Kritik: THE LAST ORDER (2017)

THE LAST ORDER (2017)

Wenig interessante, 7-teilige Independent-Webserie

Eine Bar, mehrere Personen, mehrere Abende. In sieben kurzen Episoden erzählt THE LAST ORDER von den Menschen in einer Bar, ihren Sehnsüchten und ihren Problemen. Das spannendste an dieser Serie ist seine Entstehungsgeschichte. Mit praktisch keinem Budget wurde das Projekt von unabhängigen Filmemachern realisiert. Diesen Einsatz – ohne jede Absicht auf finanziellen Erfolg, sondern auf eine unkonventionell erzählte Geschichte – muss man loben. Es ist nur schade, dass nichts Besseres dabei herausgekommen ist.

 

INHALT:

Der Schauplatz der Serie ist eine Bar. In nicht chronologischer Reihenfolge werden verschiedene Abende in der Kneipe erzählt, in denen sich die Probleme, Sehnsüchte und Wünsche verschiedener Figuren entfalten. Zwischendurch werden die Gespräche der Personen immer wieder mal durch zwar unmotivierte, aber zugegebenermaßen sehr gute Musikeinlagen unterbrochen.

FAZIT:

Die Stimmung, die diese Serie prägt, schwankt immer wieder irgendwo zwischen chilliger Ruhe und Melancholie. Die Erzählung verläuft langsam. Es wird sich Zeit gelassen. Die Inszenierung ist sehr zurückhaltend und gemächlich. Wenn man bedenkt, dass die Folgen jeweils nur zwischen 15 und 20 Minuten dauern, kann man sich selbst ausrechnen, dass THE LAST ORDER keinen handlungsreichen Plot erzählt. Das ist auch nicht die Absicht der Serie. Es geht mehr um Stimmung als um Handlung.

Diese Stimmung muss man mögen, sonst ist man schnell raus. Denn zu den Figuren findet man keinen rechten Zugang. Das ist nicht Schuld der Schauspieler, die allesamt eine sehr gute Leistung zeigen. Es ist eher der Inszenierungsstil, der sich bei so vielen Protagonisten in der kurzen Zeit eben nur wenig den einzelnen Personen widmen kann. Man bekommt immer nur kleine Bruchstücke der Geschichten mit. Dabei kommt keine Spannung auf und auch kein Witz. Die Serie zieht dahin, ohne dass man als Zuschauer irgendwelche Gefühle durchlebt noch intellektuell sonderlich gefordert wird. Das hinterlässt am Schluss einen Eindruck der Bedeutungslosigkeit der ganzen erzählten Geschichte.

Dabei hätte man ja auf Spannung setzen können. In der ersten Folge wird eine Art Geheimnis etabliert: Der Barkeeper Kalle ist verschwunden, keiner scheint zu wissen, wo er ist. Das hätte man als guten Aufhänger für eine spannende, geheimnisumwobene Geschichte nehmen können. Andererseits hätte man auch auf feurige Dialoge setzen können, die mit Witz und/oder Intelligenz unterhalten. Doch THE LAST ORDER scheint sich Plotentwicklungen oder Humor bewusst zu verweigern. Er will lieber die melancholische, ruhige Stimmung aufrechterhalten, die die Folgen durchzieht. Das führt dazu, dass beispielsweise die zweite Folge (die nur rund 17 Minuten dauert) großen Teils aus einfach inszenierten Partytanzszenen besteht, die nicht mal visuell besonders ansprechend sind. Man hat das Gefühl, das Ganze führt zu nichts. Es gibt einem nur wenig. Es scheint ziemlich belanglos.

Bei allem Respekt, eine solche Serie ohne Budget auf die Beine zu stellen, gibt es leider einige Kritik an THE LAST ORDER zu äußern.

THE LAST ORDER kann man auf www.lastorderseries.de anschauen.

von Benjamin Wirtz

Bewertung:

Quelle: www.lastorderseries.de

 

Benjamin Wirtz

Hey, ich bin angehender Cineast, großer Kinofreund und interessiert an jeder Art von Filmen. Deshalb steht in meinem DVD-Regal Godard neben Besson, die „Alien“-Box neben der Truffaut-Box, „Saw“ neben „Frau ohne Gewissen“ und „Panzerkreuzer Potemkin“ neben „2-Headed-Shark-Attack".

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