THE BIRTH OF A NATION (2017)

Die Geschichte eines Sklaven

Seinen Film ausgerechnet nach einem umstrittenen Filmklassiker zu benennen, ist entweder ein Statement, oder eine geniale Marketing-Strategie. So oder so ist THE BIRTH OF A NATION nicht das Remake des rassistischen Films von D.W. Griffith, sondern eine Art Biopic über den Sklaven Nat Turner.

INHALT:

Nat Turner (Nate Parker) wächst auf einer Baumwollplantage auf. Bedenkt man die Verhältnisse der Sklaven zu dieser Zeit, wird Turner einigermaßen anständig behandelt und lernt lesen. Er studiert die Bibel und beginnt später zu predigen. Um etwas Profit aus seinem Sklaven zu schlagen, verleiht sein Besitzer (Armie Hammer) Nat an andere Plantagen, damit er durch seine Predigten die Sklaven auf dem unterwürfigen Pfad hält.

Allerdings erfährt Nat dort, wie grauenvoll Sklaven behandelt werden. Geprägt von den Ereignissen und überzeugt, dass Gott zu ihm gesprochen hat, zettelt er einen Sklavenaufstand an. Er und sein Gefolge töten seine Besitzer und weitere Weiße, auch Frauen und Kinder. Die Aufständischen werden schließlich gefunden, verhaftet und umgebracht. Als Vergeltung und als Warnung für potentielle Nachahmer werden zahlreiche Sklaven getötet, die nichts mit dem Aufstand zu tun hatten.

FAZIT:

In THE BIRTH OF A NATION bekommt man schnell das Gefühl, dass Nate Parker sich vielleicht eher selbst ein Denkmal setzen wollte. Er wirkte am Drehbuch mit, führte Regie, produzierte und besetzte sich selbst gleich noch als Nat Turner. Das könnte aber leider auch der Grund für den tiefen Fall des Films gewesen sein. Als ein alter Vergewaltigungsvorwurf wieder ans Licht kam, entwickelte sich ein Skandal um Parker und der Film, der in Sundance noch bejubelt wurde, verschwand in der Versenkung ohne Oscar-Nominierung.

Betrachtet man den Film objektiv ohne den Regisseur im Hinterkopf, hat er definitiv nicht verdient zu verschwinden, aber als Meisterwerk würde ich ihn auch nicht gerade bezeichnen. Aus filmästhetischer Sicht ist THE BIRTH OF THE NATION kaum mehr als Durchschnitt. Die Aufnahmen sind sehr stereotypisch für die Thematik gewählt. Nach DJANGO UNCHAINED und 12 YEARS A SLAVE kennt man die Bildsprache und dort ist sie besser umgesetzt.
Zwar stellt Nate Parker die Hauptfigur Turner sehr gut da, aber er investierte kaum Zeit in die Entwicklung der anderen Charaktere. Gerade die Frauen sind sehr flach angelegt und das Leid, das ihnen widerfährt, dient lediglich der Entwicklung der männlichen Charaktere.
THE BIRTH OF THE NATION ist dahingehend ein guter Film, weil er das Leben einer wichtigen Figur in der Geschichte der Afroamerikaner porträtiert, jedoch bringt er aus filmischer Sicht wenig Neues und ist daher mehr für Geschichtsinteressierte geeignet, als für die breite Masse.

THE BIRTH OF THE NATION ist seit dem 24. August 2017 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich.

von Sarah Binder

Bewertung:

Quelle: Pressematerial 20th Century Fox Home Entertainment 2017

Sarah Binder

Sarah Binder

Ich hab was mit Medien studiert und liebe Bananen. Keine Frage also, dass ich für den Filmaffen über die Welt der Filme und Serien berichte.
Sarah Binder

Letzte Artikel von Sarah Binder (Alle anzeigen)

Comments

comments

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: