UNREAL – Staffel 1 (2016)

Unmoralische Psychospielchen & unermüdliche Quotenjagd

Rachel Goldberg, Producerin der Dating Show „Everlasting“, kehrt nach einem psychischen Zusammenbruch wieder zurück ans Set. Dort bekommt sie es nicht nur mit ihrer quotengeilen Chefin Quinn King zu tun, sondern auch mit einem eigenwilligen Bachelor-Kandidaten und den Kandidatinnen. Rachel gibt ihr Bestes um vor allem der Chefin gerecht zu werden, gerät dabei jedoch immer wieder in innere Konflikte in denen sie zwischen Moral und Quoten entscheiden muss.

INHALT:

UNREAL spielt hinter den Kulissen der fiktiven Dating-Reality-Show „Everlasting“. Diese ist stark an das amerikanische Format des Bachelors angelehnt, in der ein Junggeselle versucht unter vielen hübschen jungen Frauen seine Auserwählte zu finden. Im Vordergrund steht hierbei allerdings nicht der Bachelor selbst, sondern die Producerin Rachel Goldberg (Shiri Appleby).

Rachels Aufgabe besteht darin, die Serie möglichst spannend zu gestalten und greift dabei auf unlautere Methoden zur Beeinflussung der Kandidatinnen und des Junggesellen zurück. Durch Manipulationen, Nahrungsentzug, Intrigen und dem Vorgaukeln falscher Tatsachen schafft sie es die Spannungskurve der fiktiven Dating-Show aufrecht zu erhalten und sichert dem Sender die hohen Einschaltquoten.

Angestachelt wird sie hierbei von ihrer Chefin Quinn King (Constance Zimmer), die neben verbalen Anfeuerungen zusätzlich mit Geldprämien lockt. Producer, die etwas besonders publikumswirksames inszenieren, bekommen einen Bonus und werden von der Crew als Helden gefeiert. Rachel erscheint dabei ungeschlagen, weshalb die anderen beiden Producer Jay (Jeffrey Bowyer-Chapman) und Shia (Aline Elasmar) neben ihr verblassen. Tritt sie einerseits als manipulativer Charakter im Umgang mit dem Junggesellen und den Kandidatinnen auf und die sogar vor Vertuschung von kriminellen Aktivitäten nicht zurückschreckt, wird gleichzeitig ihr eigenes Leben, zwar eng verknüpft mit der Show, als dunkler Abgrund präsentiert.

FAZIT:

Die Serie UNREAL bietet einen knallharten Einblick in die Welt hinter die Kulissen des Reality Fernsehens und überzeugt vor allem durch die Idee einen Plot um die Strippenzieher solcher Formate zu konstruieren. Manches erscheint gnadenlos überzeichnet, doch ist es das wirklich? Ganz so sicher bin ich mir da nicht, denn natürlich dreht sich auch in der Realität ebenso wie in dieser Serie, alles um die Quoten und das Gesprächsthema in den sozialen Medien am nächsten Tag. Dafür setzen sich die Protagonisten über moralische Grenzen hinweg und überwinden die eigenen Grenzen immer wieder aufs Neue.

Auf der einen Seite stehen die schönen Mädchen, die um die Gunst des Junggesellen buhlen, wobei die Gefühle der einzelnen Individuen dabei eher in den Hintergrund treten und die animalischen Triebe hervorgehoben werden. Ein logischer Zug, wenn man bedenkt: Sex sells. Auf der anderen Seite steht die leicht abgeranzte, offensichtlich psychisch kranke Rachel, die sich ganz in den Dienst der Quote stellt. Rachels Geschichte ist komplex und es stellt sich die Frage, ob sie selbst einfach nur völlig abgestumpft gegenüber den Grausamkeiten ist, die sie inszeniert oder ob sie damit lediglich versucht ihrer Chefin zu gefallen.

Wie es nun um Rachel steht und wer sie eigentlich ist lässt die Serie nicht direkt durchblicken. Die Serie setzt mit der Rückkehr Rachels nach einem psychischem Totalausfall in der vorangegangen Staffel von Everlasting ein. Doch auch das ist natürlich für den Sender kein Problem, denn der Totalausfall beim letzten Staffelfinale wurde aufgezeichnet und führte zu den höchsten Einschaltquoten überhaupt.

Natürlich wird Rachel aus diesem Grund gerne wieder in die Sendung zurückgeholt. Ohne festen Wohnsitz, dafür mit seelischer Instabilität und dem Ableisten von Sozialstunden empfängt die Eiskönigin Quinn ihre Quotenmacherin zurück. Der gesunde Mensch tritt in den Hintergrund, es geht nur noch im die Quote. Ein absolutes Unfallszenario. Psychospielchen mit den Kandidatinnen und dem Junggesellen. Es erinnert ein bisschen an GOSSIP GIRL was die Intrigen anbelangt und den realen Bachelor beim Setting, doch es ist deutlich realistischer gezeichnet. Die glamouröse Welt verschwindet hinter der schmutzigen Welt des Reality Fernsehens.

Es ist faszinierend zu sehen, wie weit die Macher einer solchen Show bereit sind zu gehen. Indem Medikamente der Kandidatinnen ohne deren Wissen abgesetzt werden und sie zusätzlich unter Alkoholeinfluss stehen, wird das Konfliktpotential erhöht und das Zukünftige nahezu unvorhersehbar. Sogar ein Unfalltod führt nicht dazu, dass die Dreharbeiten zur laufenden Staffel abgebrochen werden.

Ich denke, dass die Serie durchaus Potential hat und durch die langsame Entwicklung der Charaktere zum Weitersehen animiert. Für alle die gerne den „Bachelor“ sehen oder auch das „Dschungelcamp“ und nicht davor zurückschrecken wie gnadenlos die Kandidaten im Reality Fernsehen behandelt werden, kann sich ein Blick auf diese Serie lohnen.

UNREAL läuft derzeit auf Amazon Video.

von Lena Gerlach

Bewertung:

Quelle: Pressematerial Amazon Video 2017

 

Lena Gerlach

Lena Gerlach

Hello, ich bin die Lena und neben meiner Passion dem Lesen steht direkt das Kino. Gerne natürlich auch Buchverfilmungen, wobei ich immer noch auf das cineastische Meisterwerk warte, das die literarische Vorlage übertrifft. Die Wartezeit auf die nächste Buchverfilmung vertreibe ich mir dann mal mit Serien;-)
Lena Gerlach

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