Ungewöhnliche Weihnachtsfilme

Schaurig, schön, fantastisch & mit Bums.

Weihnachten steht vor der Tür, klopft an und möchte ins Warme. Am wärmsten ist es meist unter der Decke auf der Couch. Und dort gegenüber steht nicht selten so ein Flimmerkasten, der treudoof darauf wartet, von Cineasten angeschaltet zu werden. Tut ihm doch den Gefallen. Wie? Ihr wollt aber keine Weihnachtsfilme sehen? Ihr seid trotzdem irgendwie in einer besinnlichen Feststimmung? Dann sucht euch doch Alternativen. Die gibt es tatsächlich genug.

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit laufen auch Filme, die eigentlich nur indirekt mit Weihnachten zu tun haben und doch als Weihnachtsfilme bezeichnet werden. Ein paar dieser wunderbaren, schaurigen, schönen und fantastischen Filme haben wir euch hier mal aufgelistet – quasi zum Mitnehmen und einschalten.

 

EDAWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN (1991)

Er wurde gemacht, um zu leben. Leider wurde Edward (Johnny Depp) von seinem „Vater“, einem Genie und Wissenschaftler, nie fertiggestellt. Und so hat er in allen Belangen den Körper eines Menschen. Nur die Finger bestehen aus Scheren – äußerst unpraktisch im Alltag. Völlig isoliert von den Bewohner einer spießigen, knallbunten Vorstadt lebt er hoch über diesen in einem verwitterten Anwesen. Doch sein ruhiges Leben in Einsamkeit wird von den hiesigen Teenager jä gestört. Nun ist seine Existenz kein Geheimnis mehr. Als Kuriosum zunächst verlacht, wird er liebevoll in eine Familie aufgenommen, dessen Mutter (Dianne Wiest) sein Talent zum Haare und Hecken schneiden entdeckt. Edward wird zum Star in der Nachbarschaft, bleibt aber ein Außenseiter. So sieht er nicht nur anders als die anderen aus, sondern weiß auch nicht, wie man sich unter Mitmenschen zu benehmen hat. Da anfänglich Glück, endlich nicht mehr alleine zu sein, wird bald gestört. Und der einst geliebte Edward wird zum Gejagten…

EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN gehört zu den ersten Langspielwerken von Regisseur Tim Burton. Der Hang zu Morbiden, das einen krassen Kontrast zum spießigen Bürgertum darstellt, wird in diesem Film geradezu zelebriert. Wir schon im Kurzfilm VINCENT und später auch in BIG FISH wird mit diesem Ausbruch aus dem langweiligen, oberflächlichen Alltag in einer US-amerikanischen Vorstadt gespielt. Bestimmt finden sich hier auch einige autobiographische Züge des Regisseurs wieder. In jedem Fall ist der Film jedoch ein großartiges, moralisch-unterhaltsames Märchen – und daher perfekt für die Weihnachtszeit.


 

GREMLINS (1984)

Der Film hat nicht viel mit Weihnachten gemein. Läuft aber regelmäßig zur Weihnachtszeit. Ein Teenager erhält einen wundersamen kleinen Kerl als Haustier, den sein Vater in einem skurrilen asiatischen Geschäft findet. Doch mit diesem Kerl, den man Gizmo nennt, sind auch Regel und pflichten verbunden: Nicht mit Wasser in Berührung bringen. Nicht nach Mittag essen geben. Und nicht dem Sonnenlicht aussetzen. Was ist damit auf sich hat, erfährt man erst, als es wirklich passiert. Wasser führt zur Vermehrung des Wesens und Essen nach zwölf Uhr abends verändert den Charakter der Wesen zum schlechteren. Sie werden fiese kleine Monster. Wie gut, dass man sich mit Sonnenlicht bekämpfen kann…aber bitte lasst mir den kleinen, lieben Gizmo am Leben.

GREMLINS und GREMLINS 2 von Regisseur Joe Dante (MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN; 1989) sind mittlerweile wahre Kultfilme. Die fiesen kleinen Monster und der schwarze Humor machen unglaublich viel Spaß. Aber bitte nicht mit Kindern unter zwölf Jahren schauen, denn die Monster sind doch recht derb in ihrer Art und könnten die Kleinen verschrecken.


 

CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK (2005)

Willy Wonka ist der berühmte Erfinder einzigartiger Schokoriegel. Was sein Geheimnis ist, wie er überhaupt aussieht und aus welchen Zutaten seine Riegel bestehen? Das alles ist so legendär wir unbekannt. Zwar werden nach wie vor erfolgreich Schokoriegel produziert und verkauft, doch seit Jahren hat er sich in seine Fabrik verschlossen und nichts mehr von sich hören lassen. Eine Aktion zur Winterzeit erregt daher weltweite Aufmerksamkeit: In den Verpackungen der Schockriegel sind goldene Tickets enthalten. Doch die Zahl ist begrenzt. Wer jedoch so ein Ticket findet, der darf sich freuen, denn er wird persönlich von Willy Wonka durch seine Fabrik geführt.

Ein einmaliges Ereignis, dass sich auch Charlie Bucket (Freddie Highmore) wünscht. Er hat es nicht leicht und träumt von einem Leben abseits der Armut. Tatsächlich findet er so ein Ticket und darf mit anderen Kindern zusammen in die heiligen Hallen der Schokoriegelproduktion. Doch das, was ihn erwartet, ist weit größer, fantastischer und gefährlicher als er es sich jemals hätte vorstellen können…

Und noch ein Tim Burton Film in dieser Reihe. Auch THE NIGHTMARE BEFOR CHRISTMAS kann man zu den Festtagen schauen, wenn man möchte. Ohnehin macht Burton einfach großartige Filme für die Weihnachtszeit. Ich empfehle außerdem auch den ersten Film, der sich dieses Geschichte widmet: WILLY WONKA UND DIE SCHOKOLADENFABRIK. Dieser mag vielleicht ein Wenig in die Jahre gekommen sein und ist weit weniger skurril, lohnt sich aber auch auf seine Art.


 

DAS WUNDER IN DER 8. STRASSE (1987)

Die Bewohner New York stehen vor einem Problem: Große Investoren kaufen ganze Straßenzüge auf, um aus den heruntergekommen Häusern luxuriöse Apartments zu machen, die dann wieder teuer verkauft werden können. Auch ein Haus in der 8. Straße ist davon betroffen, konnte sich aber noch gut gegen die aggressive Kaufmasche, die sogar an Sabotage grenzt, wehren. Doch lange halten die Bewohner nicht mehr aus. Dann tauchen eines Abends plötzlich zwei fliegende Roboter auf. Die beiden kleinen Kerlchen benötigen Schutz, können aber auch gut austeilen. Und: Das gemeinsame Geheimnis um die offensichtlich außerirdischen Wesen schweißt die Hausgemeinschaft zusammen. Das gibt ihnen eine wundersame Kraft sich und ihr Heim zu retten.

In DAS UNDER IN DER 8. STRASSE von Matthew Robbins geht es um urbane Anonymität und Gleichgültigkeit. Jeder lebt für sich selbst und ignoriert seine Mitmenschen. Selbst in Zeiten größter Not schiebt man sich lieber gegenseitig die Schuld zu als selbst einzugestehen, dass das eigene Verhalten nicht in Ordnung ist. Er durch ein wundersames Ereignis erkennen die Menschen wieder, wie gut es tut, sich gegenseitig wertzuschätzen und zu helfen. Nächstenliebe, Freundschaft und Familie sind zentrale Werte, die in diesem Stadtmärchen im Vordergrund stehen – und die passen ebenso zu Weihnachten, wie zu einem guten Leben selbst.


 

STIRB LANGSAM (1988)

Ja, dieser Film spielt in der Weihnachtszeit. Genau genommen dreht sich zunächst alles um eine interne Firmenweihnachtsfeier. Das diese schon mal aus dem Ruder laufen kann, ist bekannt. In dieser Art, wie es in STIRB LANGSAM abläuft, entwickelt sich so eine Feier aber selten: Eine gut organisierte Verbrecherbande dringt in das Hochhaus des internationalen Unternehmens ein, nimmt die Feiergesellschaft als Geisel und versucht an die wertvolle Beute hinter einem wirklich gut gesicherten Safe zu gelangen.

Doch die Verbrecher haben mit einem Mann nicht gerechnet: John McLane, gespielt von Bruce Willis. Seinerseits ein New Yorker Polizist, der eigentlich nur seine Ex-Frau und die Kinder zu den Festtagen besuchen wollte. Ein angespanntes Verhältnis zwischen dem ehemaligen Ehepaar führt dazu, dass er seine Kids nur selten sieht. Aber das spielt gerade jetzt keine Rolle mehr. Er muss den Abend retten. Auf sich gestellt nimmt er es mit den Schurken auf. Kugeln hageln, Scheiben zerbrechen und Füße beginnen zu bluten. Wie gut, dass McLane jetzt eine Waffe hat…

Die STIRB LANGSAM-Filme sind Kult. Warum, weiß eigentlich keiner mehr. Ebenso die Tatsache, dass mit Alan Rickman ein fabelhafter Schurke geboren wurde. Die Filmreihe schwebt noch auf den Schwingen des guten alten Actionfilms: Ein Mann gegen den Rest der Welt. Er schwitzt, er blutet, er kriecht und keucht. Kantige Sprüche wechseln die Besitzer und schmierige Schurken wollen vermöbelt werden. Und am Ende kommt er kaputt heraus und hat gewonnen. Da fragt man sich zurecht: Wo sind sie hin, die Actionhelden von einst?!

Habt ihr auch noch Filme, die ihr an Weihnachten gerne anschaut, aber eigentlich nichts mit dem Thema zu tun haben? Dann schreibt uns diese doch in die Kommentare.

Jörg Gottschling

Jörg Gottschling

Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
Jörg Gottschling

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