaum überraschend: Tilda Swinton, Tom Waits und Bill Murray gehören zu Regisseur Jim Jarmuschs Stamm-Cast. Und spätestens seit PATERSON überrascht es auch niemanden, Adam Driver auf der Liste zu finden. Weitaus verblüffter war ich, als ich Austin Butler (ZOEY 101) und Selena Gomez (die Frau, die 150 Millionen Follower auf Instagram hat) dort fand. Nicht, dass ich nicht glauben würde, dass die beiden talentiert sind, aber dennoch hatte ich sie nicht in solch einem Film erwartet.

Der Cast ist fantastisch. Tom Waits als beobachtender Einsiedler ist großartig und Iggy Pop in seiner kleinen Rolle als untoter Rocker ebenfalls. Von Murray und Swinton erwarte ich nichts mehr Aanderes als Perfektion und ich wurde nicht enttäuscht.

Aber: THE DEAD DON’T DIE ist kein Horrorfilm. Ich habe mehr gelacht als in so mancher Komödie. Jim Jarmusch (COFFEE & CIGARETTS) bedient sich am Genre und adaptiert es in eine Gesellschaftskritik. Zentrale Themen: der Konsum, Trump und die amerikanische Gesellschaft ab sich. Jedoch geht Jarmusch dabei nie so weit, dass es ein Fingerzeig wäre. Doch keine Sorge: Auch Referenzen an andere Horrorfilme gibt es genug, so steigen Selena Gomez und ihr Anhang in einem Hotel ab, das sehr an PSYCHOS Bates Hotel erinnert und angefahren kommen sie mit einem Auto, was wiederum eine Anspielung auf NIGHT OF THE LIVING DEAD ist.

Jarmuschs typischer Stil ist unverkennbar. Es passiert nicht viel, also mehr als in PATERSON aber weniger als in ONLY LOVERS LEFT ALIVE. Er nutzt weder klassische Rollenbilder, noch einen klassischen Aufbau. Selbst die Zombies sind überraschend lethargisch. Jarmusch folgt keinem Rhythmus und keiner Regel. Ist sein Film ein starker Vertreter des Genres, der sich mit eben genannten Filmen messen kann? Absolut nicht, aber genau das bringt mich zur riesigen Stärke des Films: Jim Jarmusch doesn’t give a shit (man verzeihe meine Wortwahl).

Nur Jarmusch kann mehrere Handlungsstränge einfach ins Leere laufen lassen oder aber auch Starschauspieler wie Danny Glover und Steve Buscemi flache Rollen ohne viel Raum zur Veränderung geben. Er kann Adam Driver und Bill Murray die vierte Wand durchbrechen lassen, um über das Ende des Drehbuchs zu diskutieren. Er kann aber auch einen Charakter um Tilda Swinton erschaffen, der klar an ihre Position in der Popkultur angelehnt ist. Er darf Amerika und die Gesellschaft kritisieren, ohne wirklich tief zu gehen und ein und denselben Satz schmerzhaft häufig wiederholen lassen.

Wäre THE DEAD DON’T DIE von unbekannten Jungdarstellern gespielt und von einem Regie-Neuling inszeniert worden, hätte ich vermutlich kein gutes Haar an ihm gelassen. In der vorliegenden Version ist es jedoch ein großartiges Puzzleteil in Jarmuschs Gesamtwerk und ich habe jede Minute genossen.

THE DEAD DON’T DIE ist ab 13.06.2019 im Kino zu sehen.

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Universal Pictures

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.

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