STAR WARS REBELS – Staffel 1 (2015)

Der Funke der Rebellion zündet

 

Nach dem Niedergang der Republik und dem abrupten Ende der Klonkriege steht die Galaxis in Trümmern. STAR WARS REBELS setzt fast ein Jahrzehnt nach den letzten Ereignissen von STAR WARS: THE CLONE WARS an und führt nahtlos das fort, was schon in der ersten Animationsserie so gut funktioniert hat: Eine gute Geschichte verpackt in eines der besten Space-Märchen der Filmgeschichte.

INHALT:

Lothal, 9 Jahre nach dem Ende der Klonkriege: Auf dem Wüstenplaneten hat sich eine kleine Rebellenzelle gebildet, um gegen die imperiale Vorherrschaft des Imperators vor zugehen. Dazu haben sie auch allen Grund, denn der neue Herrscher der ehemaligen Republik hat ein intergalaktisches, totalitäres System aufgebaut, in dem Unterdrückung und Terror regiert.

Der Teenager Ezra, dessen Eltern vor einigen Jahren vom Imperium gefangen genommen und verschleppt wurden, lebt seit dem alleine auf dem öden Planeten und schlägt sich als Schrottsammler und Tagedieb durch. Bis er eines Tages mitten in einen Konflikt zwischen imperialen Sturmtruppen und einer wilden Gruppe von Widerständlern gerät. Die Gruppe wird angeführt von der Pilotin Hera und dem Jedi Kanan. Als dieser die hohe Präsenz der Macht in Ezra spürt, nimmt die Gruppe den Einzelgänger bei sich auf.

Fortan kämpft Ezra gemeinsam mit der Rebellengruppe, zu der auch die mutige Manderlorianerin Sabine, der aufbrausende Zeb und der dickköpfige Android Chopper gehören, gegen die unterdrückende Vorherrschaft des Imperiums. Als die Aktivitäten der Splittergruppe jedoch immer erfolgreicher werden, die Streitkräfte auf Lothal zunehmend in Schwierigkeiten kommen und heraus kommt, dass sich unter den Rebellen ein Jedi mit einem Padawan befindet, schaltet der Imperator seinen Inquistor ein – dieser Sith hat schon viele flüchtige Jedi auf dem Gewissen und setzt alles daran, den Widerstand auf Lothal im Keim zu ersticken…

FAZIT:

STAR WARS REBELS unterscheidet sich in einem ganz wesentlichen Punkt von STAR WARS: THE CLONE WARS: Diesmal wird nicht über hunderte Kriegsplätze und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sondern in die ersten Staffel konzentriert sich die gesamte Handlung auf die Rebellentruppe auf Lothal. Eine gute Entscheidung in gleich zweifacher Hinsicht. Denn einerseits erfährt der Zuschauer auch nur so viel über die sich gerade im Aufbau befindenen Rebellion gegen das Imperium, andererseits erhalten die komplett neuen Charaktere um Jedi-Ritter Kanaan und seinem Padawan Ezra genügend Zeit, um in das komplexe STAR WARS-Universum eingeführt zu werden.

Doch so wie der Zuschauer mit den Figuren warm werden muss, muss es auch die Serie mit sich selbst. Am Anfang wird man mitten ins Geschehen geworfen. Es fehlt zunächst ein Halte- und Orientierungspunkt, der einen mitnimmt in die Handlung. Nach zwei Episoden Prolog wird Ezra zum vollwertigen Mitglied der Besatzung der Ghost, dem Schiff der Rebellen. Danach ordnet sich das bisher gesehen langsam und der Handlungsfaden wird klarer. Von da an macht es Spaß, dem Wiederstand dabei zu zuschauen, wie sie immer wieder imperiale Sturmtruppen an der Nase herumführen.

Dieser Erfolg währt jedoch nicht lange, denn ein Jedi und sein Padawan bleiben der dunklen Seite nicht lange unbemerkt. Mit dem Auftauchen des Inquisitors, der den Jedi weit überlegen ist, steigt auch die Spannung der Serie. Ab dann tappen die Rebellen von einer Falle des Sith in die Nächste. Gegen mitte der Staffel läuft alles auf eine entscheidende Konfrontation hinaus: Ezar und Kanaan müssen sich dem inquisitor stellen. Doch damit rufen sie noch einen viel mächtigeren Vertreter der dunklen Seite auf dem Plan.

Neben zahlreichen Anspielungen an die gesamte Filmreihe, trifft die Rebellentruppe auch auf bekannte Figuren der klassischen STAR WARS-Serie: So beauftragt der Schurke und Geschäftsmann Lando Calrissian die Besatzung der Ghost, ihm Geleitschutz durch die Blockade um Lothal zu geben. Und ein anderes Mal geraten die Rebellen in Besitz zweier uns sehr gut bekannter Droiden.

Die Story erfrischt das Space-Märchen, indem es auf alte Konstellationen und Handlungsstränge der STAR WARS-Saga zurückgreift und in eine Zeit überträgt, die wir bisher nur aus den STAR WARS-teilen vier bis sechs kennen. Mit STAR WARS REBELS sollen Lücken geschlossen werden und das könnte der Serie sogar wirklich gelingen. Und dass auf eine andere Weise, wie es noch STAR WARS: THE CLONE WARS vermochte. Der Funke der Rebellion, der in DIE NEUE HOFFNUNG nur angedeutet wird und sich in DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER in voller Stärke manifestieren, bekommt ein neues Gesicht – gar eine neue Facette dazu. Tatsächlich arbeiten die Rebellen weitestgehend im Verborgenen, sind für die meisten Bewohner der Galaxis ein unglaubwürdiges Gerücht. Dieser Kampf David gegen Goliath wird gerade in der ersten Staffel besonders deutlich, weil gerade einmal sieben Rebellen gegen einen ganzen Planeten voller imperialer Sturmtruppen stehen.

Die Charaktere sind weitestgehend stereotypisch angelegt, funktionieren als Gruppe jedoch bisher gut. Hier bewiesen die Macher der Serie viel Mut, indem sie sieben komplett neue Helden konzipiert haben, die sich weitestgehend ohne die Unterstützung bekannter Charaktere behaupten mussten. Tatsächlich fügen sich diese jedoch wunderbar in das Universum ein. Nebenbei erkennt man sogar eine Entwicklung der Helden, die viel Potential erkennen lässt: So weiß Pilotin Hera deutlich mehr über die Organisation der Rebellion als alle anderen, hat gar eine geheimnisvolle Kontaktperson, dessen Identität am Ende der Staffel gelüftet wird. Man erkennt den inneren Konflikt im eigentlich harten Charakter von Zeb, dessen Heimat nahezu ausgelöscht wurde. Und aus den Kontrahenten Ezra und Zeb werden gute Kumpels.

Während dessen reift Kanaan, der seine Ausbildung nach der „Order 66“ nicht beenden konnte, als Jedi heran, indem er Ezra als Padawan annimmt und mit der Macht vertraut macht. Und auch Ezra’s Fähigkeiten der Macht wachsen im Laufe der Staffel. Das alles sind keine außergewöhnlichen Entwicklungen, aber sie bilden insgesamt ein stimmiges Bild der Truppe auf ihrem Weg von einer unorganisierten Widerstandsgruppe zu einer effektiven Einheit gegen das Imperium – und zu neuen Helden im STAR WARS-Universum. Mehr zu den einzelnen Mitgliedern der Heldengruppe findet ihr hier.

Optisch überzeugt STAR WARS REBELS, wie auch schon die gesamte CLONE WARS-Serie, nur bedingt. Der klobige Animationsstil mit den scharfen Gesichtszügen und den recht kargen Landschaft gefällt nicht jedem. Und doch spürt man durch kleine Details, dass diese Computerlandschaften leben. Die Musik passt, greift sich doch auf klassische Themen zurück, die sich gelegentlich durch Variationen neu erfinden. Bild und Ton der DVD-Box ist sauber und scharf. Hier reicht für einen unterhaltsamen Konsum der Animationsserie die DVD-Version völlig aus.

Die erste Staffel der Animationsserie STAR WARS REBELS ist ab dem 10.09.2015 auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich. Neben den 15 Folgen gibt es das übliche Hintergrundmaterial und eine kleine, vielversprechende Vorschau auf die zweite Staffel, die am 16.10.2015 um 19.30Uhr auf Disney XD starten wird.

von Jörg Gottschling

Bewertung:

 

Quelle: Pressematerial Disney 2015

 

©2015 & TM Lucasfilm Ltd.

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Moin! Ich bin der Filmaffe. Und der Blog ist meine Schuld. Als Filmjunkie, Digital Native & Medienprimat ist mein natürlich Habitus der Bildschirm und alles, was sich darin befindet.
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